CfP: „Objektgebrauch als Zeichenprozess in „realen“ und virtuellen Welten: Wie aus Handlungen Gesten werden“, Passau (18.11.2016)

Call for Papers für das Panel „Objektgebrauch als Zeichenprozess in „realen“ und virtuellen Welten: Wie aus Handlungen Gesten werden“ auf dem 15. Internationalen Kongress 2017 der Deutschen Gesellschaft für Semiotik (DGS) | Universität Passau

Deadline Abstract: 18. November 2016
Datum der Veranstaltung: 12.-16. September 2017

Um ihre Ziele zu verwirklichen, organisiert die Deutsche Gesellschaft für Semiotik (DGS) e.V. Tagungen, Kolloquien, Arbeitstreffen, Kurse oder Ringvorlesungen zu den Themen ihrer Sektionen (Arbeitsbereiche). Außerdem richtet die DGS alle drei Jahre einen internationalen Kongress aus. Im Rahmen des 15. Internationalen Kongress 2017: „Grenzen. Kontakt – Kommunikation – Kontrast“ (Passau, 12. bis 16. September 2017) fordern die Sektionen Sprachwissenschaft (Jana Bressem, Ellen Fricke und Roland Posner) und Körpersemiotik (Irene Mittelberg) zur Einreichung von Beitragsvorschlägen in ihrem Panel auf:

Call for Papers

In diesem Panel werden wir aus verschiedenen disziplinären Perspektiven diskutieren, wie aus Handlungen Gesten werden und wie verschiedene Formen des Objektgebrauchs und seine Abstraktionsstufen als Zeichenprozesse analysiert werden können. Ausgangspunkt sind Fragestellungen des interdisziplinären Forschungsprojekts MANUACT (www.manuact.org, Gesamtprojektleitung: Ellen Fricke), das vom BMBF von 2015 bis 2018 gefördert wird und dessen erste Forschungsergebnisse neben anderen einschlägigen Beiträgen zu diesem Thema in dieser Sektion vorgestellt werden sollen.

Kulturelle Objekte werden im Gegensatz zu natürlichen nicht einfach vorgefunden, sondern unterliegen Bearbeitungsprozessen, bei denen die menschliche Hand eine entscheidende Rolle spielt. Objekte und Hände entwickeln sich aneinander, Funktionen der Hand werden durch Werkzeuge erweitert oder in handwerklichen und maschinellen Produktionsprozessen ersetzt. Umgekehrt werden aber auch in der Produktgestaltung – wenn man etwa in neuerer Zeit an die berührungssensitiven Oberflächen von Computern und mobilen Endgeräten denkt – Objekte für den Nutzer gezielt handhabbar gemacht und dabei auf grundlegende Basishandlungen zurückgeführt. Solche Basishandlungen sind sprachlich in der lexikalischen Semantik von Bewegungs- und Handlungsverben und typisierten Gesten, die Handlungen beschreiben, bewahrt. Die Abgrenzung von Geste und Handlung und möglichen Zwischenstufen stellt in Bezug auf verschiedene wissenschaftliche Kontexte ein besonderes Problem dar: So wird in den Arbeitswissenschaften bei händischen Manipulationen von virtuellen Objekten von Gesten gesprochen. Aus einer linguistisch-semiotischen Perspektive werden solche nicht als Zeichen intendierten Handbewegungen jedoch zumeist als Handlungen aufgefasst. Neue Technologien und Interfaces sperren sich gegen herkömmliche begriffliche Abgrenzungen und stellen für eine semiotische Analyse eine besondere Herausforderung dar. Für die weiterführende Diskussion innerhalb des Panel schlagen wir zwei wesentliche Leitfragen vor: 1. Inwieweit sind bestimmte zeichentheoretische Ansätze geeignet, das Spektrum von Geste und Objektgebrauch in der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht und darüber hinaus im Rahmen neuer Technologien zu erfassen, wie z.B. der berührungslosen Objektmanipulation mit LEAP MOTION oder dem Verhalten von Avataren in virtuellen Welten? 2. Welche Auswirkungen hat die Berücksichtigung dieser Technologien auf bestehende Konzepte von „Embodiment“ in der kognitiven Linguistik und Semiotik, die sich am Beispiel der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht entwickelt haben?

Informationen zu Organisation und Ablauf

Der Kongress wird vom 12. bis 16. September 2017 an der Universität Passau stattfinden. Bitte senden Sie Ihr Abstract weitestgehend unformatiert und in einem bearbeitbaren Format (idealerweise Word) an: Dr. Jana Bressem (jana.bressem@phil.tu-chemnitz.de). Einsendefrist ist der 18.11.2016. Ihr Abstract soll beinhalten: Titel des Vortrags, Name der Referentin oder des Referenten, Beschreibung des geplanten Vortrags (max. 300 Wörter), Institution, E-Mail-Adresse, Kurzlebenslauf (als Fließtext) und bis zu fünf einschlägige Publikationen der Referentin oder des Referenten.

Die Vorträge sollen eine Länge von 20 Minuten nicht überschreiten. Eine Veröffentlichung ausgewählter Vorträge ist geplant.

Kontakt

Für Fragen stehen Ihnen zur Verfügung:
Panel „Objektgebrauch als Zeichenprozess in „realen“ und virtuellen Welten“ und Einreichungen für das Panel: Dr. Jana Bressem (jana.bressem@phil.tu-chemnitz.de)
Konzept der Konferenz: Prof. Dr. Jan-Oliver Decker (Jan-Oliver.Decker@uni-passau.de) Organisation der Konferenz: Dr. Stefan Halft (Stefan.Halft@uni-passau.de)

Weitere Informationen finden Sie ab Herbst 2016 unter http://www.semiotik.eu/Kongresse.

Bitte lesen Sie ggf. auch die Calls der anderen Sektionen der DGS. Sie sind unter http://www.semiotik.eu/Kongresse einsehbar.

via H-Germanistik

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