Kant und die Neurowissenschaften

Was in der Ästhetik seit 200 Jahren diskutiert wird, haben nun auch NeurowissenschaftlerInnen herausgefunden: Eine neuropsychopharmakologische Forschergruppe der Erasmus-Universität in Rotterdam hat auf dem ECNP-Kongress, der vom 17. bis 20. September in Wien stattfand, eine Pilotstudie vorgestellt, der zufolge ein zentraler Aspekt der Kantschen Kritik der Urteilskraft (1790) empirisch feststellbar ist.

In der Studie wurde untersucht, ob das Gehirn unterschiedliche Reaktionsmuster beim Betrachten von Bildern aufweist, je nach dem, ob den Betrachtenden bewusst ist, dass es sich um das Abbild eines realen Gegenstandes handelt oder um ein Kunstwerk. ProbandInnen zeigten tatsächlich deutliche Unterschiede in ihrer emotionalen Reaktion, abhängig davon, welche begleitenden Informationen ihnen zu den betrachteten Bildern geliefert wurden. Der Leiter der Forschergruppe, Noah van Dongen, fasst zusammen:

“When we think we are not dealing with reality, our emotional response appears to be subdued on a neural level. This may be because of a tendency to ‘distance’ ourselves from the image, to be able to appreciate or scrutinize its shapes, colours, and composition instead of just its content. We know that our brains may have evolved with ‘hard-wired’ mechanisms that allow us to adjust our response to objects depending on the situation. What this work indicates, is that Kant’s two century old theory of aesthetics, where he proposed that we need to emotionally distance ourselves from the artwork in order to be able to properly appreciate it, might have a neurological basis and that art could [sic] useful in our quest to understand our brain, emotions, and maybe our cognition.”

Eine ausführliche Darstellung der Forschungsergebnisse finden Sie in der Pressemitteilung des European College of Neuropsychopharmacology, die über idw verbreitet wurde.

Veröffentlicht unter Aus der Forschung | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Tagung: „Formen des Politischen. Diderots Virtuosität und ihre Rezeption im deutschsprachigen Raum (1746-2016)“, Luzern (06.-08.10.2016)

Formen des Politischen. Diderots Virtuosität und ihre Rezeption im deutschsprachigen Raum (1746-2016) |  Universität Luzern

Datum der Veranstaltung: 6.-8. Oktober 2016

Denis Diderots Entwicklung als Schriftsteller ist geprägt von einer permanenten formalen Überbietung. Diese unablässige Suche nach immer wieder neuen Schreibweisen ist nicht nur Ausdruck einer beeindruckenden ästhetischen Raffinesse, sondern auch ein konstitutives Element seiner zum Teil dezidiert politischen Anliegen. Der verbreiteten Tendenz etwa, Komplexität zu reduzieren, anstatt sie anzuerkennen, wirkt Diderot buchstäblich mit allen verfügbaren sprachlichen Mitteln entgegen. Ebenso deutlich steht das virtuose Spiel mit Formen bei ihm im Dienst der Einsicht in epistemische Grenzen. Und nicht zuletzt kann die unübersehbare Inszenierung von Sprachmaterial als eine konsequente Parteinahme für die materiellen Bedingungen des Bewusstseins und des Erkenntnisprozesses ausgewiesen werden.

Es ist heute unbestritten, dass Diderot innerhalb der Philosophie der Aufklärung eine wichtige Position zukommt. Unangefochten ist seine Bedeutung als Enzyklopädist, als Erkenntnistheoretiker oder Metaphysikkritiker. Kontroverser fällt hingegen das Urteil über seine Bedeutung als politischer Denker aus, und selten wurde sein Beitrag zur politischen Philosophie – jenseits der Frage nach Konzepten und Programmen – über seinen Stil und sein gekonntes Spiel mit verschiedenen Textgattungen fokussiert. Macht man sich aber auf der Ebene der Form auf die Suche nach dem Politischen, kommen unweigerlich auch Diderots im engeren Sinne literarische Werke in den Blick, die in der Forschung zum Philosophen Diderot oft vernachlässigt wurden. Das heisst, die herkömmlichen Grenzen zwischen Philosophie und Literatur müssen überschritten werden.

Genau das soll in der geplanten Tagung versucht werden, wobei ein besonderes Augenmerk der Rezeption von Diderots politischen Schreibweisen im deutschen Sprachraum gelten soll; jener Rezeption, die 1746 mit dem Skandal der Pensées philosophiques begann, im 18., 19. und 20. Jahrhundert verschiedene Konjunkturen erlebte und bis in die Gegenwart des Jahres 2016 andauert: Diderot ist ein zentraler Akteur im Projekt der Moderne und „ein Kompagnon des 21. Jahrhunderts“ (Michel Delon).

Vor diesem Hintergrund ergeben sich (unter anderen) die folgenden Fragen, die unter verschiedenen Perspektiven beleuchtet und diskutiert werden sollen: Wie verhalten sich Form und Inhalt, Ausdruck und Aussage zueinander? Wie findet in den vielfältigen Schreibweisen Diderots ein Anliegen Ausdruck, das sich nicht anders vermitteln lässt als eben durch die verwendeten sprachlichen und literarischen Mittel? Wie wurde die politische Semantik der Diderot’schen Formensprache in den vergangenen 250 Jahren im deutschen Sprachraum (produktiv) rezipiert? Welche Vorstellung von Subjekt, Freiheit und Demokratie werden im Stil Diderots – und demjenigen seiner „Nachfahren“ im Projekt der Moderne – vorgeschlagen und umgesetzt?

Kontakt:

Prof. Dr. Christine Abbt / Susanne Schmieden M.A.
SNF-Förderungsprofessur für Philosophie
Universität Luzern
Frohburgstrasse 3
6002 Luzern

via H-Germanistik – dort finden Sie auch das Programm der Verantstaltung. Siehe dazu auch hier.

Veröffentlicht unter Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

Tagung: „Fakten, Fiktionen und Fact-Fictions“, Salamanca (03.-05.10.2016)

Fakten, Fiktionen und Fact-Fictions – Binationale Tagung | Universidad de Salamanca

Datum der Veranstaltung: 3.-5. Oktober 2016

Gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA)

Programm

Montag, 3. Oktober 2016

09.00 Uhr Eröffnung der Tagung
Prof. Dr. Vicente González Martín, Decano de la Facultad de Filología de la Universidad de Salamanca
Prof. Dr. Jens Roselt, Dekan des Fachbereichs Kulturwissenschaften und Ästhetische Kommunikation der Stiftung Universität Hildesheim
Prof. Dr. Manuel Montesinos Caperos, Catedrático del Área de Filología Alemana de la Universidad de Salamanca
Marc Reznicek, Leiter des DAAD-Informationszentrums, Madrid
Prof. Dr. Patricia Cifre Wibrow (Universidad de Salamanca), Prof. Dr. Arno Gimber (Universidad Complutense de Madrid), Prof. Dr. Toni Tholen (Universität Hildesheim)

09.30 Uhr Prof. Dr. Marisa Siguan (Universitat de Barcelona)
Fakten, Spuren und Autofiktion bei Hertha Müller und Max Aub

10.15 Uhr Prof. Dr. Michael Pfeiffer (Universitat Pompeu Fabra de Barcelona)
Zur falschen Zeit am falschen Ort: Literarische Zeugnisse des Unrechts

11.00 Uhr Pause

11.30 Uhr Prof. Dr. Toni Tholen (Universität Hildesheim)
Facetten autofiktionalen Schreibens seit den 1970er Jahren – die Automelanchographie

12.15 Uhr Dr. Jennifer Clare (Universität Hildesheim)
Autofiktionale Grenzgänge. Peter Weiss‘ Notizbücher 1971-1980 als poetologisches und lebenskulturelles Experiment zwischen Fakt und Fiktion

13.00 Uhr Pause

13.15 Uhr Prof. Dr. Dolors Sabaté (Universidad de Santiago de Compostela)
Fakten und Fiktionen: Zu den autobiographischen Schriften von Kasimir Edschmid

14.00 Uhr Mittagspause

17.00 Uhr Prof. Dr. Ana Ruiz (Universidad Autónoma de Madrid)
Autobiografisches Schreiben und Interkulturalität als ästhetisches Projekt: Der Fall Jorge Semprún

17.45 Uhr Prof. Dr. Patricia Cifre Wibrow (Universidad de Salamanca)
Literaturkritische Reaktionen auf Binjamin Wilkomirskis und Marcos Anas autobiographische Fälschungen – Was sie verraten

18.30 Uhr Pause

19.00 Uhr Prof. Dr. Andreas Hetzel (Universität Hildesheim)
Zur Unterscheidung von Fakten und Fiktionen. Anmerkungen zu einer politischen Ästhetik

20.00 Uhr Gemeinsames Abendessen

Dienstag, 4. Oktober 2016

09.30 Uhr Prof. Dr. M. Loreto Vilar (Universitat de Barcelona)
“als eine hohe Behörde aus unerfindlichen Gründen beschloß“. Zu Angela Rohrs Kafkaisierung der Faktualität in Der Vogel

10.15 Uhr Prof. Dr. Teresa Vinardell Puig (Universitat Pompeu Fabra de Barcelona)
„Der Papa erlebt was und macht Geschichten daraus“. Überlegungen zu Peter Henischs Die kleine Figur meines Vaters

11.00 Uhr Pause

11.30 Uhr Prof. Dr. Manuel Maldonado Alemán (Universidad de Sevilla)
Schreiben im Rückblick. Zum historisch-fiktionalen Erzählen bei Tanja Dückers

12.15 Uhr Prof. Dr. Anna Montané Forasté (Universitat de Barcelona)
Mit Fotos aus der Kindheit. Zu Judith Schalanskys Blau steht dir nicht und Angela Kraußʼ Eine Wiege

13.00 Uhr Pause

13.15 Uhr Dr. Juan Manuel Martín (Universidad de Salamanca)
Walser, Degen, Forte und Buhl: die Kindheit aus einer späten Perspektive

14.00 Uhr Mittagspause

17.00 Uhr Prof. Dr. Jörg Paulus (Bauhaus-Universität Weimar)
Intensive Wortwechsel. Brief, Telefon, Email und andere Fact/Fiction- Umwandlungsstationen

17.45 Uhr Prof. Dr. Miriam Llamas Ubieto (Universidad Complutense de Madrid)
Räume der Fact-Fictions in elektronischer Literatur

18.30 Uhr Pause

19.00 Uhr Dr. Volker Pietsch (Universität Hildesheim)
Kratzer und Lichtspiele – Zu den scheinbar widersprüchlichen Verfahren der Simulation von Authentizität im spanischen Film

20.00 Uhr Gemeinsames Abendessen

Mittwoch, 5. Oktober 2016

09.30 Uhr Prof. Dr. Manuel Montesinos Caperos (Universidad de Salamanca)
Fakten und Fiktionen in Günther Weisenborns Drama Klopfzeichen

10.15 Uhr Prof. Dr. Jens Roselt (Universität Hildesheim)
Aufgeführte Biografien – Strategien im zeitgenössischen Erzähltheater

11.00 Uhr Pause

11.30 Uhr Prof. Dr. Arno Gimber (Universidad Complutense de Madrid)
Wirklichkeitsbeschreibung und Wirklichkeitsfälschung im postdramatischen Dokumentartheater

12.15 Uhr Prof. Dr. Brigitte Jirku (Universitat de València)
Das Dokument – zwischen Fakt und Fiktion: Das „neue Dokumentartheater“ und der NSU-Prozess

13.00 Uhr Pause

13.15 Uhr Dr. Johanna Vollmeyer (Universidad Complutense de Madrid)
Das Ende der “schmerzfreien konsumierung“. Intermedialität als Fusion von Fakt und Fiktion bei Elfriede Jelinek

14.00 Uhr Mittagspause

17.00 Uhr Dr. Andrea Hübener (Technische Universität Braunschweig)
Erschriebene Wirklichkeit. Bettine von Arnim: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde

17.45 Uhr Prof. Dr. Christian Schärf (Universität Hildesheim)
Das Überbewusste. Geschichte als narratives Reinactment

18.30 Uhr Pause

18.45 Uhr Diskussionsrunde über Forschungsperspektiven und Anschlussprojekte

20.00 Uhr Tagungsende

Kontakt Universidad de Salamanca:
Prof. Dr. Patricia Cifre Wibrow
wibrow@usal.es

Kontakt Universität Hildesheim:
Prof. Dr. Toni Tholen
tholen@uni-hildesheim.de
Dr. Jennifer Clare
jennifer.clare@uni-hildesheim.de

Kontakt Universidad Complutense de Madrid:
Prof. Dr. Arno Gimber
agimber@filol.ucm.es

via H-Germanistik

Veröffentlicht unter Veranstaltungen | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Konferenz: „Bestiarium Human and Animal Representations“, Verona (28.-30.09.2016)

Bestiarium Human and Animal Representations – International PhD Conference | Universität Verona

Datum der Veranstaltung: 28.-30. September 2016

The PhD School of Humanities of the University of Verona is organising the international trans-disciplinary Conference “Bestiarium. Human and Animal Representations” which will take place from the 28th to the 30th September 2016.
From Aristotle’s philosophy to the Medieval Bestiaries, from the ancient fables to the works of artists such as Damien Hirst, Joseph Beuys and Bill Viola, through George Orwell’s Animal Farm and Die Verwandlung by Franz Kafka, the animal and its various representations have always played a lead role in the cultural production of human kind.
In the last decades, however, new achievements in fields such as Ecology and Cognitive Ethology have created the social need to deeply reconsider the ethical status of animals. From a theoretical point of view, these peculiar social demands have imposed an interpretative shift in the Humanities, leading to the so-called “Animal Turn” in cultural studies (Harriet Ritvo, “On the Animal Turn”, 2007). This theoretical turn raised some fundamental questions about human-animal relationships, otherness, the ontological status of animals and the meaning of humanity and animality. As a result, the traditional epistemological categories of Humanities have been called into question. Indeed, if on the one hand the contribution of scholars such as Jacques Derrida (L’Animal que donc je suis, 2006), Giorgio Agamben (L’Aperto: l’uomo e l’animale, 2002), Cora Diamond (The Realistic Spirit, 1991), and J. M. Coetzee (The lives of Animals, 1999) has allowed to dismiss the conception, typical of the Enlightenment, according to which “animals were mere blank pages onto which human wrote meaning” (Erica Fudge, “The History of Animals”, 2009), on the other hand, it has demonstrated a substantial inability to abandon the anthropocentric point of view which has always characterized the discourse on animals.
Hence the need to overcome the traditional tendency to read the animal merely as a symbol, a metaphor or an allegory, whose only purpose is that of representing and negotiating human power relations of race, class, and gender. This new perspective allows the adoption of a critical attitude capable of shortening the ontological distance between the human and the animal, referring to a phenomenological dimension in which the two elements are different, but equally possible, modes of corporeality of a particular form of animality.
The international trans-disciplinary Conference “Bestiarium. Human and Animal Representations” intends to give a contribution to this debate by focusing on texts and discursive practices which reveal the epistemological and cultural dynamics structuring the representation of the animal.
The human-animal relationship has always been characterised by a wide net of interactions and exchanges. The aim of the Conference will be to rethink the very nature of humanity through animality – considering all the various meanings that this term can acquire – in order to highlight diversity and to find a new sense of the human and of the animal.

via H-Germanistik – dort finden Sie auch das vollständige Programm der Veranstaltung.

Veröffentlicht unter Veranstaltungen, Vermischtes | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

CFP: ACLA Panel 2017: Hans Blumenberg’s Ambiguities, Utrecht (23.09.2016)

Call for Papers for ACLA Panel 2017: Hans Blumenberg’s Ambiguities, Utrecht

Organizer: Hannes Bajohr (h.bajohr@columbia.edu)

Proposed seminar for the 2017 Annual Meeting of the American Comparative Literature Association (ACLA) in Utrecht, The Netherlands (July 6-9, 2017)

In the Anglophone world, Hans Blumenberg’s The Legitimacy of the Modern Age still defines his status as an intellectual historian. However, such an interpretation overlooks Blumenberg as a philosopher in his own right. If one wanted to tie together the different strands of his thought, one might call him a theorist of ambiguity. This stance can be seen in his theory of non-conceptuality and in his contribution to aesthetics, both of which are informed by what Blumenberg calls “historical phenomenology.”

If Blumenberg probed metaphor’s legitimacy in his Paradigms for a Metaphorology, he later expanded this approach to include other forms of linguistic ambiguity in his Theory of Non-conceptuality. It has an ontological basis: Blumenberg asserts in his Habilitation that concept presupposes a reality that can be fully mastered. Non-conceptuality (not unlike Adorno’s non-identity), on the other hand, is the result of the “perplexity” that arises from the failed Cartesian ideal of complete expressibility.

This ontology has ramifications for the interpretation of Blumenberg as philosopher of aesthetics. The aesthetic object is equally defined by its ontological ambiguity and its non-objectivity, but aesthetics suffers from the burden of precision demanded by any theory. “Aesthetics sets theoretical objectivation as a model,” and thus similarly fails, as Blumenberg claims in his essay “Socrates and the objet ambigu.”

Both linguistic ambiguity of meaning and the ontological ambiguity of the aesthetic object are explained by the “metakinesis” of historical “concepts of reality.” This is what Blumenberg calls “historical phenomenology.” The implicit characterization as “real” or “unreal” shapes any confrontation with art, and literature, but it also determines the historical views of expressibility, Blumenberg writes in “The Concept of Reality and the Possibility of the Novel.” It is one goal of his “historical phenomenology” to map the latitude of this ontological variability; it is a meta-aesthetics as much as a meta-theory of language.

This seminar intends to bring these three topics into dialogue, and confront them with current themes in aesthetics, language theory, and historical epistemology. The goal is to introduce and expand on the lesser-known Blumenberg.

Proposals are welcome that deal closely with Blumenberg’s writings. Systematic reconstruction and historical contextualizations are encouraged, and participants are invited to show how Blumenberg’s thought may be applied to contemporary debates.

Possible topics include:

  • literary and philosophical realism
  • aesthetic theory and ontology
  • historical epistemology
  • deviant hermeneutics
  • theories of meaning and language
  • theories of metaphor and concept

Please submit 300-word proposals for twenty-minute papers through the ACLA portal (http://acla.org/seminars) during the submission period (Sept. 1 – Sept. 23).  Interested individuals are encouraged to contact the seminar organizers by email with inquiries. Seminar organizers will review all submitted papers and propose their rosters to the ACLA by Sept. 30. The ACLA Program Committee will review all submitted seminars for consideration for inclusion in the program in October.

via H-Germanistik

Veröffentlicht unter Calls for Papers | Verschlagwortet mit | Kommentar hinterlassen

Blog-News für die Lateinamerikanistik

Wir sind nicht die einzigen, die im Rahmen eines Fachinformationsdienstes einen Blog betreiben. LateinamerikanistInnen werden von nun an auch fachbibliothekarisch im Web 2.0 betreut:

Die KollegInnen vom FID Lateinamerika, Karibik und Latino Studies am Ibero-Amerikanischen Institut in Berlin haben am 26. August ihre Arbeit aufgenommen. Unter https://fidblog.iai.spk-berlin.de/ heißt es nun willkommen…

… im neuen Blog des Fachinformationsdienstes Lateinamerika, Karibik und Latino Studies. Hier finden Sie in Zukunft Neuigkeiten aus der Bibliothek des Ibero-Amerikanischen Instituts, Informationen für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Nachrichten aus Lateinamerika und der Welt und manchmal auch Kuriositäten. Wir freuen uns, Sie als regelmäßige Leser und Leserinnen zu gewinnen !

Ursprünglichen Post anzeigen

Veröffentlicht unter Bibliotheksnachrichten, Online-Quellen | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Tagung „Körper, Gedächtnis, Literatur in (post-)totalitären Kulturen“, Berlin (05.–07.10.2016)

Körper, Gedächtnis, Literatur in (post-)totalitären Kulturen

Ort: ZfL, Schützenstr. 18, 10117 Berlin, 3. Et., Trajekte-Tagungsraum

Datum: 05.10.2016 – 07.10.2016

Eine Tagung in Kooperation mit dem Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin und der Friedrich-Schlegel-Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien der Freien Universität Berlin

Organisiert von Susanne Frank (HU) und Franziska Thun-Hohenstein (ZfL)

Durch die jüngsten politischen Entwicklungen im postsowjetischen Raum haben gedächtnistheoretische Fragen neue Brisanz und Aktualität gewonnen. Auf den »Trümmern des Sozialismus« (Svetlana Aleksievič) stehen Diagnosen der Traumatisierung und nostalgisch affektive Bindungen an die verlorene Ordnung einander schroff gegenüber und konkurrieren doch gleichermaßen mit den vielfach von staatlicher Seite installierten einheitlichen Geschichtsnarrativen. Während hier das kulturelle Gedächtnis – einschließlich der Erinnerung an die Terror- und Gewaltpraktiken unter Stalin – nach wie vor primär »Arena der Politik« (H. Welzel) ist, steht die bis heute anhaltende Konjunktur des Gedächtnisbegriffs in den westlichen Literatur- und Kulturwissenschaften vorwiegend im Zeichen der Shoah. Diese Fokussierung brachte es mit sich, dass die zentralen gedächtnistheoretischen Konzepte, Begriffe und Leitfragen (wie etwa Zeugenschaft, Trauma und Traumabewältigung, Körper und Gedächtnis) am Material einer Auseinandersetzung mit dem Holocaust ausgearbeitet wurden.
Der »Historikerstreit« um die Frage nach der Singularität des Zivilisationsbruchs der Shoah bewirkte zwar in den Geschichtswissenschaften eine Akzentverschiebung auf stärker vergleichende Forschungen zu den Terror- und Gewaltpraktiken des 20. Jahrhunderts. Eine Einbeziehung ost- und südosteuropäischer literarischer Formen und Darstellungsweisen in die literatur- und kulturwissenschaftlichen Debatten war aber keineswegs selbstverständlich. Noch 2005 gab Jorge Semprún seiner Hoffnung Ausdruck, dass in zehn Jahren die Erfahrung des GULag »in unser kollektives europäisches Gedächtnis eingegliedert« worden sei und neben die Bücher von Primo Levi, Imre Kertész oder David Rousset auch die Erzählungen aus Kolyma von Varlam Šalamov gerückt seien.
Ausgehend von dieser Beobachtung bietet die Tagung den Rahmen, sich den konzeptionellen Herausforderungen der Gedächtnisdebatte in den ost- wie westeuropäischen Literatur- und Kulturwissenschaften zu stellen. Ein wesentlicher Faktor ist dabei der sich vollziehende Generationenwechsel. Das Verstummen der Generation der Überlebenden (der Zeugen) und das Auftreten postmemorialer Schreibweisen erlauben einen neuen Blick, auch auf scheinbar abgearbeitete Problemfelder, wie etwa: das Verhältnis von Dokument und Fiktion in der Literatur (im Anschluss an oder in Abgrenzung von Poetiken der künstlerischen Avantgarden); das in Bezug auf den Film von A. Landsberg aufgebrachte Konzept der prosthetic memory; die Frage nach der transgenerationellen Wirksamkeit von Traumatisierung und dem Mechanismus des transgenerationellen Gedächtnisses; sowie die Frage nach dem Körper als einem Ort der Einschreibung des Gedächtnisses.

Vor dem Hintergrund dieser komplexen Problemlage will die Tagung den Fokus insbesondere auf den Körper richten: als Gedächtnismedium und Speicher von Überlebenswissen an der Schwelle zwischen persönlicher Erfahrung und öffentlich sichtbarem (oder auch verdrängtem) Geschichtswissen; als Ort der Einschreibung von Gewalt und Leiden, die sich der Erinnerung entziehen (M. Blanchot); als Träger der Spuren von Traumatisierung bzw. als »Narbenschrift« (D. Kamper /Ch. Wulf). Gefragt werden soll nach den Konsequenzen aus der »Physiologisierung des Gedächtnisses« für das literarische Schreiben, ein Zusammenhang, den beispielweise Šalamov zum Ausgangspunkt für seine Suche nach einer Sprache über das Geschehen im GULag machte:
»Alles wird an der Seele überprüft, an ihren Wunden, alles wird am eigenen Körper überprüft, an seinem Gedächtnis, das in den Muskeln, in den Armen sitzt und manche Episoden wieder auferweckt. Ein Leben, an das man sich mit dem gesamten Körper erinnert, nicht nur mit dem Gehirn. Diese Erfahrung ans Licht zu bringen, wo das Gehirn dem Körper zur unmittelbaren realen Rettung dient, und der Körper wiederum dem Gehirn, in dessen Windungen er Sujets aufbewahrt, die man besser vergessen sollte.« (Varlam Šalamov, 1972)
Eine auf diese Weise gewendete Frage nach dem Körper als Gedächtnisort akzentuiert die kulturanthropologische Perspektive auf das allgemeiner verstandene »Körper-Drama« (Renate Lachmann) neu.

Programm und Kontaktdaten sind auf der Veranstaltungswebsite zu finden.

Veröffentlicht unter Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , | Kommentar hinterlassen

CfP: „Frankreich als Gastland der deutschsprachigen Emigration zwischen 1933 und 1940“, Paris (01.01.2017)

Call for Papers für die 8. Zweijahrestagung der Internationalen Feuchtwanger-Gesellschaft: „Frankreich als Gastland der deutschsprachigen, insbesondere der deutsch-jüdischen und österreichisch-jüdischen Emigration zwischen 1933 und 1940: Formen und Medien öffentlicher Erinnerungskultur“ | Paris

Mit Unterstützung der Fondation pour la Mémoire de la Shoah.

In Kooperation mit dem Centre de Recherches et d’Etudes Germaniques (CREG) in Montpellier, dem Centre d’Etudes Germaniques Interculturelles de Lorraine (CEGIL) in Metz und dem Centre d’Etudes des Relations et Contacts Linguistiques et Littéraires (CERCLL) in Amiens

Deadline Abstract:
1. Januar 2017
Datum der Veranstaltung: 12.-14. Oktober 2017

„Eine […] öffentliche Erinnerungskultur stellt sich nach beschämenden oder traumatischen Ereignissen in der Regel erst nach einem zeitlichen Intervall […] ein.“ (Aleida Assmann)

Während es in Frankreich zahlreiche Erinnerungsorte (cf. Pierre Nora) zum deutsch-französischen Verhältnis in der Zeit der Vichy-Regierung und des besetzten Frankreich gibt, scheint die Zeit davor, die Zeit, in der Frankreich zahlreichen Exilanten als Zufluchtsort diente, im kollektiven Gedächtnis der französischen Bevölkerung weniger tief verankert zu sein, obwohl es sich kaum um traumatische Geschichtserfahrung handeln kann. Initiativen wie die der Gemeinde Sanary-sur-mer bleiben die Ausnahme und die Bewahrung der Erinnerung an diese Zeit bleibt weitgehend der Forschung vorbehalten, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland. Während das Hotel Lutetia den meisten Parisern als Zentrale der deutschen Abwehr und Gegenspionage in der Besatzungszeit bekannt ist, wird sich kaum jemand daran erinnern, dass es seit 1935 auch dem „Ausschuss zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront“ als Sitzungsort diente und unmittelbar nach Kriegsende als Auffangstation überlebender KZ-Insassen umfunktioniert wurde.
Die Erinnerung an vergangene Epochen sowie auch das Bild, das sich die Nachwelt von einer bestimmten Zeitspanne macht, wird nicht nur durch Gedenkstätten geprägt. Texte ob juristischer, journalistischer oder literarischer Natur, politische Kampfschriften und Reden, Briefe, Tagebücher, Filme und Fotographien bewahren — trotz Subjektivität und Zufälligkeit des Konservierten — Zeitgeschehen für die Mit- und Nachwelt auf. Welche Erinnerungen konkret in das kollektive Gedächtnis eines Landes eingehen, scheint dabei vom Nutzen abzuhängen, den das Bewahrte für die Gemeinschaft der Bewahrer mit sich bringt.

Die Tagung der Internationalen Feuchtwanger-Gesellschaft wird ihr besonderes Interesse den Quellen widmen, die das kollektive Gedächtnis in Frankreich und in Deutschland gespeist haben und den Erinnerungsdiskurs im Nachbarland bis heute prägen. Welche Erinnerungen an die deutschsprachige Emigration zwischen 1933 und 1940 sind in Frankreich noch heute präsent? Inwieweit wurden sie materialisiert, eventuell auch institutionalisiert? Welche Ereignisse der damaligen Zeit konnten sich hingegen nie im kollektiven Gedächtnis verankern oder werden heute nicht mehr erinnert? Was wurde weitergegeben? Welcher Medien hat man sich bewusst oder unbewusst bedient, um an vergangene Ereignisse zu erinnern und diese zu überliefern? In diesem Sinne sollten sowohl französische und ausländische Medien als auch die Medien der deutschsprachigen bzw. deutsch-jüdischen und österreichisch-jüdischen Emigration berücksichtigt werden.

Dabei besteht die Möglichkeit, entweder vom Bewahrten oder vom Vergessenen auszugehen und jeweils zu versuchen, die spezifischen Voraussetzungen für die Weitergabe von Vergangenem zu erarbeiten.

In Frankreich wurde mit Entstehen des Front populaire die Immigration aus Nazideutschland erleichtert. Die florierende deutschsprachige Exilpresse gab den Exilanten die Möglichkeit, sich politisch zu artikulieren. Es fanden zahlreiche Veranstaltungen statt, die gegen Nazideutschland gerichtet waren. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass weder die Exilanten eine homogene Gruppe darstellten noch Frankreich als politisch einheitliches Land betrachtet werden kann. In diesem Zusammenhang wäre auch die Diskrepanz zwischen der Hauptstadt und der Provinz zu berücksichtigen. Um ermitteln zu können, welche Darstellung der Ereignisse der Nachwelt bevorzugt vermittelt wurde, gilt es zunächst zu eruieren, welche unterschiedlichen Interpretationen die Ereignisse in der Zeit selbst erfahren haben. Die Reaktion der französischen Öffentlichkeit auf die Exilanten könnte anhand archivierter Artikel der französischen Presse vor Beginn des Zweiten Weltkriegs untersucht werden. Wie beurteilte man in den unterschiedlichen Presseorganen die Arbeit des Lutetia-Kreises? Wurde von französischen Politikern, Journalisten, Intellektuellen und Künstlern Stellung bezogen zu den Kontroversen zwischen den einzelnen politischen Lagern der Emigration, im Konflikt beispielsweise zwischen den beiden Arbeiterparteien? Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei auch dem liberalen Exilantenmilieu geschenkt werden. Auch sollte untersucht werden, wie die jüdische Gemeinde Frankreichs auf die Exilanten aus dem deutschsprachigen Raum reagierte (Aufrufe in der jüdischen Presse, Hilfsorganisationen, Veranstaltungen, persönlicher Einsatz).

In diesem Zusammenhang kommt auch der Rezeption literarischer bzw. insgesamt künstlerischer Werke im Gastland besondere Bedeutung zu. An Rezensionen, Ausstellungsberichten, Theaterkritiken usw. könnte nachvollzogen werden, wie das künstlerische Schaffen der Exilanten in Frankreich von der französischen Bevölkerung aufgenommen wurde. Besondere Bedeutung sollte dabei dem filmischen Schaffen zukommen. Während zahlreiche literarische Werke von Exilschriftstellern dem französischen Leser erst spät, oft auch gar nicht zugänglich waren, erfolgte die Rezeption von Filmen unmittelbar. Welche Aufnahme fanden die im Pariser Exil entstandenen Filme von Billy Wilder, Max Ophüls oder Fritz Lang beim französischen Publikum der Dreißigerjahre? Wurden Sie spezifisch als Werke der deutschsprachigen Emigration rezipiert? Wie ist man in der Folgezeit mit dem filmischen Erbe dieser Zeit umgegangen?

Um im Einzelnen nachvollziehen zu können, welches Bild der deutschsprachigen Emigration in den Dreißigerjahren geprägt und gegebenenfalls den nachfolgenden Generationen vermittelt wurde, sollten gewisse Beiträge auch der Perspektive der Exilanten Ausdruck verleihen. Wie wird die Haltung Frankreichs zur Emigration in literarischen Werken, in Korrespondenzen, in Presseartikeln, in Fotographien und in Reden von Emigranten dargestellt? Darüber hinaus könnte allgemein gefragt werden, ob Judentum und Deutschtum in ihrem Verhältnis zueinander als unversöhnliches Gegensatzpaar dargestellt oder erinnert werden oder im Gegenteil als einander ergänzende, zumindest einer Synthese zugängliche menschliche Befindlichkeiten gelten.

Die unterschiedlichen theoretischen Ansätze in der Gedächtnis- und Erinnerungsforschung sollten es uns ermöglichen, Formen und Medien von Erinnerungskultur, Mechanismen von Überlieferung und Transformation gesellschaftlicher Erinnerung am Beispiel des Erbes der deutschsprachigen und der deutschjüdischen Emigration in Frankreich zwischen 1933 und 1940 herauszuarbeiten.
Die Vorträge können auf Deutsch, Englisch und Französisch gehalten werden und sollten eine Dauer von 20 Minuten nicht überschreiten. Bitte senden Sie Ihr Abstract (ca. 300 Wörter) bis zum 1. Januar 2017 an: wallacei@blueyonder.co.uk und azuelos.daniel@orange.fr

via H-Germanistik – dort sind auch eine englische und eine französische Fassung dieses CfP verfügbar.

Veröffentlicht unter Calls for Papers, Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

Stellenausschreibung: Wiss. Mitarbeiter TVöD 13, ZfL Berlin, Bewerbungsschluss: 15.10.2016

Am Zentrum für Literatur- und Kulturforschung (ZfL) Berlin ist im von der VW-Stiftung finanzierten Forschungsprojekt »Batumi, Odessa Trabzon. Kulturelle Semantik des Schwarzen Meeres aus der Perspektive östlicher Hafenstädte« zu besetzen:

1 Stelle als Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in

im Forschungsschwerpunkt „Weltliteratur“ im Projekt »Batumi, Odessa Trabzon. Kulturelle Semantik des Schwarzen Meeres aus der Perspektive östlicher Hafenstädte« (im Teilprojekt zu Trabzon)

Bezahlung nach TVöD E 13 (Bund)

zum 1. Januar 2017, befristet bis zum 31. Dezember 2018

Voraussetzungen:

  • abgeschlossene Promotion bzw. eröffnetes Promotionsverfahren in Turkologie, Philosophie, Soziologie, Kulturwissenschaften, Geschichte oder politischer Theorie,
  • sehr gute Kenntnisse der türkischen und/bzw. der russischen Sprache.
  • Neben der Projekttätigkeit ist eine engagierte Mitarbeit im ZfL erwünscht.

Die Bewerbung sollte folgende Unterlagen enthalten:

  • Motivationsschreiben,
  • Skizze eines möglichen Teilprojekts mit deutlichem Bezug zum Forschungsprogramm des ZfL und dem Forschungsprojekt (3 Seiten),
  • Lebenslauf, Publikationsliste, Zeugnisse,
  • 2 aussagekräftige Aufsätze oder Kapitel der Dissertation oder eines anderen Buchprojekts.

Bewerbungen sind bitte ausschließlich in elektronischer Form in einem einzigen PDF-Dokument an Frau Prof. Dr. Eva Geulen (bewerbungen@zfl-berlin.org) zu senden. Qualifizierte Frauen werden nachdrücklich aufgefordert sich zu bewerben. Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung und Qualifikation bevorzugt berücksichtigt.

Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2016

Über das Projekt:

Mit der russischen Annexion der Krim im Frühjahr 2014 ist das Schwarze Meer 150 Jahre nach dem Krimkrieg ins Zentrum der Weltpolitik zurückgekehrt. Der Schwarzmeerraum wurde erneut zum Schauplatz von Verschiebungen der europäischen Grundordnung. Darin zeigen sich seine geopolitische Bedeutung sowie die starken symbolischen und affektiven Besetzungen des Schwarzen Meeres. Das Erkenntnisinteresse des Projektes richtet sich auf die kulturelle Tiefendimension dieser aktuellen Spannungen, in denen vergangene ungelöste Konflikte des 19. Jahrhunderts als imperiale Erbschaften reaktiviert werden.

Der spezifische Ansatz des Projektes besteht darin, unterschiedliche Imaginationen (symbolische und affektive Aufladungen) des Schwarzen Meeres aus der Perspektive der drei Schwarzmeerhäfen Batumi, Odessa und Trabzon zu untersuchen, die bereits für die Orientalische Frage des 19. Jahrhunderts eine maßgebliche Rolle spielten und zudem Objekte militärischer und kultureller Auseinandersetzungen waren. Grundannahme ist, dass sich in den ausgewählten Hafenstädten die Migrationen und Überlagerungen wie der Austausch der verschiedenen Kulturen der Anrainervölker verdichten und untersuchen lassen. Es sind Orte, an denen das Selbstverständnis von Imperien (vor allem des Osmanischen und des Russischen Imperiums), Nationen und Minderheiten einer extrem plurikulturellen Region Europas konfliktreich aufeinanderstoßen. Diese Orte sollen mit philologisch-kulturwissenschaftlichem Instrumentarium als exemplarische Schauplätze der Verhandlung religiöser, kultureller, politischer und räumlicher Praktiken und Ordnungen an der Schwelle zwischen Land und Meer, d.h., als bevorzugte »Kontaktzonen« und »Ausnahmeorte« untersucht werden.

http://www.zfl-berlin.org/forschung.html

http://www.zfl-berlin.org/batumi-odessa-trabzon.html

Veröffentlicht unter Stellenangebote | Kommentar hinterlassen

Internationale Koordinationsstelle Theorie der Philologie

Mit einer Tagung vom 15. bis 17. September hat die Internationale Koordinationsstelle Theorie der Philologie am Institut für Klassische Philologie der Universität Heidelberg ihre Arbeit aufgenommen. Schwestereinrichtung ist das Centro de Teoria da Filologia (CTF) an der Universität Campinas in Brasilien. Die Koordinationsstelle verfolgt eine „grundlagenwissenschaftliche Ausrichtung“:

Hier werden nicht einzelne Philologien, einzelne Sprachen und Literaturen erforscht, sondern die szientifische Verfassung der Philologie selbst. Uns interessieren u.a. die folgenden Fragen: Welcher Art ist die philologische Wissenschaft? Was macht sie zur Wissenschaft und was grenzt sie von anderen Wissenschaften ab? Welches sind ihre (wissenschaftlichen) Verfahren, und wie gibt sie sich selbst Rechenschaft von ihrem (wissenschaftlichen) Tun?

Homepage der Koordinationsstelle: www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/philosophie/skph/theorie-der-philologie

Pressemitteilung zur Eröffnung via idw: https://idw-online.de/de/news658793

Veröffentlicht unter Aus der Forschung, Veranstaltungen | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen