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CfP: „Berichte(n) – Prozesse, Narrative und Funktionen einer administrativen Kleinform“, Berlin (11.01.2019)

Call for Papers für den Workshop „Berichte(n) – Prozesse, Narrative und Funktionen einer administrativen Kleinform“ | Humboldt-Universität zu Berlin

Deadline Abstract: 11. Januar 2019| Datum der Veranstaltung: 12. April 2019


Berichte(n) – Prozesse, Narrative und Funktionen einer administrativen Kleinform
Organisation: Anne MacKinney, Jasper Schagerl, Stephan Strunz
Veranstaltungsort: Humboldt-Universität zu Berlin
Datum: 12. April 2019
Bewerbungsschluss: 11. Januar 2019

Berichte nehmen in neuzeitlichen Justiz-, Verwaltungs- und Wissenschaftspraktiken einen privilegierten Platz ein. Mit der Einführung kollegialischer Verwaltungen und der Aktenmäßigkeit von Verfahren taucht der Bericht als kleine, narrative Form auf, die untergeordnete Behörden nutzen, um komplexe Informationen aufzuarbeiten und an übergeordnete Stellen zur Entscheidungsfindung zu übersenden. In diesem Workshop soll es dabei um die Frage gehen, wie Berichte juristische, administrative und wissenschaftliche Entscheidungs- und Erkenntnisprozesse beeinflussen und durch die zugrundeliegenden Selektionen, Verdichtungen und Formatierungen als steuerbare Wirklichkeiten konstituieren.

Im juristischen Bereich verlangte zwischen dem 16. und 19. Jahrhundert das postalische Institut des Aktenversendungsverfahrens eine spezifische Technik der Sachverhaltsdarstellung. Wer in einem strittigen Fall ein Gutachten von einem Sachverständigen erhalten wollte, der musste den Prozessstoff zunächst zu einer ‚aktenmäßigen Relation‘ verdichten—eine Praxis die ab dem 17. Jahrhundert auch universitär vermittelt wurde und in Form von Handbüchern auf den Markt gelangte. Hier konnte man lernen, wie ein sachlicher und nüchterner, kurz: ein behördlicher Bericht zu verfassen ist, das heißt, wie ein Ereignis in eine juristisch relevante Sprache und damit in eine bearbeitbare Form transformiert wird.

Aber auch für das Verwaltungswissen spielt der Bericht eine zentrale Rolle. Im Prozess der Staatenbildung dienten (Landes-)Visitationen der systematischen Erhebung von Informationen über die Bevölkerung und die Beschaffenheit des Territoriums. Gleiches gilt für die Kolonialverwaltungen, die zur Regierung, Erfassung und Kontrolle ihrer Subjekte auf ein engmaschiges Berichtsnetz angewiesen waren (Goody 1986). Zum Zweck der Informationsverarbeitung bedurfte die Datenerhebung in Form von Listen, Karten, Tabellen und Ortsbeschreibungen als Korrelat der Wissensform des Berichts, die ein bestimmtes Wissen unter Verwendung eines bürokratisch-objektiven Stils sicher von einer Sphäre der Zirkulation in eine andere übermittelte. Untergeordnete Behörden gewannen durch das an sie delegierte Berichtswesen enorm an Macht: durch die Art und Weise wie berichtet wurde, erhielten sie einen nicht unbedeutenden Einfluss auf die übergeordneten Entscheidungsinstanzen (Haas 2005). Berichte verbanden damit Handlungsfelder und sind deshalb aus einer „Geschichte des wissenden Handelns in der Selbststeuerung von Gemeinwesen“ (Geisthövel/Hess 2017) nicht wegzudenken.

Nicht nur zur Wissensgewinnung und -vermittlung über das eigene Land und die eigene Bevölkerung diente der Bericht, sondern auch zum Kennenlernen fremder Länder und Menschen. Die im späten 16. Jahrhundert entstehende Gattung der Apodemik—die Kunstlehre vom richtigen Reisen—zielte darauf, die Form zu bestimmen, in der die gemachten Erfahrungen und Sinneseindrücke des Reisenden festzuhalten, zu ordnen und wahrheitsgetreu wiederzugeben waren. Neben der Selbstvervollkommnung des Reisenden sollte das disziplinierte Berichten gleichzeitig dem Herkunftsstaat nützen, indem der Bericht das Nachahmenswerte in den politischen Strukturen ausländischer Gesellschaften beziehungsweise Informationen zu den materiellen Ressourcen, demographischen und kulturellen Gegebenheiten anderer Länder geordnet aufbereitete. Mit dem Aufkommen staatlich finanzierter wissenschaftlicher Forschungsreisen gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde der möglichst allumfassenden Wissensanspruchs des apodemischen Berichts zunehmend in fachlich spezialisierte Bahnen gelenkt (Stagl 2002). Während der Bericht einerseits zur Kommunikation von Forschungsergebnissen innerhalb von Fachkreisen diente, kam ihm andererseits angesichts des zunehmenden staatlichen Eingreifens in wissenschaftlich-akademische Infrastrukturen eine wichtige Funktion in der Lenkung öffentlicher Ressourcenverteilung zu.

Folgende Fragestellungen wollen wir in den Blick nehmen:

  • Zunächst wollen wir nach dem Spannungsverhältnis zwischen dem Bericht und dem Berichteten fragen. Welche Ökonomisierungsstrategien kommen etwa bei der Transformation von komplexen Vorgängen in die Form des Berichts zum Einsatz? Nach welchen Kriterien wird das für den Bericht Relevante ausgewählt? Welche Papiertechniken werden dabei verwendet? Und wie werden Daten, die zum Beispiel in tabellarischer Form vorliegen, in die Berichts-Form integriert, wie also wird Information aufgearbeitet? Aber auch: wie werden kleine Vorkommnisse narrativ entfaltet und ausgebreitet, etwa indem sie mit größeren Zusammenhängen in Verbindung gebracht werden oder indem die situativen Umstände Einzug in den Bericht erhalten? Wie ließe sich das Verhältnis von Komplexitätsreduktion und Komplexitätssteigerung beschreiben?
  • Als Ergebnis von Selektions-, Ökonomisierungs- und Reduzierungsverfahren lässt sich der Bericht als ‚kleine Form‘ beschreiben. Gleichzeitig bestehen komplexe Verhältnisse zwischen dem Bericht und anderen kleinen Formen, wie etwa Listen, Tabellen, Urkunden, Siegeln, Protokollen, Notizen etc. Diese diversen Formen kann der Bericht in sich aufnehmen und besticht deshalb durch seinen kompositiven Charakter. Er kann aber, anstatt sie zu integrieren, auf andere kleine Formen verweisen und hat damit auch einen referentiellen Charakter. Deshalb wollen wir zweitens die genauen Verhältnisse zwischen der Form des Berichts und anderen kleinen Formen erkunden, sowie die Funktionen, die anderen Formen und Textsorten zukommen.
  • Eine dritte Frage betrifft die Narrativität und Rhetorik des Berichtens. Wie wird Objektivität erzeugt? Wie soll (übergeordnete) Entscheidungsfindung beeinflusst werden und wo werden die Vorgaben eines nüchternen bürokratischen Stils gesprengt? Wie ist das Verhältnis von Erzählen, Beschreiben und Zählen zu einander zu fassen? Und wie äußert sich die spezifische Zeitlichkeit des Berichts, welche Strategien der Dynamisierung kommen zum Einsatz?
  • Schließlich geht es uns um die Normierung und Thematisierung des Berichtens: In welchen Formaten lernt man zu berichten? Gibt es darüber hinaus (literarische) Thematisierungen und Kritik des administrativen Berichtens? Falls ja, wie stehen sie im Verhältnis zur apodemischen Thematisierung/Kritik der Gattung des Reiseberichts? Gibt es gar Poetiken des Berichts?

Der eintägige Workshop wird am 12. April 2019 an der Humboldt Universität zu Berlin stattfinden. Besonders freuen wir uns über Beiträge, die sich mit konkreten (archivalischen) Quellen aus den Bereichen Justiz, Verwaltung und Wissenschaft befassen und diese in ihrem Vortrag anschaulich beleuchten. Es geht uns also weniger um literarische Gattungen, wie etwa die Reiseberichtsliteratur, als um Gebrauchstexte, die administratives Handeln steuern oder wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn leiten. Im Rahmen des Workshops wollen wir mit den Teilnehmenden gemeinsam einen Input-Text besprechen.

Wir bitten Vortragsvorschläge (ca. 300 Wörter) und Kurzviten bis zum 11. Januar 2019 als .pdf-Datei an lit.workshop-berichte@hu-berlin.de zu senden. Die Workshopsprache ist Deutsch; Präsentationen können ggf. auch auf Englisch vorgetragen werden.

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CfP für einen Sammelband mit dem Arbeitstitel „Fotografinnen und Filmemacherinnen schreiben“ (31.12.2018)

Call for Papers für Sammelband mit dem Arbeitstitel „Fotografinnen und Filmemacherinnen schreiben“

Deadline Abstract: 31. Dezember 2018


Im Januar 2018 erschien im Reimer Verlag, Berlin, der Band Künstlerinnen schreiben. Ausgewählte Beiträge zur Kunsttheorie aus drei Jahrhunderten, herausgegeben von Renate Kroll und Susanne Gramatzki. Die Schriften (Briefe, Essays, autobiografische Aufzeichnungen) der in diesem Band versammelten Malerinnen und Bildhauerinnen, die über ihr Leben und ihre Kunst reflektieren, haben eine ähnliche Ausdruckskraft wie das bildkünstlerische Werk selbst: Ziel des Bandes war es denn auch, (sprachlich, literarisch, stilistisch) originelle, ästhetisch anspruchsvolle Texte zu versammeln, die einen künstlerischen Eigenwert besitzen, also nicht nur als Beiwerk zum ,eigentlichen’ bildkünstlerischen Werk fungieren.

Geplant ist nun ein Folgeband, in dem die Schriften von Fotografinnen und Filmemacherinnen in Auszügen präsentiert und kommentiert werden sollen.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte bis zum 31. Dezember 2018 mit einer knappen Skizzierung des geplanten Beitrags an Renate Kroll  sowie Susanne Gramatzki. Zu gegebener Zeit, d.h. wenn alle Beiträger_innen ein (ungefähres) Konzept entwickelt haben, soll ein gemeinsames Treffen bzw. ein Werkstattgespräch stattfinden.

Allgemein zur Konzeption:

Warum wollen Künstlerinnen überhaupt schreiben, sich sprachlich ausdrücken, wenn ihnen doch die Malerei, Skulptur, Fotografie oder andere künstlerische Medien zur Verfügung stehen? Schon die bildlichen und gestalterischen Künste bieten ihnen die Möglichkeit, sich auszudrücken. Ist es wirklich notwendig, dass wir Texte von Künstlerinnen lesen oder näher studieren?

In einem Punkt scheint allgemeiner Konsens zu herrschen: Texte von Künstlerinnen aller Zeiten sind Dokumente im historischen Prozess. Sie sind Zeit-Zeugnisse, sie lassen ihre Epoche und ihre Position innerhalb dieser Epoche besser erkennen und verstehen.

Aber sie können nicht nur zum Nutzen und im Interesse eines kunsthistorischen, soziologischen oder anderen Mehrwerts ausgewertet werden: Sie sind auch ein eigenes Ausdrucksmittel, eine bewusst gewählte Ausdrucksform in einem anderen Medium. Es stellt sich daher die Frage, inwieweit Künstlerinnen in diesem „anderen“, schriftlichen Medium auch ihren künstlerischen Ausdruck gefunden haben.

Ohne eine Neubewertung herbeizwingen zu wollen, soll der Versuch gemacht werden, die Texte jener Künstlerinnen, die das Bedürfnis verspüren, sich neben ihrem primären Material auch über einen Text auszudrücken, hinsichtlich ihrer gedanklichen Originalität und poetischen Kreativität zu untersuchen. In diesem Zusammenhang kann es auch interessant sein, das sogenannte „Künstlerische“ parallel sowohl in der bildenden Kunst als auch in der sprachlich-literarischen Abfassung zu erkunden. Mit dem „Künstlerischen“ ist die spezifische „Schreibweise“, der individuelle, persönliche Ausdruck der bi-medial arbeitenden Künstlerin gemeint. Wie sich die beiden, also die textuellen und die bildlich-gestalterischen Ausdrucksformen, zueinander verhalten, ob sie sich ergänzen, durchkreuzen, beziehungslos nebeneinander stehen oder eine symbiotische Einheit bilden, soll in den einzelnen Beiträgen des geplanten Bandes diskutiert werden. Auf jeden Fall soll es Anspruch der Publikation sein, die Eigenart bzw. den Eigenwert der schriftstellerischen Arbeit einer Künstlerin, in diesem Fall einer Fotografin oder Filmemacherin, zu erkennen.

Vielleicht kann so auch ein Beitrag dazu geleistet werden, dass die Künstlerinnen-Texte in der Kunst- bzw. Literaturwissenschaft nicht mehr nur eine quantité négligeable sind: Bisher werden sie in den Wissenschaften vor allem parapiktural behandelt. “Parapiktural” ist ein Begriff von Michael Glasmeier, der den Begriff “Paratexte” von Gérald Genette aufgreift und entsprechend umformuliert. So wie also Paratexte das “Beiwerk” zum Buch sind, die das Buch erst durch Titel, Widmung, Impressum usw. zum wirklichen Buch werden lassen, so stellt sich bis heute das Verhältnis von Text und Bild dar. Der literarische (lyrische, prosaische) Text einer Künstlerin soll aber in unserer Publikation eben nicht nur als Beiwerk zu ihrem bildlichen oder gestalterischen Werk genommen werden. Der Schwerpunkt liegt, um es abschließend zu betonen, auf der „Schreibweise“ im weitesten Sinne. Der Text soll für sich selbst genommen werden, soll für sich selbst stehen können: eben als „selbständiges“ Werk.


Weitere Informationen: H-Germanistik

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CfP: „Werk und Beiwerk. Zur Edition von Paratexten“, Marbach (01.03.2019)

Call for Papers für die internationale Tagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition „Werk und Beiwerk. Zur Edition von Paratexten“ | Deutschen Literaturarchiv Marbach

Deadline Abstract: 01. März 2019 | Annahmebestätigung: Frühsommer 2019
Datum der Veranstaltung: 12.-15. Februar 2020


Werk und Beiwerk. Zur Edition von Paratexten

Die achtzehnte internationale Tagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition zum Thema „Werk und Beiwerk. Zur Edition von Paratexten“ findet vom 12. bis 15. Februar 2020 im Deutschen Literaturarchiv Marbach statt. Die Tagung ist sowohl international als auch interdisziplinär ausgerichtet. Sie will nicht nur editorisch Interessierte aus den Literatur- und Musikwissenschaften, sondern gleichermaßen Historiker, Philosophen, Theologen, Kultur‑, Theater‑, Medien- und Filmwissenschaftler ansprechen. Vorbereitet und durchgeführt wird die Tagung von Dr. Roland S. Kamzelak. Mitbeteiligt sind die Arbeitsgemeinschaft philosophischer Editionen und die Fachgruppe Freie Forschungsinstitute in der Gesellschaft für Musikforschung.

In Anknüpfung an Genettes Paratext-Verständnis (als ‚Beiwerk‘ zum Buch) stellt sich editorisch zunächst die Frage, wie mit jenen Elementen umzugehen ist, die mit dem zu edierenden Text bzw. Werk materiell verbunden sind, aber nicht seine eigentlichen Textsorten (‚Peritexte‘) bilden. Dies betrifft etwa Nachworte zu Auflagen, Werbetexte im Buch, überhaupt alle materiellen Bestandteile des Werkes als medialer Erscheinungsform (Umschlag eines Buches, Bindungen einer Handschrift, Formate, Papiere etc.), nicht zuletzt aber auch die Formen, durch die die Schriftzeichen repräsentiert werden (Layout von Handschriften- und Buchseiten, Typografie, Grafie, Farbgestaltung etc.). Sollen überhaupt – und wenn ja, wie – peritextuelle Elemente des Werkes editorisch dargestellt werden?

Auf der Ebene der ‚Epitexte‘, also jener nicht mit dem Text/Werk verbundenen Materialien wie Tagebuch- und Notizbucheinträge, Briefäußerungen oder anderer personenbezogener Materialien sowie sonstiger Verlautbarungen zum Werk (autoreigen oder fremd), stellt sich ebenfalls die Abgrenzungsfrage. Welche ‚Epitexte‘ gehören in die Edition? Stellt etwa das Ableben des Autors zu Recht die Grenze der editorischen Aufnahme von Rezeptionszeugnissen dar? Wie sollen solche Zeugnisse in der Edition dargestellt werden. Sind sie Teil der Entstehungsgeschichte oder der Rezeptionsgeschichte? Gehören sie in den Kommentar‑/Erläuterungsteil einer Edition oder an einen anderen Ort? Ist dieser Ort für die digitale Edition im Gegensatz zur Buchedition neu oder anders zu definieren? Wie unterscheiden sich solche Materialien von genuin textgenetischen Materialien, also solchen, die die jeweiligen Ausführungen des Werks zu einem bestimmten Zeitpunkt darstellen?

Beide paratextuellen Formate können zudem auf ihre auf den Einzelfall bezogene je mediale Ausprägung befragt werden: z.B. Handschrift, Buch, Ton, Film. Welche Art von editorischer Darstellung ist für je andersartige mediale Dokumente erforderlich und angemessen? Wie ist mit Medienmischungen umzugehen, z.B. bei Bild-Text- oder Musik-Text-Verschränkungen in Handschriften oder Drucken oder bei Born-digitals? Müssen Editionen für die Aufbereitung solcher oder ähnlicher Überlieferungslagen multimedial – und wenn ja, in welcher Weise – angelegt sein?

Weiter lässt sich fragen, mit welchen medientechnologischen Verfahren sich solche Gegebenheiten editorisch repräsentieren und wieder präsentieren lassen. Auch die Rolle des Verhältnisses von Archiv und Edition kann hierbei eine Rolle spielen. So zielt etwa die programmatisch gedachte Einführung des Regelwerks RDA (Resource Description and Access) im Bibliotheks- und Archivwesen auch auf das Zusammenwachsen von institutionellen Metadaten mit Editionen, wodurch ein kulturelles Semantic Web entstehen kann.

Auf theoretischer Ebene können solche Betrachtungen zu einer Befragung des Werk- und des Autorbegriffs sowie ihrer ordnungsstiftenden bzw. rahmengebenden Funktion in der Edition führen. Gattungsgrenzen als Werkspezifikum und damit als editionsformatbildend können in diesem Zusammenhang ebenfalls hinterfragt werden, insbesondere wenn sie (zugleich) medial geprägt sind.

Zu all diesen und verwandten Phänomenen sind editionswissenschaftlich ausgerichtete Referate erwünscht. Sowohl vom Einzelfall ausgehende bzw. Beispiele vorstellende als auch theoretisch oder methodisch orientierte Beiträge sind willkommen.

Die Tagung wird die bei der AG üblichen Präsentationsformate umfassen: Plenarvorträge (30 Min.), Sektionsvorträge (20 Min.) sowie Werkstattberichte und Diskussionspanels. Referatsvorschläge mit einem einseitigen Exposé werden bis zum 1. März 2019 als PDF per E-Mail erbeten an:

Dr. Roland S. Kamzelak

E-Mail: entwicklung [at] dla-marbach.de.

Über die Annahme der Referatsvorschläge befindet der Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft. Eine Benachrichtigung erfolgt bis Frühsommer 2019.


via H-Germanistik

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CfP: „Sapience. Les transformations de la sagesse dans la philosophie de la première modernité et des Lumières“, Brüssel (20.01.2019)

Call for Papers für die Tagung „Sapience. Les transformations de la sagesse dans la philosophie de la première modernité et des Lumières“ | Université Libre de Bruxelles (ULB)

Deadline Abstract: 20. Januar 2019 | Annahmebestätigung: 01. Februar 2019
Datum der Veranstaltung: 13.-14. Mai 2019


Sapience.

Les transformations de la sagesse dans la philosophie de la première modernité et des Lumières
Le Groupe de Recherche en Philosophie Moderne de l’Université Libre de Bruxelles (ULB) organise un colloque franco-anglais les 13 et 14 mai 2019 sur les sens et les devenirs de la référence à la notion de sagesse dans les philosophies du XVIIe et XVIIIe siècle. L’argument est le suivant :

Il est souvent affirmé que la notion de sagesse – qu’elle fut liée aux différentes philosophies grecques ou aux traditions monothéistes – a progressivement disparu de l’horizon philosophique à mesure que la science moderne repoussait le paradigme aristotélicien. Pourtant, le mot même de sapientia – et même de prisca sapientia chez certains – ne disparaît pas pour autant du discours philosophique, et est au contraire repris dans les langues vernaculaires, à l’image de la Weltweisheitallemande. Kant soupçonne ainsi que la science moderne n’a pas écarté mais délibérément et vaniteusement ignoré la question de la sagesse : „Nach Weisheit frägt niemand, weil sie die Wissenschaft, die ein Werkzeug der Eitelkeit ist, sehr ins Enge bringt“ (Refl. 1652). Il convient alors de se demander où et comment se maintient la question de la sagesse. La diversité des pistes devra être explorée chez les auteurs du XVIIe et XVIIIe siècle, en particulier le rapport de la sagesse aux sciences, à la délimitation du théorique et du pratique, à la question de la félicité et de vie bonne, à la sagesse divine, à une certaine lecture de l’histoire de la philosophie ou de l’histoire sacrée.

Le présent appel à contributions est destiné à compléter le programme du colloque, qui fera ensuite l’objet d’une publication comportant des articles à la fois en français et en anglais. Des propositions portant sur la philosophie du XVIIIe siècle et des Lumières seront particulièrement – mais non exclusivement – bienvenues.

Les propositions de contribution, originales, de 400 à 600 mots, devront être adressées sous la forme d’un fichier Word, au plus tard le 20 janvier 2019.

Le nom et l’affiliation de l’auteur seront précisés dans le corps de l’e-mail. Après une évaluation à l’aveugle, les décisions d’acceptation devraient être données pour le 1erfévrier 2019.

Les repas et l’hébergement (3 nuits d’hôtel du 12 au 15 mai 2019) seront couverts par l’organisation du colloque. Les frais de voyage ne pourront être pris en charge.

 

Conférenciers invités : 

Maria Rosa Antognazza(King’s College London), Alberto Frigo(Università degli Studi di Milano), Luc Langlois(Université Laval, Québec), Laurence Renault(Paris Sorbonne), Donald Rutherford(University of California, San Diego), Mathieu Terrier(CNRS Paris)

Organisation : Arnaud Pelletier

Comité scientifique: Andrea Costa (CNRS), Olivier Dubouclez (ULg),

Thierry Lenain (ULB), Dennis Vanden Auweele (KUL)


Weitere Informationen: fabula.org

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Stellenausschreibung: Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in für das Projekt »Stil: Geschichte und Gegenwart«, Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin (Bewerbungsschluss: 01.12.2018)

Am ZENTRUM FÜR LITERATUR- UND KULTURFORSCHUNG (ZfL) Berlin ist im BMBF-Forschungsprogramm »Europäische Kultur- und Wissenschaftsgeschichte« zu besetzen:

1 Stelle als Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in

100 %, Entgeltgruppe 13 TVöD (Bund)

ab 1. März 2019, zunächst befristet bis zum 31.12.2019, mit Verlängerungsmöglichkeit,

im Forschungsprojekt »Stil: Geschichte und Gegenwart«

Voraussetzung: Abgeschlossene Promotion bzw. eröffnetes Promotionsverfahren in einem geistes-, kultur- oder sozialwissenschaftlichen Fach. Neben der Projekttätigkeit wird engagierte Mitarbeit am ZfL erwartet; Kenntnisse und Kompetenzen in der digitalen Stilometrie sind erwünscht, aber keine Voraussetzung.

Wir bieten:

  • Internationales Forschungsumfeld
  • Raum für Eigeninitiative
  • Weiterbildungsmöglichkeiten
  • Universitäre Lehrmöglichkeit
  • Familienfreundliche Arbeitsbedingungen

Die Bewerbung sollte die folgenden Unterlagen enthalten:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf, Publikationsliste, Zeugnisse
  • Skizze eines möglichen Teilprojekts (Habilitation, zweites Buch) mit deutlichem Bezug zum Projekt »Stil: Geschichte und Gegenwart« (s.u.) und zu den Forschungsschwerpunkten des ZfL (4 bis 6 Seiten)
  • 2 aussagekräftige Aufsätze oder Kapitel

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung ausschließlich in elektronischer Form und in einem einzigen PDF-Dokument an Frau Prof. Dr. Eva Geulen. Das ZfL strebt eine Erhöhung des Frauenanteils an und fordert deshalb qualifizierte Frauen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung und Qualifikation bevorzugt berücksichtigt.

Die Auswahlgespräche finden voraussichtlich in der 2. Kalenderwoche 2019 statt.

Bewerbungsschluss ist der 1. Dezember 2018.

Projektbeschreibung:

Nach dem von Hans Ulrich Gumbrecht und K. Ludwig Pfeiffer herausgegebenen Band Stil. Geschichten und Funktionen eines kulturwissenschaftlichen Diskurselements (1986) schien es in den Literatur- und Kunstwissenschaften wieder still geworden um den Stil. Im Zuge der Ästhetisierung moderner Lebenswelten migrierte der Stilbegriff einerseits in soziologische Untersuchungen (Mode und lifestyles), andererseits, belebt von neuen stilometrischen Untersuchungstechniken, in Sprach- und Kognitionswissenschaften sowie die empirische Ästhetik. Aber seit einiger Zeit ist von Stil erneut die Rede, nicht zuletzt als Reaktion auf die Erosion von Ausdrucks- und Umgangsformen in den sozialen Medien und auf dem politischen Feld proliferierende Populismen. Es gibt Überlegungen zu einer (marxistischen) ›Politik‹ des Stils, sogar zu einer ›Ontologie‹. Vor diesem Hintergrund startet am ZfL 2019 ein im Forschungsschwerpunkt »Weltliteratur« angesiedeltes, aber alle drei Forschungsschwerpunkte involvierendes Langfrist-Projekt zu Geschichte und Gegenwart von Stil und Stiluntersuchungen.

Wissenschaftsgeschichtlich war Stil lange Zeit Domäne der Philologien. Stilistik stand vornehmlich im Dienst der Zuschreibung von Autorschaft und stellte seit Entdeckung von Originalität und Genie um 1800 auch Kriterien ästhetischer Bewertung bereit. Die heutigen Entgrenzungen des Stilbegriffs haben eine Vorgeschichte in der Zeit nach 1900. Als in den Künsten Stilbruch und Stilmischung erprobt wurden, erschlossen die Geisteswissenschaften dem Stilbegriff mit ›Kulturstilen‹ und ›Denkstilen‹ neue Horizonte. Das Projekt soll u.a. den folgenden Forschungsfragen nachgehen: Wie ist Stil heute noch zu fassen, und was leistet er in den Künsten, Wissenschaften und sozialen Praktiken? Wie kann Stil zwischen individuellem Autorstil und Kollektivstilen (von National- oder Epochenstilen über Kunststile bis zu Stilgemeinschaften im Internet) sinnvoll konzipiert und untersucht werden? Wie verhält sich Stil zu anrainenden, gegenwärtig wieder interessierenden und gleichfalls Kollektivität und Individualität verschränkenden Konzepten wie Rhythmus und Form? An welche Traditionen der Stilistik kann angeschlossen werden, und wie verhalten sie sich zu neuen computergestützten Untersuchungsmethoden? Welche Rolle spielt Rezeption bei der Etablierung, Identifikation und Modifikation von Stilen (Stichwort: Epigonalität im 19. Jahrhundert, ›cultural appropriation‹ heute)? Wie funktionieren Inklusion und Exklusion, Selbstbeschreibung und Fremdbeobachtung bei Stilphänomenen?


Weitere Informationen: ZfL

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CfP: „Künste der Wissenschaft – Wissenschaft der Künste“, Graz (10.01.2019)

Call for Papers für die Spring School „Künste der Wissenschaft – Wissenschaft der Künste“ | Karl-Franzens-Universität Graz

Deadline Abstract: 10. Januar 2019 | Deadline Beitrag: 05. Februar 2019
Datum der Veranstaltung: 18.-20. März 2019


Spring School
des Doktoratsprogramms »Soziologie und Geschichte der Sozial- und Kulturwissenschaften«, Karl-Franzens-Universität Graz,
Institut für Soziologie/Zentrum für Kulturwissenschaften

18. März 2019
Keynote:
Prof. Dr. Alice Lagaay
(HAW Hamburg)

Präsentationen am 19. und 20. März 2019

Eine institutionelle, diskursive und praktische Trennung von Kunst und Wissenschaft im Hinblick auf ihre jeweiligen Wirkungs- und Handlungsbereiche ist nur auf den ersten Blick als gegeben anzunehmen. Denn sie setzt zugleich eine Differenzierung von Wissenschaftler/in und Künstler/in, von Theorie und Praxis, Wissen(schaft) und künstlerischem Handeln voraus, was angesichts der engen Verhältnisse von Wissen und Künsten in unterschiedlichen Epochen in Frage gestellt werden kann. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass eine Grenzziehung zwischen Künsten und Wissenschaften nur eine Perspektive unter anderen ist. Besonders in den gegenwärtigen Diskussionen steht sie vielfach zur Disposition, wird die Beziehung zwischen Wissenschaften und Künsten allgemein in unterschiedlichsten Disziplinen und in den Künsten selbst diskutiert. Das gilt für Ansätze, die Kunst als eine Praxis (des Wissens) verstehen, bzw. Künste, die sich einer künstlerischen Forschung (i.S. v. artistic research) verschreiben ebenso, wie für Modelle, die Philosophie als Kunstform oder Kunstformen als Denkformen auffassen. Ausgangspunkt ist dabei nicht ein umfassender Ästhetikbegriff und/oder ein formalistisches Interesse an Wissenschaft, sondern ein Wissenschaftsbegriff, der Wissen auch an Erfahrung, Situationen, Körper, Erlebnis, Gemeinschaft/Kollektivität und Potentialität knüpft. Die Frage nach Trennung oder Zusammenführung von Künsten und Wissenschaft ist auch eine, die den Ästhetikbegriff im Kontext der Praxistheorien (Rancière, Reckwitz) diskutieren lässt. Welche Theoriemodelle oder Methoden ergeben sich daraus für einzelne Disziplinen? Inwiefern ist die Diskussion für die Künste selbst relevant? Wo und in welchen Formen und Spielarten fand oder findet sich künstlerische Forschung?

Die Spring School des Doktoratsprogramms „Soziologie und Geschichte der Sozial- und Kulturwissenschaften“ (DP SHSCS, https://doktoratsprogramm-geschichte-soziologie-sozialwissenschaften.uni-graz.at/de/) der Karl-Franzens-Universität Graz soll Diskussionen zu unterschiedlichen Aspekten der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft und/oder Reflexionen über eigene Wissens- bzw. Kunstpraktiken ermöglichen. Dabei interessiert nicht nur, welche konzeptuellen Fragestellungen und Begriffe hilfreich sein können, um die Komplexität einer möglichen chiastischen Beziehung zwischen Wissenschaft und Kunst angemessen zu erfassen, sondern auch, wie Erkenntnisse im Nachdenken über diese Beziehung Konsequenzen für die Praktiken (der Kunst und der Wissenschaften) selbst nach sich ziehen – sowohl innerhalb des institutionellen Bildungsrahmens wie auch darüber hinaus. Ebenso sind wissenschaftshistorische Arbeiten von Interesse, die die jeweiligen Grenzziehungsprozesse und/oder Verbindungen zwischen Wissenschaft und Kunst in der Entstehung der Sozial- und Kulturwissenschaften rekonstruieren und reflektieren.
Dieser Call richtet sich an Sozial- und Kulturwissenschaftler*innen und Künstler*nnen, an Kunstwissenschaftler*innen und künstlerische Philosoph*innen, die sich an einem Austausch zu folgenden Fragestellungen beteiligen wollen:
– Wie sahen und sehen Grenzziehungspraktiken aus, wo gab und gibt es Auflösungen der Trennung zwischen Kunst und Wissenschaft in den Sozial- und Kulturwissenschaften?
– Welche Chancen und Risiken bietet die Ästhetisierung von wissenschaftlichen Prozessen?
– Welche Chancen und Risiken bietet die Verwissenschaftlichung von künstlerischen Prozessen?
– Welche Arten von Wissen, welche Kunstfertigkeiten (i.S. des engl. ‚skill‘) und welche möglicherweise notwendigen ‚blinde Flecken‘ setzt eine jeweilige Wissenschaft oder Kunstpraxis voraus?
– Welche Modi des Handelns (z.B. aktiv oder passiv), welche konkrete methodische Praktiken (z.B. Lesen, Interpretieren, Klassifizieren, Wiederholen) und welche zeitlichen Rhythmen bzw. Geschwindigkeiten werden im jeweiligen künstlerischen oder wissenschaftlichen Kontext eingesetzt?
– Wie wird dieses Wissen (bzw. ‚Unwissen‘) verhandelt und kommuniziert?

Die vom Doktoratsprogramm „Soziologie und Geschichte der Sozial- und Kulturwissenschaften“ bereits zum achten Mal veranstaltete Spring School heißt Vortragsvorschläge von Forscherinnen und Forschern auf Master-, Doktorats- und Post-Doc-Niveau willkommen, deren Projekte den oben angeführten Überlegungen thematisch nahe stehen. Dabei kann es beispielsweise um grundlegende methodologische Überlegungen gehen, aber auch um die Vorstellungen von Projekten und Forschungen, die im beschriebenen Themenfeld angesiedelt sind. Ausgewählte Projekte werden im Rahmen der Spring School vorgestellt und von den Faculty-Mitgliedern des DP in konstruktiver Weise diskutiert. Vorschläge aus allen Fächern der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sind willkommen.

Die Spring School beginnt am 18. März 2019 mit einer Keynote von Prof. Dr. Alice Lagaay. Die 20-minütigen Präsentationen der Projekte erfolgen am 19. und 20. März 2019.

Vorschläge in der Länge von max. 500 Wörtern sind bis 10. Januar 2019 per Email an Frau Sabine List zu richten. Zudem soll auf einer Skala von 0 bis 100 angegeben werden, wie weit das Projekt bereits fortgeschritten ist. Dies dient rein der Orientierung und hat keine Auswirkungen auf die Entscheidung des Programmkomitees. Über die Auswahl ihres Beitrags werden Autor*innen binnen zwei Wochen nach Ende der Einreichfrist verständigt. Erfolgreiche AutorInnen werden gebeten, eine schriftliche Version des 20-minütigen Vortrags bis 5. 2. 2019 einzureichen.


Weitere Informationen: Karl-Franzens-Universität Graz

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Ausschreibung: FSP-Forschungsstipendien 2019, Universität Innsbruck (Bewerbungsschluss: 01.12.2018)

Bereits in einem früheren Blogeintrag hatten wir auf die FSP-Forschungsstipendien 2019 hingewiesen. Jetzt wurde die Bewerbungsfrist bis zum 01. Dezember 2018 verlängert.


FSP-Forschungsstipendien 2019

Forschungsstipendium für Docs und Post-Docs in Innsbruck Forschungsschwerpunkt „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“, Universität Innsbruck

Bewerbungsschluss: 01. Dezember 2018 (verlängerte Bewerbungsfrist)

Der Forschungsschwerpunkt (FSP) „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“ schreibt mit Unterstützung des International Relations Office der Universität Innsbruck drei Forschungsstipendien aus, die Nachwuchswissenschaftler*innen einen einmonatigen Forschungsaufenthalt an der Universität Innsbruck vom 1. Mai bis 31. Mai 2019 ermöglichen.

Ein Ziel des FSP „Kulturelle Begegnungen – Kulturelle Konflikte“ ist die Intensivierung des interdisziplinären Austausches zur Mehrsprachigkeitsforschung vor allem aus literatur- und kulturwissenschaftlicher, linguistischer, didaktischer und historischer Perspektive. Das Stipendium richtet sich an Doktorand*innen und Post-Docs, deren laufendes Forschungsprojekt im Themenbere  ich Mehrsprachigkeit angesiedelt ist.

Die Stipendiat*innen werden auf vielfältige Weise in die laufende interdisziplinäre Diskussion zu Mehrsprachigkeit zwischen Forscher*innen des FSPs eingebunden, die im Förderzeitraum zusätzlich durch die Anwesenheit von Till Dembeck (Uni Luxemburg) als Guest Professor und Cécile Wajsbrot (Berlin/Paris) als Writer in Residence der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät verstärkt wird. Im Rahmen einer eigenen Sitzung des „Kolloquium Mehrsprachigkeit“ können die Stipendiat*innen mit interessierten Forscher*innen in ein fachliches Gespräch eintreten; ein spezieller Workshop gibt Raum für ein fokussiertes, interdisziplinäres Feedback zu den Projekten der Stipendiat*innen. Daneben wird den Stipendiat*innen im Mai 2019 ein Spektrum an öffentlichen Veranstaltungen zum Thema Mehrsprachigkeit geboten; auf Wunsch können sie sich gerne in einschlägige Lehrveranstaltungen einbringen.

Reisekosten (innerhalb der EU bis zu 400 €, a  ußerhalb der EU bis zu 800 €) werden übernommen. Für die Dauer des Forschungsaufenthaltes werden Unterkunfts- und Verpflegungskosten bis zu insgesamt maximal € 1.000 getragen; eine Unterstützung bei der Wohnungssuche wird angeboten.

Voraussetzungen für die Bewerbung um ein Stipendium sind:

  • Abgeschlossenes Hochschulstudium (Diplomstudium/Master bzw. Doktoratsstudium/PhD)
  • Forschungsvorhaben zur Mehrsprachigkeitsforschung, beispielsweise aus den Literatur- und Kulturwissenschaften, der Linguistik, der Didaktik, der Geschichtswissenschaft etc.
  • Bereitschaft zur aktiven Beteiligung an interdisziplinären Diskussionen
  • Gute Deutschkenntnisse
  • Unfall- und Krankenversicherung

Folgende Unterlagen sind für die Bewerbung um ein FSP-Forschungsstipendium einzureichen:

  • Exposé des Forschungsprojekts auf 5–10 Seiten inklusive Zeitplan
  • Kurze Skizze (ca. 1 Seite) zum thematischen Arbeitsfokus für den Stipendienzeitraum
  • Lebenslauf (ggf. mit Vortrags- und Publikationsliste)
  • Kopie des Hochschul-Abschlusszeugnisses
  • Bei Doktorand*innen: (Kurz-)Gutachten (letter of reference)

Weitere Informationen:

Bitte senden Sie die genannten Dokumente bis 01. Dezember 2018 möglichst als eine pdf-Datei per E-Mail an fsp-kultur@uibk.ac.at. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an dieselbe Adresse.

Mit Annahme der Förderung verpflichten sich die Stipendiat*innen zum Verfassen eines Kurzberichts am Ende ihres Aufenthalts in Innsbruck. Es wird darauf hingewiesen, dass das Stipendium nur im genannten Zeitraum, d.h. von 1. bis 31. Mai 2019 in Anspruch genommen werden kann. Es besteht kein Rechtsanspruch auf das Stipendium.

Eva Binder, Monika Dannerer, Niels Grüne, Barbara Hinger, Birgit Mertz-Baumgartner, Brigitte Rath

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Jahrestagung: „Anna Seghers und Bertolt Brecht im Kontext literarischer Debatten“, Potsdam/Berlin (23.-25.11.2018)

„Anna Seghers und Bertolt Brecht im Kontext literarischer Debatten“ | Universität Potsdam – Campus Griebnitzsee: August-Bebel-Straße 89, Haus 6, R. S18, 14482 Potsdam | Literaturforum im Brecht-Haus: Chausseestraße 125, 10115 Berlin | Akademie der Künste: Pariser Platz 4, 10117 Berlin

Datum der Veranstaltung: 23.-25. November 2018


28. Jahrestagung der Anna-Seghers-Gesellschaft Berlin und Mainz e.V.
Anna Seghers und Bertolt Brecht im Kontext literarischer Debatten
Potsdam/ Berlin, 23. – 25. November 2018
Universität Potsdam – Campus Griebnitzsee: August-Bebel-Straße 89, Haus 6, R. S18, 14482 Potsdam
Literaturforum im Brecht-Haus: Chausseestraße 125, 10115 Berlin
Akademie der Künste: Pariser Platz 4, 10117 Berlin

 

Anna Seghers und Bertolt Brecht

Die frühe literarische Arbeit beider – geprägt u.a. von der Schule des Expressionismus, der Figur des Amoralischen oder der gemeinsamen Faszination für chinesische Philosophie und Kultur – wurde von viel Anerkennung begleitet. So erhielt beispielsweise Brecht im Jahre 1922 den renommierten Kleist-Preis, welcher 1928 auch an Seghers verliehen wurde.

Das zunehmende kulturpolitische Engagement im Sinne der marxistischen Gesellschaftstheorie schloss u.a. ihre Beteiligung an der Entwicklung der Konzeption des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller Deutschlands (BPRS) ein, wo auch jene Schichten der „linken“ Intelligenz, die bis dato von der KPD als Mitläufer oder im besten Falle als Geburtshelfer für die neue revolutionäre proletarische Kunst verstanden wurden, Aufnahme finden sollten. Beide gehörten 1932, als der Vormarsch der faschistischen Bewegung zur Machtübernahme im Alltag, in der Presse oder in Hochschulen weit vorangeschritten war, der neugewählten Bundesleitung des BPRS an. Ihre divergierenden Ansichten zur Rolle des Arbeiterschriftstellers für die sich entwickelnde proletarische Literatur brachten beide in die Debatten ein.

Ab 1933 führte diese prominente Stellung zu Verfolgung und Flucht aus Deutschland. Die vage Idee zur Gründung einer gemeinsamen Künstlerkolonie nahe Lugano blieb unerfüllt. Beide wurden zu „Passanten ihrer Zeit‟ (Max Frisch) und verbrachten ihre Exiljahre in mehreren Ländern. Während Bertolt Brecht über Prag, Paris und Skandinavien in die USA floh, fand Anna Seghers zunächst in Paris Zuflucht. Der Ausbruch des Krieges vertrieb sie bis nach Mexiko, wo sie bis 1947 blieb. In der ersten Phase des Exils waren beide Schriftsteller in die Expressionismus-Debatte involviert, die 1937 in der Zeitschrift „Das Wort“ von Alfred Kurella ausgelöst worden war. Zu dessen Behauptung, am Bekenntnis des Dichters Gottfried Benn zum Faschismus erweise sich, wie aus dem Geist des Expressionismus solches entstünde, sind Positionsbestimmungen überliefert, sowohl von Brecht als Herausgeber der in Moskau erscheinenden Zeitschrift als auch von Seghers, die in dieser Debatte von einem Gefühl des „Unbefriedigtseins“ aus mit Georg Lukács den Briefaustausch suchte. Die Beteiligung an den Exildebatten sowie ihre dezidiert antifaschistische Haltung – die sich schon früh auf eine möglichst breite Koalition aller Hitlergegner orientierte – spiegeln sich in den Arbeiten jener Jahre wider. Neben thematischen, biografischen und politischen Parallelen zeigt sich der wechselseitige Bezug durch öffentlichkeitswirksame Beiträge in den jeweiligen Exilkreisen und -zeitschriften.

Während Seghers aus dem Exil 1947 nach Deutschland zurückkehrte, erreichte Brecht im gleichen Jahr die Schweiz. Seinem Ersuchen um die österreichische Staatsbürgerschaft wurde im April 1950 stattgegeben. Beide entschieden sich schlussendlich für die neugegründete DDR als neue Heimat. Gleichwohl waren sie von der Kampagne gegen westliche Dekadenz – eröffnet in der „Täglichen Rundschau‟ im Januar 1951 – betroffen. Wie sich Anna Seghers und Bertolt Brecht in dieser und anderen Debatten positionierten, darüber soll unsere Konferenz näher Auskunft geben.

Wir danken allen Personen und Institutionen, die die Tagung ermöglicht haben, insbesondere der Universität Potsdam, Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft, der Script Buchhandlung Potsdam, dem Thalia Filmtheater in Potsdam, dem Literaturforum Berlin, der Stadt Mainz sowie der Rosa-Luxemburg-Stiftung Brandenburg e.V.

Weitere Informationen: H-Germanistik

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CfP: „Zum aktuellen Stand der Literaturwissenschaft in Zentraleuropa“, Wien (31.01.2019)

Call for Papers für die Konferenz „Zum aktuellen Stand der Literaturwissenschaft in Zentraleuropa“ | Wien

Deadline Abstract: 31. Januar 2019 | Datum der Veranstaltung: 25.-27. September 2019


Die Konferenz soll eine Plattform für den aktuellen Forschungsstand in der Literatur- und Kulturwissenschaft in Zentraleuropa bieten und Möglichkeiten aufzeigen, die Grenzen nationaler Philologien in Richtung einer Allgemeinen Literatur- und Kulturwissenschaft Zentraleuropas zu überschreiten. Dieser erweiterte Radius der Literaturwissenschaft umfasst die verschiedenen Semiosphären, die Zentraleuropa durchziehen, wie die slawische, die ungarische, die jüdische, die deutschsprachige und die italienische Kultur, und ist als übergeordneter Ansatz auch von internationalem wissenschaftlichen Interesse.

Die Tagung soll einen Überblick über verschiedene methodische Ansätze zu aktuellen Themen und Problemen sowohl innerhalb der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft als auch innerhalb der verschiedenen nationalen Philologien herstellen. Daraus folgende konkrete Fragestellungen könnten beispielsweise sein, ob mit Traditionen, Konventionen oder Innovationen der Bohemistik ungarische Literatur – oder umgekehrt – untersucht werden kann, ob nicht Methoden der Slowakistik für die österreichische Germanistik von Nutzen sein könnten, ob nicht „typisch“ italienische Semiotik in der polnischen Literaturwissenschaft aufgegriffen wurde – und umgekehrt -, welche Bedeutung Rezeptionsästhetik, Fiktionstheorie oder Narratologie, wie sie im deutschen Sprachraum besonders beliebt waren oder sind, ihrerseits für die italienische Literaturwissenschaft hat.

Im Mittelpunkt sollen also die Frage, aber auch das Ziel der Vernetzung stehen, so dass Bohemistik, Hungarologie, Polonistik und Italianistik, Germanistik, Slowakistik, Slowenistik und Kroatistik näher zueinanderfinden können.

Weitere Aspekte der Konferenz werden sich dem in Zentraleuropa teilweise noch jungen Forschungszweig der postcolonial studies mit Fragen von Dominanz und Kontinuität widmen (z.B. deutsche Kultur der Habsburger vs. russische Kultur der Sowjetunion) sowie aktuellen Theorien wie dem Pulsieren der Literatur und dem synoptischen Zugang.

Die Tagung wird zu Ehren des 65. Geburtstags von Univ.-Prof. Dr. Norbert Bachleitner veranstaltet – von der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien in Kooperation mit der Dokumentationsstelle für ost- und mitteleuropäische Literatur, dem Wiener Büro des Peter Lang Verlags und dem Wiener Verein für Komparatistik. Die Veranstaltung wird die WissenschaftlerInnen der österreichischen Nachbarländer einbeziehen wie Tschechien (dessen Literatur sich in Zentraleuropa einer besonderen Beliebtheit erfreut), Slowakei, Ungarn, Rumänien und Slowenien, zudem selbstverständlich Polen, Italien und die Schweiz, aber auch die „kleineren“ Literaturen und die der nationalen Minderheiten. Der Abendvortrag des 25.09. wird von Aage A. Hansen-Löve gehalten werden.

Als Bezugspunkte für eine zentraleuropäische Literatur- und Kulturwissenschaft bieten sich Umberto Eco und Moritz Csáky an; jedoch gibt es zahlreiche Traditionslinien und Strömungen, seien es die von Dionýz Ďurišin oder Oskar Čepán, die des Cercle linguistique de Prague, die Rezeptionstheorie von Ernő Kulcsár-Szabó, die literarische Kommunikation von M. Głowiński in Polen oder die semiotische Schule von Nitra.

Die Vorträge der Konferenz können sowohl in den großen westlichen Sprachen gehalten werden wie auch auf Polnisch, Ungarisch oder einer der anderen zentraleuropäischen Sprachen bis hin zu russischen Beiträgen, die gerade für postcolonial studies in Zentraleuropa wichtig zu werden versprechen. Übersetzungen, wenn auch nicht von jeder in jede Sprache, sollen verfügbar sein, da die Sprachenvielfalt der Vergleichenden Literaturwissenschaft mindestens wahrnehmbar werden soll, indem das für Zentraleuropa charakterisierende Kaleidoskop der Sprachen nicht nur sicht- und hörbar, sondern auch kreativ fruchtbar gemacht wird, als Dokument und Impuls für eine vielsprachige Literatur- und Kulturwissenschaft.

Gerne laden wir zu einer Teilnahme an der Konferenz ein – Interessierte senden bitte bis 31.01.2019 ein kurzes Abstract von ungefähr 3000 Zeichen samt kurzen biografischen Angaben an Stephan-Immanuel Teichgräber. Das Abstract kann in einer beliebigen zentraleuropäischen Sprache verfasst werden, wir bitten jedoch eine Übersetzung in englischer oder deutscher Sprache beizulegen. Für die Publikation wird angedacht, zu jedem Originalaufsatz eine deutsche Übersetzung abzudrucken. Eine Förderung von Reise- und Übernachtungskosten ist leider nicht möglich, hingegen muss eine moderate Konferenzgebühr von 50 Euro eingehoben werden.

Achim Hölter/ Stephan-Immanuel Teichgräber

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CfP: „Affective Realisms“, Berkeley (15.12.2018)

Call for Papers für die interdisziplinäre Konferenz „Affective Realisms“ | University of California, Berkeley

Deadline Abstract: 15. Dezember 2018


27th Annual Interdisciplinary German Studies Conference
at the University of California, Berkeley

Affective Realisms
Call for Papers

In a 1930 manifesto for the New Objectivity, Cologne journalist Frank Matze denounced nineteenth-century realism not for sobriety or reactionary politics, but for sentimentality: the poetic realist mixed affects with objects, filtered things through his “soul’s domain of feeling,” and replaced their coldness with the “warmth of his own heart.” The new art, Matze proclaimed, should be sachlich: objective but also sober, free of the contaminating tepidness of feeling. Today, our feelings about “objectivity” are more mixed. We often think of realism as a reactionary gesture, circumscribing all that is possible within the limits of the status quo. But recent developments in critical theory, philosophy, and literary studies have mobilized affect and reality in surprising new configurations. Scholars such as Eve Kosofsky-Sedgwick, Brian Massumi, Sarah Ahmed, Jane Bennett, and Mel Y. Chen have figured affect as something very “real” in itself, a non-subjective force that gives form to bodies at once material, social, and political. As contemporary theorists return to the question of realism after the linguistic turn, affect is never far away.

For the 2019 Interdisciplinary German Studies Conference, we invite submissions from a wide range of fields that attend to the relation between affects and realisms or the real. What historical configurations has this relation taken? In what formal structures (genres, modes, linguistic forms) do affective realisms manifest themselves in texts and other cultural objects? How can we take up recent work in gender and queer theory, feminist and postcolonial studies and critical race theory in order to investigate the roles affective realisms play in systems of oppression or movements of emancipation? What are the promises and dangers of affect and realism in a scholarly atmosphere situated between aspirations toward post-human philosophies and the threat of a post-truth public sphere?

Submissions: Please send 300-word abstracts and a brief bio to berkeleygermanconference@gmail.com by December 15th, 2018. We welcome proposals that engage these questions from different disciplinary backgrounds and theoretical traditions, including but not limited to literary studies, art history, music, architecture, language pedagogy, history, linguistics, film and media studies, theater and performance studies, geography, philosophy, translation, critical theory, and anthropology.

Papers might address, but are by no means limited to, the following topics:

  • Marxisms (reification, alienation, Frankfurt School, Freudomarxisms)
  • Genres and modes such as melodrama, lyric, tragedy, satire, or romance
  • Affect in late capitalism (emotional labor, the “waning of affect”)
  • Periods and movements (the early modern, Sturm und Drang, Romanticism, bourgeois realism, Expressionism, Bauhaus, Neorealisms and New Waves, “hysterical realism”)
  • Performance studies (embodiment, dance, oral traditions)
  • Mass culture (popular art forms, Proletkult, political propaganda)
  • Media theory (the spectator, the index) and old or new media forms (video games, Netflix, social media)

via H-Germanistik

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