Stellenausschreibung: (W1) Juniorprofessur (mit Tenure-Track auf W2), Universität des Saarlands (Bewerbungsschluss: 05.01.2018)

grk_logo_kleinDie Universität des Saarlandes (UdS) ist eine der forschungsstärksten Universitäten mittlerer Größe und wurde als eine der ersten Universitäten Deutschlands systemakkreditiert. Sie ist geprägt durch die drei Schwerpunktbereiche Informatik , NanoBioMed und Europa. Zahlreiche Forschungseinrichtungen im Umfeld der Universität und die gezielte Förderung von Existenzgründungen machen die Universität des Saarlandes zu einem idealen Umfeld für Forschung, Lehre und Innovation. Ihre ausgeprägte internationale Orientierung zeigt sich u. a. in einem überdurchschnittlich hohen Anteil an internationalen Studierenden. Seit 2004 ist sie als familiengerechte Hochschule zertifiziert.

Im Rahmen des Bund-Länder-Programms zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist an der Universität des Saarlandes zum Wintersemester 2018/19 folgende

(W1) Juniorprofessur (mit Tenure-Track auf W2)

zu besetzen:

Die Professur wird zunächste für die Dauer von 3 oder 4 Jahren im Beamtenverhältnis auf Zeit besetzt. Soweit eine Lehrevaluation und eine auswärtige Begutachtung der Leistungen in der Forschung dies rechtfertigt, ist eine Verlängerung des Dienstverhältnisses auf insgesamt 6 Jahre vorgesehen. Bei weiterer Bewährung und positiver Tenure-Evaluation erfolgt die Übernahme auf eine W2 Lebenszeitprofessur.

Bewerbungsfrist: 05.01.2018

Europäische Medienkomparatistik (Kennziffer W1283)

Philosophische Fakultät

Der/die Stelleninhaber/in soll auf dem Gebiet komparatistischer Medienwissenschaft ausgewiesen sein und in europäischer Dimension medienübergreifend forschen. Erwünscht sind insbesondere Arbeiten zu Traumdarstellungen und Traumdiskursen, etwa in den Bereichen Film, Theater, Malerei, Tanz, Fotografie, Literatur, grafisches Erzählen, Musik oder weiteren medienkünstlerischen Ausdrucksformen. Langfristig soll die Professur den Bereich des ästhetischen Wissens innerhalb der Philosophischen Fakultät stärken, die interdisziplinäre Vernetzung der kunst-, literatur- und kulturwissenschaftlichen Fächer vorantreiben, im Europa-Kolleg CEUS mitarbeiten und so insgesamt zur Profilierung des Europa-Schwerpunktes der Universität beitragen. Erwartet werden neben einer breiten medienwissenschaftlichen Kompetenz und Erfahrungen in der Lehre und Drittmitteleinwerbung eigene Forschungsvorhaben im Bereich Traumdarstellung/Traumwissen/Traumästhetik, die Betreuung fachnaher Promotionsprojekte und universitäre Lehre in den Bereichen Kunst- und Bildwissenschaften sowie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft.

Einstellungsvoraussetzungen sind neben den allgemeinen dienstrechtlichen Voraussetzungen ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einem medien-, literatur-, kunst- oder kulturwissenschaftlichen Fach, die pädagogische Eignung sowie die besondere Befähigung zur wissenschaftlichen Arbeit, die i. d. R. durch eine qualitativ herausragende Promotion nachzuweisen ist. Weitere Einstellungsvoraussetzungen: siehe Pkt. 1.4 der Rahmenordnung zur Freigabe, Besetzung und Evaluation von Juniorprofessuren an der Universität des Saarlandes vom 17. Mai 2017 (www.uni-saarland.de/Berufungen).

Bitte senden Sie Ihre Bewerbung u. a. Kopien der Urkunden, Liste der Veröffentlichungen, Angaben über den wissenschaftlichen Werdegang und bisherige Lehrtätigkeit sowie ein maximal fünfseitiges Konzept für die künftige Mitarbeit im DFG-Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“ (GRK 2021, www.traumkulturen.de) sowie den „Fragebogen zur Überprüfung der Einstellungsvoraussetzungen (www.uni-saarland.de/Berufungen) unter Angabe der dienstlichen und privaten Anschrift (Telefon und E-Mail und der Kennziffer an: Universität des Saarlandes, Dekan der Philosophischen Fakultät, Univ.-Prof. Dr. Roland Marti, Campus B3 1, 66123 Saarbrücken. Bitte senden Sie auch eine vollständige elektronische Version Ihrer Bewerbung inklusive Anschreiben in einer einzigen PDF-Datei an dekanat-p(at)uni-saarland.de).

Die UdS versteht Internationalisierung als Querschnittsaufgabe. Wir erwarten daher die Beteiligung an Aktivitäten zur weiteren Internationalisierung der Universität sowie die Bereitschaft zur Lehre in einer Fremdsprache. Kooperationen mit Partnern innerhalb der grenzüberschreitenden Großregion werden im Rahmen des Projekts „Universität der Großregion“ besonders unterstützt (www.uni-gr.eu).

Die Universität strebt nach Maßgabe ihres Gleichstellungsplanes eine Erhöhung des Anteils an Frauen in diesem Aufgabenbereich an und fordert daher Frauen nachdrücklich zur Bewerbung auf. Schwerbehinderte werden bei gleicher Qualifikation im Auswahlverfahren bevorzugt.

Sie finden die Ausschreibung außerdem auf der Homepage des Graduiertenkollegs Europäische Traumkulturen sowie hier zum Download.

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Ausschreibung: Doktorats-Stipendium, Universität Luzern (Bewerbungsschluss: 08.12.2017)

Im Fachbereich der Kulturwissenschaften bieten wir im Rahmen der SNF-Förderprofessur von Prof. Dr. Boris Previšić auf den 1. Januar 2018 oder nach Vereinbarung zunächst eine Anschubfinanzierung über sechs Monate für eine/einen

Doktorandin/Doktoranden

Die SNF-Förderprofessur Previšić widmet sich dem Thema «Polyphonie und Stimmung. Musikalische Paradigmen in Musik und Literatur» im 17. und 18. Jahrhundert der Aufklärung und in der Gegenwart. Zum genaueren Forschungsprojekt:

https://www.unilu.ch/fakultaeten/ksf/institute/seminar-fuer-kulturwissenschaften-und-wissenschaftsforschung/kulturwissenschaften/forschung/stimmung-und-polyphonie/

Aufgabenbereiche

  •         Ausarbeitung eines eigenen Dissertationsprojekts zur Mehrstimmigkeit im kulturwissen­schaftlichen Feld zwischen Literatur und Musik des 17. Jahrhunderts
  •         Recherche- und Lektoratsarbeiten im Bereich des Gesamtprojekts
  •         partielle Betreuung der Website der SNF-Förderprofessur und Mithilfe bei Veranstaltungen

Anforderungen:

  •         sehr guter Masterabschluss im Bereich der Literatur- und/oder Musikwissenschaft (wenn möglich im Jahre 2017)
  •         Willen und Eigenständigkeit, Dissertation im vorgegebenen thematischen Rahmen innert nützlicher Frist abzuschliessen
  •         wenn möglich erste Publikations- und Lektoratserfahrungen

Ihre Chancen:

  •         Bezahlung nach SNF-Ansatz für Doktorierende und Möglichkeit auf Anschluss­finanzierung bis zu zwei zusätzlichen Jahren
  •         akademisches Arbeiten in einem hochmotivierten und engagierten Team mit einem spannenden und neuartigen Thema
  •         Kontextualisierung der eigenen Arbeit in einem grösseren thematischen Rahmen sowie Zugang zu akademischen Netzwerken der nationalen und internationalen Forschungslandschaft
  •         flexibles und zielführendes Curriculum innerhalb der Graduate School of Lucerne der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Luzern
  •         moderner Arbeitsplatz direkt an der Universität Luzern direkt neben dem Bahnhof Luzern und am Vierwaldstättersee

Nähere Auskünfte erteilt Ihnen gerne Herr Prof. Dr. Boris Previšić unter der Email-Adresse: boris.previsic@unilu.ch. Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen (kurzer Lebenslauf, Skizze eines möglichen Dissertationsprojekts im obgenannten Kontext von max. zwei A4-Seiten, Gutachten Ihrer Masterarbeit sowie Masterabschlusszeugnis) senden Sie bitte in einem einzigen PDF-File bis zum 8. Dezember 2017 an jobs@unilu.ch mit Bezug auf Kennziffer 220146/01.

via H-Germanistik

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Aus dem Netz gefischt: GenderOpen − das weltweit einzige Repositorium für die Geschlechterforschung

Eine nicht klar fassbare Zielgruppe verbinden Gender Studies und AVL – gut daher, dass beide Disziplinen künftig über eine zentrale Stelle im Netz u.a. für die Dissemination von Open Access-Publikationen und Fachinformationen verfügen. Dass Sie , liebe Nutzer, dieses Post hier auf avldigital.de BLOG lesen zeigt, dass Sie unser Blog kennen –  das GenderOpen-Blog gibt es ebenfalls schon eine geraume Zeit, brandneu hingegen, weil erst seit gestern online ist das GenderOpenRepositorium als zentraler Speicherort für Open Access-Publikationen aus dem Bereich der Geschlechterforschung. Zwecks GenderOpen-Umsetzung wurde eine illustre und bemerkenswerte Berliner Allianz geschmiedet:

Die Einrichtung des Open-Access-Repositoriums ist ein Verbundprojekt der Geschlechterforschungszentren der Berliner Universitäten, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wird. Es wird geleitet von Dr. Anita Runge, Margherita-von-Brentano-Zentrum (FU), Dr. Karin Aleksander, Zentrum für transdisziplinäre Geschlechterstudien (HU), und Prof. Dr. Sabine Hark, Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung (TU).

Klar wurde das Ganze festlich aus der Taufe gehoben: Aufs Knöpfchen drückte gestern Staatssekretärin Barbara König. Das Live-Hochladen von Texten während der Release-Party sehen wir als knackige Idee und nachahmenswertes „OA-Event“ und werden bei Gelegenheit ebenfalls gerne davon Gebrauch machen im Rahmen von CompaRe, unseren Server für die AVL.

Jetzt aber: Frankfurt grüßt Berlin!

Bonne chance für die KollegInnen von GenderOpen!

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Winter School: „Europa: Poetik und Politik“, Breslau (07.-09.12.2017)

Europa: Poetik und Politik | Uniwersytet Wrocławski, Breslau

Datum der Veranstaltung: 07.-09. Dezember 2017

Kooperation zwischen der Ruhr-Universität Bochum und der Uniwersytet Wrocławski, gefördert durch den DAAD

Kontakt: Till Breyer (till.breyer@rub.de), Dr. Philipp Weber (philipp.weber-n9v@rub.de)

Gegenwärtig erleben wir eine Krise des europäischen Staatensystems. Politische und wirtschaftliche Spannungen brechen auf und lassen etwa das Verhältnis von nord- und südeuropäischen Ländern als grundsätzlich asymmetrisch erscheinen. Nationalistische und isolationistische Bestrebungen mehrerer Mitgliedsstaaten reflektieren den Vertrauensverlust in einen Staatenbund, der seine politische und ökonomische Integrationskraft – je nach Sichtweise – verloren oder gar verspielt hat oder haben könnte.

Mit der Krise der Europäischen Union stellt sich die Frage nach der Geschichte Europas als kulturellem Imaginationsraum neu. So sehr die junge politische Konstruktion „EU“ und die geographische Ordnung „Europa“ auseinandergehalten werden müssen, so sehr sind beide in der Ordnung von Bedeutungszuschreibungen und Narrationen, von kollektiven Erwartungen und Enttäuschungen miteinander verflochten: Auch der Kontinent Europa musste seit der frühen Neuzeit als ein zusammenhängender Raum immer neu konzeptualisiert werden, und diese Konzeptionen hatten immer schon politische Implikationen auch für die Frage der politischen Organisation.

In der Winter School widmen sich Student*innen und Lehrende der beiden germanistischen Institute von Bochum und Breslau einer Reihe zentraler Schauplätze der Imaginationsgeschichte Europas. Dabei wird die neuere Geschichte von Europa-Diskursen seit der Romantik in den Blick genommen und auf ihre literarischen und kulturtheoretischen Bezüge hin befragt. Die Diskussion geht am ersten Tag (Fr., 8.12.) zunächst als Einführung in die Thematik von Ivan Krastevs kürzlich erschienenem Essay Europadämmerung (2017) aus. Anschließend beginnt der historische Parcours mit Novalis’ Rede Die Christenheit oder Europa (1799), um dann am Nachmittag europäische Krisenszenarien des frühen und mittleren 20. Jahrhunderts zu diskutieren (Robert Musil, Anna Seghers). Der zweite Tag (Sa., 9.12.) ist Texten aus den vergangenen drei Jahrzehnten gewidmet und zieht literarische (Imre Kertész, Peter Esterházy) und theoretische Texte heran (Étienne Balibar, Jacques Derrida, Slavoj Žižek), um die Erzählformen und Argumentationslinien zu beleuchten, in denen der historische Horizont des Nach-Wende-Europa ausgelotet und problematisiert wird.

via H-Germanistik

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Vortrag: Sandra Richter: „Wie und zu welchem Ende schreibt man eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur?“, Berlin, 13.12.2017

Mittwochsvortrag
Sandra Richter (Stuttgart): Wie und zu welchem Ende schreibt man eine Weltgeschichte der deutschsprachigen Literatur?
13.12.2017 · 19.00 Uhr
Ort: ZfL, Schützenstr. 18, 10117 Berlin, Trajekte-Tagungsraum 308

Literaturgeschichte wird bislang vor allem im nationalen Rahmen geschrieben. Doch erweist sich gerade die Geschichte deutschsprachiger Literatur als »shared history«: als Geschichte der deutschen, österreichischen, schweizerischen Literatur, die aus ihrem Kontakt mit anderssprachigen Nachbarn oder im Exil entsteht. Sandra Richter fragt, wie sich solche Geschichte schreiben lässt und was daraus für die Wahrnehmung deutschsprachiger Literatur folgt. Sie bezieht sich dabei sowohl auf Übersetzungen deutschsprachiger Texte, die sie statistisch erfasst und mithilfe digitaler Karten aufbereitet, als auch auf Mittlerkulturen wie die sogenannten Hugenotten. Im Ergebnis steht eine Geschichte der Kritiker, Übersetzer, Drehbuchautoren, Regisseure und Comiczeichner, die solche Literatur globalisieren. Doch was heißt hier eigentlich »global«? Und welche »Welt« liest, sieht oder hört deutschsprachige Literatur?

Moderation: Eva Geulen (ZfL)

Zur Person

Sandra Richter ist seit 2008 Professorin und Leiterin der Abteilung für Neuere Deutsche Literatur I an der Universität Stuttgart. Dort ist sie nach einer Professur am King’s College London als Direktorin des Stuttgart Research Centre for Text Studies und als Leiterin des Instituts für Literaturwissenschaft tätig. 2007 erhielt sie den Philip-Leverhulme-Preis des Leverhulme Trust und eine Rückkehrprämie der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören deutsche und vergleichende Literaturwissenschaft von 1600 bis in die Gegenwart; Wissens-, Ideen-, Begriffs- und Metapherngeschichte sowie Interkulturelle Germanistik. Zum 1. Januar 2019 wird sie als Nachfolgerin von Ulrich Raulff Direktorin des Deutschen Literaturarchivs in Marbach.

via ZfL

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Tagung: Heinrich Böll zum 100. Geburtstag (06.12.2017)

Heinrich Böll zum 100. Geburtstag | Johannes Gutenberg-universität Mainz, Fakultätssaal im Philosophicum

Datum der Veranstaltung: 6. Dezember 2017

boelli_plakat

Veranstalter: Prof. Dr. Dieter Lamping, Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft / Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Mainzer Instituts für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft.

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CfP: „Den „Norden des Nordens“ (be)schreiben: Bildkonstruktion, Wirklichkeitsbezug und Positionierung im literarischen Feld“, Nancy (31.03.2018)

Call for Papers für die Tagung „Den „Norden des Nordens“ (be)schreiben: Bildkonstruktion, Wirklichkeitsbezug und Positionierung im literarischen Feld“ |
Université de Lorraine, Nancy (Frankreich)

Deadline Abstract: 31. März 2018 | Datum der Veranstaltung: 15.-17 November 2018

Den „Norden des Nordens“ (be)schreiben: Bildkonstruktion, Wirklichkeitsbezug und Positionierung im literarischen Feld

Tagung an der Université de Lorraine, Nancy (Frankreich), 15.-17. November 2018

veranstaltet vom Centre d’Etudes Germaniques Interculturelles de Lorraine (CEGIL) in Zusammenarbeit mit der Forschungsgruppe Littératures, Imaginaire, Sociétés (LIS) und dem Lehrstuhl « Vorstellungswelten des Nordens, des Winters und der Arktis » an der Université du Québec à Montréal (Kanada)

(Bewerbungs-Deadline: 31.03.2018)

Seit den 1970er Jahren hat sich die Forschung – im Rahmen einer Aufwertung geografischer Denkansätze innerhalb der Humanwissenschaften – mit großem Interesse der Begriffe „Norden“ und „Nordizität“ und der durch sie aufgeworfenen Problemstellungen angenommen; dies nicht zuletzt im Anschluss an die Arbeiten von Louis-Edmond Hamelin, dem großen Spezialisten des kanadischen Nordens. Das Konzept eines den gesamten zirkumpolaren Raum umfassenden „Nordens“, der gemeinsame Merkmale aufweist und Gegenstand ähnlicher Beschreibungsverfahren geworden ist, hat sich allmählich durchgesetzt; jede einzelne Region innerhalb dieses Raums wird heute oft als integrierter Bestandteil dieses zusammenhängenden Ganzen studiert.

Was soll dabei unter dem „Norden des Nordens“ verstanden werden? Der Terminus des „hohen Nordens“ erscheint uns zu vage, nicht zuletzt weil er sich nicht auf dieselben Territorien bei allen Autoren, die diese Formulierung gebrauchen, bezieht. Die Wahl des Terminus „Norden des Nordens“ soll auf den relativen und zugleich absoluten Charakter der Begriffe des Nordens und der Nordizität aufmerksam machen. Für einen Sizilianer ist Mailand eine Stadt „des Nordens“, während es für einen Hamburger eine Stadt „des Südens“ ist. In Skandinavien wurde Deutschland lange Zeit als „der große südliche Nachbar“ betrachtet. Doch ab einem gewissen Breitengrad, wenn der Pol näher rückt und es nicht mehr lange möglich sein wird, noch weiter gen Norden vorzudringen, wird dieser zu einem Absoluten, das sich objektiv durch sein Klima, seine Vegetation oder die Dauer von Tag und Nacht manifestiert. Während die Begriffe Ost und West auf einer geografisch arbiträren Konvention beruhen, die als Erbe einer europazentrierten (Edward W. Said präzisiert: auf Großbritannien bzw. Frankreich zentrierten) Geschichte zu verstehen ist (wenn der Nullmeridian jener von Irkutsk und nicht der von Greenwich wäre, läge New York im Fernen Osten – was an sich ebenso gerechtfertigt oder ungerechtfertigt wäre wie die heutige Benennung), gilt die Lage der Pole als Faktum der Physischen Geografie.

Es mag scheinen, als wären es immer die anderen, die im Norden – oder im Süden – lebten, und als sähe jede Gesellschaft den von ihr bewohnten Flecken Erde als den Mittelpunkt der Welt. Dieser Art der Selbstbetrachtung steht jedoch eine andere gegenüber: die geistige Einteilung der Welt, wie sie von größeren Bevölkerungsgruppen durchgesetzt wird. So nehmen Sizilianer oder Skandinavier, die sich als Europäer verstehen, sich selbst in dieser Hinsicht als Bewohner des (europäischen) Südens bzw. Nordens wahr, selten als nördliche Nachbarn Afrikas bzw. südliche Nachbarn Lapplands. So haben die Skandinavier sich ein Selbstbildnis als Nordländer geschaffen. Nichtsdestoweniger bilden in den Augen der Bewohner des am dichtesten besiedelten Teils Skandinaviens die in höheren Breitengraden liegenden Regionen ein von ihrem Lebensraum deutlich unterschiedenes Territorium. Solche Territorien sind es, die wir den „Norden des Nordens“ nennen, wobei der Ausdruck sowohl auf eine subjektive mentale Konstruktion als auch auf eine objektive Realität verweist: Er bezeichnet zum einen das, was sich nördlich der Gegenden befindet, die im Sprachgebrauch des mehr oder weniger selbsternannten Zentrums Europas als Norden bezeichnet wird; man heißt Norden zum anderen jene Territorien, nördlich von denen keine bewohnten Landstriche mehr zu finden sind – oder diese unbewohnten Landstriche selbst.

Wer es unternimmt, sich über Texte einen Zugang zum „Norden des Nordens“ zu verschaffen, wird es als naheliegend ansehen, sein Forschungsinteresse auf Reiseberichte zu lenken, das Medium, welches in der Geschichte der Kulturkontakte als erstes Wissen über diese Welt vermittelte. Dabei stellen sich allerdings sofort Probleme, die charakteristisch für den Umgang mit (Text- oder Bild-)Dokumenten sind, deren offenes Ziel es ist, den Lesern oder Betrachtern Bericht zu erstatten über eine fremde Wirklichkeit: Das Ungewöhnliche, Unvertraute wird einerseits durch die Subjektivität des Autors gefiltert, der nur gewisse Aspekte wahrnimmt, anderen ein Gewicht gibt, das ihnen per se vielleicht nicht zukommt, und manches unvermeidlicherweise fehlerhaft deutet; andererseits passt er – um es rezeptionstheoretisch zu formulieren –, seinen Bericht der „impliziten Enzyklopädie“ (Umberto Eco) des anvisierten Publikums an.

Dabei sollte auch eine Selbstverständlichkeit nicht vergessen werden: Dem Reisebericht im eigentlichen Sinne geht eine Reise voraus. Nun setzt aber eine Reise in besonders schwer zugängliche Gebiete beinahe notgedrungen die direkte oder indirekte Mithilfe der Gesellschaft voraus, welcher der Reisende angehört. Dies dürfte für das 19. und beginnende 20. Jahrhundert gelten, wohl aber auch auf andere Epochen zutreffen. Hinter den großen Forschungsreisen in unbekannte Territorien stehen Ideologien oder auch nur kurzlebige Moden, wissenschaftliche Kenntnisse und die Beherrschung technischer Instrumente, ohne die diese Abenteuer unmöglich wären, sowie Finanzierungen, die oftmals in hohe Summen gehen und für das Gelingen ebenso unabdingbar sind. Nicht zu vergessen sind außerdem all jene Menschen und sozialen Gruppen, die sich von dem Unternehmen begeistern lassen und durch ihre psychologische Unterstützung zu seinem Erfolg beitragen. Es erscheint somit unumgänglich, die historischen, politischen, sozialen und wissenschaftlichen Zusammenhänge aufzudecken, in welche die Expeditionen in den „Norden des Nordens“ eingebettet sind.

Selbst wenn Reiseberichte von der Mentalität der Heimat, der Lebensepoche und der sozialen Klasse, der die Verfasser entstammen, geprägt sind, wäre es ein Fehler, ihnen deswegen jeden informativen Wert im Kontext ihres Erscheinens abzusprechen, so wie auch ihre diesen Kontext verändernde Wirkung in die Analyse mit einbezogen werden muss. Die Hypothese, dass die meisten dieser Texte sich in ihre Epoche einschreiben, ohne deren rein passives Produkt zu sein, gehört zu den interessanten Perspektiven für eine Auseinandersetzung mit dieser Literatur.

Der Verfasser eines Reiseberichts gestaltet ein Bild der Gegenden, die er besucht – und von denen er oft schon bei der Abreise eine vorgefertigte, später eventuell zu korrigierende Vorstellung hatte; zu einer solchen Korrektur veranlasst ihn gegebenenfalls die Konfrontation mit der Realität vor Ort. Tatsachen sind nicht leicht vom Tisch zu reden, und dies gerade in den kältesten Breitengraden, wo einen die falsche Einschätzung der Realität das Leben kosten kann. Der Prozess des Entdeckens scheint sich hier – wie letztlich in aller menschlichen Erkenntnisgewinnung – an zwei Parametern zu orientieren: dem präexistenten mentalen Bild und der Konfrontation mit der Realität, aus deren Zusammenspiel sich dann der Reisebericht konstituiert. Gerade diese beiden Parameter und ihre Interaktion sollten einer eingehenden Analyse unterzogen werden.

Doch sind es nicht allein Reiseberichte, die das in der jeweiligen Gesellschaft dominierende Bild vom „Norden des Nordens“ formen; sie spielen vielleicht nicht einmal die Hauptrolle bei dessen Konstituierung. Auch Fiktionen – literarische, graphische oder filmische –, und überhaupt Spekulationen jeglicher Natur, beschwören diese Gegenden herauf, beschreiben und bewerten sie und verlegen dorthin die von ihnen erzählten Handlungen. Die fernen Regionen werden zuweilen auf Grund selbsterlebter Erfahrungen, oft jedoch anhand von Informationen aus zweiter oder dritter Hand geschildert, wenn nicht schlichtweg landläufige Klischees bedient werden.

Es ist natürlich unumgänglich, in die Analyse auch die Textproduktionen des „Nordens des Nordens“ selbst einzubeziehen. Da die betreffenden Zonen nur dünn – und einige überhaupt nicht – besiedelt sind, ist die Zahl solcher Realisierungen – schriftliche und mündlich überlieferte Texte – relativ bescheiden. Hinzu kommt, dass sie bis vor Kurzem außerhalb ihres Entstehungsorts so gut wie unbekannt waren. Zwei Beispiele seien genannt: Von einigen Sonderfällen abgesehen wird samische Literatur erst seit Beginn des 20. Jahrhunderts veröffentlicht, und lange Zeit wurde sie nur – ein wenig – in Skandinavien gelesen. Was die Inuit-Literatur betrifft, beginnt ihre Publikation erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts. (Die ersten Übersetzungen grönländischer Literatur ins Französische wurden ab 2015 von den Presses de l’Université du Québec unter der Leitung von Daniel Chartier herausgebracht.) Diese Literaturen stehen wohl, wie alle anderen, unter dem Einfluss divergierender Kräfte; auch sie sehen in dem Raum, in dem sie entstanden sind, den Mittelpunkt der Welt und beziehen sich andererseits auf die von außerhalb übernommenen Vorstellungen, mögen sie sie nun als aufgezwungen zurückweisen oder sich selbst zu eigen machen. In dem historischen Augenblick, da die aus dem Norden des Nordens kommenden Dichtungen und Erzählungen endlich einem größeren Publikum zugänglich werden, wäre es ein Versäumnis, sie bei der Analyse der Texte, die sich mit diesen Zonen befassen, unberücksichtigt zu lassen.

Selbstverständlich ist es möglich, dass ein Autor sich in seiner Fantasie ein Land erschafft, das, fern aller Stereotype, aber auch fern aller Realität, im „Norden des Nordens“ liegen soll. Regionen, die nur wenigen Menschen bekannt sind, eignen sich ganz besonders für die Erfindung von Welten jenseits der Wirklichkeit. Wie, so lässt sich im Rahmen unseres Ansatzes fragen, werden diese unbekannten Zonen der Erde vom Märchen, von der Fantasy, von der Science-Fiction genutzt?

Zwischen Autoren fiktionaler Werke und schreibenden Reisenden (denn auf bzw. von Reisen schreiben heißt noch nicht Schriftsteller sein) findet nicht selten ein Austausch statt. Ein Schriftsteller, der beschlossen hat, seinen nächsten Roman im „Norden des Nordens“ anzusiedeln, liest im Vorfeld oft die Berichte der Forschungsreisenden. Auch kommt es vor, dass der Romancier selbst an Ort und Stelle reist, ja, dass der Publikation des Romans jene des Reiseberichts voraufgeht oder folgt. Der Vergleich der beiden Texte kann in diesem Fall die komplexe Beziehung zwischen Realität, Wahrnehmung der Realität, Funktionsregeln innerhalb des literarischen Felds und literarischer Schöpfung erhellen.

 

Zweck der geplanten Tagung ist es, einen Beitrag zu den Studien über den äußersten Norden zu leisten, die sich seit etwa zwanzig Jahren in den Literatur- und Humanwissenschaften entwickelt haben. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang das Graduiertenkolleg Imaginatio borealis der Universität Kiel, das seit 2001 die Zeitschrift Imaginatio borealis – Bilder des Nordens herausgibt, die von Anka Ryall, Johan Schimanski und Henning Howlid Wærp herausgegebenen Arctic Discourses (Newcastle, Cambridge Scholars Publishing, 2010), die von Anka Ryall redigierte Themanummer Arctic Modernities (Acta Borealia: A Nordic Journal of Circumpolar Societies 33, 2, 2016), der von Stéphanie Bellemare-Page, Daniel Chartier, Alice Duhan und Maria Walecka-Garbalinska herausgegebene Sammelband Le lieu du Nord, 2015 bei den Presses de l’Université du Québec erschienen, sowie die drei (im Wesentlichen französischsprachigen) Bände L’Image du Sápmi, herausgegeben von der Universität Örebro unter der Leitung von Kajsa Andersson. Auch auf den beiden von der Forschungsgruppe LIS der Universität Lothringen veranstalteten Tagungen „Winter is coming“ (2016) und „Voyages illustrés aux pays froids“ („Illustrierte Reisen in die kalten Länder“, 2017) geriet dieses Thema in das Blickfeld. Diese Studien haben es ermöglicht, jene Elemente herauszuarbeiten, die am häufigsten in der Konstitution des Begriffs der Nordizität Verwendung finden, und die Art und Weise zu beschreiben, wie die faktuellen Gegebenheiten von der Fantasie modelliert und kombiniert werden, um eine breit akzeptierte und sich längerfristig im kollektiven Bewusstsein haltende Vorstellungswelt zu gestalten.

Die geplante Tagung zum „Norden des Nordens“ soll ihrerseits prioritär darauf abzielen, die betreffenden Werke in ihrem einerseits sozialgeschichtlichen, andererseits literarischen Kontext, dem ihrer Ausarbeitung und Niederschrift, zu situieren. Kann der erforschte, oder gezeigte, Ort als „Norden des Nordens“ benannt werden, so ist der geografische Ursprungsort der Schreibenden unterschiedlich. Viele von ihnen stamm(t)en aus dem englischsprachigen Kulturraum. Im Rahmen der geplanten Tagung soll der Fokus auf Textproduktionen (eventuell auch Filme und graphische Erzählungen jeglicher Natur) in französischer, deutscher oder einer skandinavischen Sprache gerichtet werden.

 

Erwünscht sind 30-minütige Beiträge; als Arbeitssprachen sind Deutsch, Englisch und Französisch vorgesehen. Interessenten werden um ein Abstract (250 bis 500 Wörter) sowie um eine Kurzvita gebeten, die bis zum 31.3.2018 an folgende Adressen zu senden sind:

 

Prof. Dr. Annie Bourguignon (Université de Lorraine / Nancy): annie.bourguignon [at] univ-lorraine.fr

Prof. Dr. Daniel Chartier (Université du Québec à Montréal): daniel.chartier [at] uqam.ca

Dr. Konrad Harrer (Université de Lorraine / Nancy): konrad.harrer [at] univ-lorraine.fr

 

Eine Publikation der Beiträge ist geplant. Die Reservierung und Finanzierung der Unterkunft wird von den Organisatoren übernommen; für die Reisekosten und die Tagungsgebühr (40 €) müssen die Referenten voraussichtlich selbst aufkommen.

 

Wissenschaftliches Komitee :

Kajsa Andersson, Universität Örebro
Bergur D. Hansen, Universität der Färöer
Birna Biarnadóttir, Universität Island
Annie Bourguignon, Universität Lothringen
Sylvain Briens, Universität Paris-Sorbonne
Daniel Chartier, UQAM (Universität Québec in Montreal)
Alain Guyot, Universität Lothringen
Konrad Harrer, Universität Lothringen
Karin Hoff, Universität Göttingen
Malan Marnersdottir, Universität der Färöer
Thomas Mohnike, Universität Straßburg
Henning Howlid Wærp, Universität Tromsø

Organisationskomitee :

Annie Bourguignon, Universität Lothringen / Daniel Chartier, UQAM (Universität Québec in Montreal) / Alain Guyot, Universität Lothringen / Konrad Harrer, Universität Lothringen / Myriam Renaudot, Universität Lothringen / Cécile Chamayou-Kuhn, Universität Lothringen

via H-Germanistik (Hier finden Sie auch eine schwedische und französische Version des CfP).

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CFP: „New Perspectives on Imagology“, Wien (07.01.2018)

CFP: „New Perspectives on Imagology“, Wien
Conference Date: April 3–5, 2018

Location: Department of Comparative Literature, University of Vienna, Sensengasse 3a, 1090 Wien, Austria

Organizers: Katharina Edtstadler, Sandra Folie, Andrea Kreuter, Sophie Mayr, and Gianna  Zocco for the Department of Comparative Literature, University of Vienna

Confirmed Keynote Speaker: Prof. Dr. Joep Leerssen (University of Amsterdam)

Deadline for Proposals: January 7, 2018

Contact: imagology2018@univie.ac.at

Conference Website: http://imagology2018.univie.ac.at

Conference Fee: regular: EUR 30 / reduced: EUR 10

In her widely known introduction to comparative literature,  Angelika Corbineau-Hoffmann (32013, 195) relates the emergence of this discipline to the development of one of its most traditional fields: imagology. Both have their roots in the early nineteenth century when the academic study of literature along national categories was closely linked to political demands for national unity, and when comparisons between both different literatures and different nations as represented in literature were thought to contribute to the field of ‘Völkerpsychologie’. The ties of early imagology in an ethnically-deterministic way of thinking have led to a relatively problematic status of this field within comparative literature as studied after 1945. Although imagologists such as Marius-François Guyard, Hugo Dyserinck, and Joep Leerssen have long since introduced a constructivist approach, which studies representations of national character as “discursive objects: narrative tropes and rhetorical formulae” (Leerssen 2016, 16), imagology has hardly gained the prestigious status that fields such as intertextuality, intermediality, or world literature studies enjoy within comparative literature.

While twenty-first century imagology has developed into a fairly visible scholarly field, a certain “ambivalence of imagology” (Ruthner 2011) can be observed in many academic contributions: Ruth Florack, for example, argues that imagological interpretations still run the risk of conceiving a writer as the privileged voice of a collective and of viewing nations as “Kollektivindividuen” (2007, 18). Zrinka Blažević criticizes imagology’s “obstinate adherence to the tacit universalizing of Eurocentric orientation, and an uncritical metatheoretical promotion of the ‘supranational standpoint’” (2014, 356). Birgit Neumann notes that there is astonishingly little reflection on imagology’s key notion ‘image’/‘Bild’ (2009, 39), and Claudia Perner – who considers imagology’s relation to its “natural sister discipline” (2013, 30) postcolonial studies – concludes “that most basic assumptions of imagology require a fundamental ‘makeover’ before they can sensibly be employed” (30). Taking up these objections, Joep Leerssen – at this time one of the most proficient scholars in the field – lately combined his observation that ethnic stereotyping gained “new political virulence” (Leerssen 2016, 29) in the current ethnopopulist climate with the claim for the continuing urgent need of imagological analysis from a number of “recent and emerging perspectives” (2016, 21).

Drawing on the recent suggestions by Leerssen and others, the three-day conference in Vienna aims to promote academic discussion and exchange by focusing on what we consider four particularly promising ‘new perspectives on imagology’: (1) a cognitive-psychological view of stereotypes and images, (2) the ‘triangulation’ of ethnic framing with other identity categories, (3) a more global imagological perspective adequate to the changes in today’s societies, and (4) a more thorough awareness regarding the modes and
influence of genres in articulating ethnotypes. We are glad to announce Joep Leerssen as our keynote speaker and we would like to invite both proficient imagologists and junior researchers – from comparative literature as well as from neighboring disciplines and interdisciplinary fields – to participate in the conference. Applicants are asked to submit a short biography (max. 100 words) and a brief abstract (200-300 words), both written in English and addressed to one of the four conference sections described in detail below (deadline: January 7, 2018). Notifications about the acceptance of proposals will be sent within two weeks after the deadline. A publication of the conference papers is planned.

Section 1: Rethinking Images: Imagology & Cognitive Sciences

Stereotype/ethnotype, image, and cliché are omnipresent terms in imagology. They point to complex interdisciplinary questions about how we make sense of the world, which are not only situated in the field of comparative literature, but also in psychology, (intercultural) philosophy, and cognitive sciences. Oscillating between hetero-images and auto-images, the tendency to schematize is probably as old as humankind itself and, therefore, suitable to be discussed in a broader context. This is reflected in a growing imagological interest in the underlying cognitive processes of social thinking and categorization. As Leerssen puts it:

The cognitive-psychological model of “frames” and “triggers” has deepened our understanding of ethnotyping, and of stereotyping in general. […] The experience of “triggers” activating pre-existing explanatory “frames” is close to the hermeneutics of reader response theory, the “frame” being fairly close to the social-psychological notion of prejudice, or what Jauss would call an Erwartungshorizont or horizon of expectation. (2016, 24)

Drawing on these expressions of interest in a direct interdisciplinary dialogue between scholars of ‘traditional imagology’ and those of related fields, it is the particular aim of this section to explore the cultural dynamics connected to the triad stereotype/ethnotype – image – cliché from various disciplinary angles. Findings in the field of implicit social cognition, for example, provide insights into related mental processes, which occur outside conscious awareness (cf. Gawronski 2010). In this context, scholars working on various forms of ‘otherness’ connected to either ‘culture’, ‘ethnic groups’, or ‘nations’ are equally welcome to contribute to a lively scientific exchange. Papers taking up on psychological, philosophical, or cognitive approaches to the terms are especially encouraged. The presentations may either give a general discipline-specific overview of the terminology or discuss a concrete example in order to introduce “recent and emerging perspectives” (Leerssen 2016, 21).

Section 2: Intersectional Approaches to Imagology: The Multiple Entanglements of Ethnotypes

Intersectionality describes overlapping or intersecting social identities and related systems of oppression, domination, or discrimination like gender, race, ethnicity, class, nationality, sex, age, religion etc. (cf. Cooper 2016). Recently, intersectional theory has found its way into literary studies (cf. Klein/Schnicke 2014), within which it might prove especially useful as an analytical tool for scholars moving between numerous philological and cultural areas. Despite rising globalization and transnational connectedness, languages as well as cultures have retained close links with the concept of ‘nation’. It can, therefore, be concluded that national auto- and hetero-stereotypes as key concepts of imagology continue to hold potential as analytical categories, if not as the only ones.

Manfred Beller and Joep Leerssen have already included various related working concepts and approaches like gender, orientalism, postcolonialism, or race in their critical survey on Imagology (2007). They describe their interdisciplinary positioning as “a difficult and open-ended” (xiii) – but nonetheless necessary – task. Whereas their list is meant to provide a broad outline for further interdisciplinary research, Ruth Florack delivered with “Weiber sind wie Franzosen geborne Weltleute” (2000; transl. “Women like Frenchmen are born sophisticates”) a case study on the linkage between gender clichés and national patterns of perception. Despite the gradual implementation of these approaches, the intersection of ‘nation’ and further identity-forming concepts still is an under-researched area; a fact Leerssen recently stressed when observing that ‘ethnotypes’ – the result of the temperamental characteristics stereotypically imputed to
particular nationalities – “never function by themselves; they always work in conjunction with other frames, especially gender, age and class” (2016, 26). In the recent context of globalization, migration, and the occurring rise of nationalism, religion presents itself as another highly relevant frame for understanding today’s conflicts. However, rather than providing a fixed cluster of analytical categories we would like to keep the debate on this issue open and invite you to elaborate on whichever imagological intersection you may encounter in your research.

Section 3: Imagology in a Transnational, Post-Colonial, Globalized World

The historic entanglement of imagology with the European process of nation-building has led to a Eurocentric orientation, with imagological research projects typically investigating the representation of European nation A in the literature of European nation B. An exclusivist focus on such questions has become problematic for various reasons. It not only overlooks the hegemonic function of “imaginative geography” (Said 2003, 54) and stereotypical representations of the ‘Other’ in colonial and postcolonial contexts, but it also seems inadequate to the contemporary experience of living in a world in which ‘hybrid identities’ are rather the norm than the exception and in which the demarcation line between ‘foreign’ and ‘own’ has often become “indistinct and blurred” (Blažević 2014, 356). Combining theoretical insights from imagology, postcolonial studies, and ‘new’ world literature studies, this section aims to promote discussion on questions such as: Does it make sense to ‘synthesize’ imagology with concepts such as Bhabha’s stereotype theory, Said’s ‘orientalism’, or Mufti’s recent critique of world literature studies as a problematic variety of “one-world thinking” (2016, 5) – and how can this task be undertaken? How do national stereotypes function in literature describing migratory and post-colonial experiences, for which – according to Bhabha’s diagnosis – the ‘unhomely’, the confusion of borders between home and world, has become “a paradigmatic colonial and post-colonial condition” (Bhabha 1994, 9)? What is the role of national stereotypes in recently emerging genres of world literature, in which transnational comparison, global cities, and “multidirectional memory” (Rothberg 2009) play a major role? And how do stereotypes of national identity relate to images connected to ‘spatial’ identity categories of regional, urban, ethnic, or continental levels?

Section 4: Stereotypes, Nation Building, Landscape Depiction – How Different Genres Interact with Imagology

As Birgit Neumann (2009, 65-68) points out, every genre has its own modes of representation concerning images. The aim of this panel is to consider to what extent such generic conventions shape the literary depiction of ethnotypes or other social identity categories. Do certain literary genres predetermine how identities are articulated? And have today’s transcultural and transnational societies fostered the development of new genres dealing with questions of identity?

The answers have yet to be found regarding most literary genres. Referring to previous research, Emer O’Sullivan (2011) has presented an overview examining the relation between imagology and children’s literature. Marieluise Christadler, for example, examined the change of national stereotypes in pre-1914 French and German children’s literature and pointed to a militarization in the use of auto- and hetero-images (cf. O’Sullivan 2011, 6). Beyond that, cultural, national, or regional identity may often be conveyed through the landscape, e.g. the Alps in Swiss books, creating so called “Nationale Mythen” (cf. O’Sullivan 2011, 7-8). Further intersections between imagology and children’s literature include: the particular functions of these images, their role in contexts of cultural transfer and translation, as well as the topic of migration (cf. O’Sullivan 2011, 8-11).

Contributions to this section may consider the above-mentioned and possible other intersections between imagology and literary genres; on the one hand by examining genres traditionally analyzed in imagological contexts like travelogues, (post)colonial literature, or migration/hybrid literature. On the other hand, contributions may elaborate on less researched links between imagology and other genres, such as the regional crime novel (cf. Simonek 2015/16), science fiction (think of Star Trek’s famous proclamation of going “Where no man has gone before”), or (auto)biographical literature.

Bibliography

Beller, Manfred/Leerssen, Joep (eds.): Imagology: The Cultural Construction and Literary Representation of National Characters. A Critical Survey. Amsterdam: Rodopi 2007.

Bhabha, Homi K.: The Location of Culture. London: Routledge 1994.

Blažević, Zrinka: “Global Challenge: The (Im)Possibilities of Transcultural Imagology.” In: Umjetnost riječi LVIII, 2014, pp. 355-367.

Cooper, Brittney: “Intersectionality.” In: Disch, Lisa/Hawkesworth, M. E. (eds.): The Oxford Handbook of Feminist Theory. New York: Oxford University Press 2016, pp. 385-406.

Corbineau-Hoffmann, Angelika: Einführung in die Komparatistik. Berlin: Schmidt 2013.

Florack, Ruth: Bekannte Fremde: Zu Herkunft und Funktion nationaler Stereotype in der Literatur. Tübingen: Niemeyer 2007.

Florack, Ruth: “‘Weiber sind wie Franzosen geborne Weltleute’. Zur Verschränkung von Geschlechter-Klischees und nationalen Wahrnehmungsmustern.” In: Florack, Ruth: Nation als Stereotyp: Fremdwahrnehmung und Identität in deutscher und französischer Literatur. Berlin: De Gruyter 2000, pp. 319-338.

Gawronski, Bertram [et. al.]: Handbook of Implicit Social Cognition: Measurement, Theory, and Applications. New York: Guilford Publications 2010.

Klein, Christian/Schnicke, Falko (eds.): Intersektionalität und Narratologie: Methoden, Konzepte, Analysen. Trier: WVT 2014.

Leerssen, Joep: “Imagology: On Using Ethnicity to Make Sense of the World.” In: Iberic@l, Revue d’études ibériques et ibéro-américaines, 10, 2016, pp. 13-31.

Mufti, Aamir R.: Forget English! Orientalisms and World Literatures. Cambridge: Harvard University Press 2016.

Neumann, Birgit: Die Rhetorik der Nation in britischer Literatur und anderen Medien des 18. Jahrhunderts: Trier: WVT 2009.

O’Sullivan, Emer: “Imagology Meets Children’s Literature.” In: International Research in Children’s Literature 4, 1, 2011, pp. 1-14.

Perner, Claudia: “Dislocating Imagology – And How Much of It Can (Or Should) Be Retrieved?” In: Munkelt, Marga/Sein, Mark/Schmitz, Markus (eds.): Postcolonial Translocations: Cultural Representations and Critical Space Thinking. Amsterdam: Rodopi 2013, pp. 29-44.

Rothberg, Michael: Multidirectional Memory: Remembering the Holocaust in the Age of Decolonization. Stanford: Stanford University Press 2009.

Ruthner, Clemens: “Between Aachen and America. Bhabha, Kürnberger and the Ambivalence of Imagology.” In: Dukić, Davor (ed.): Imagologie heute. Bonn: Bouvier 2011, pp. 137-160.

Said, Edward: Orientalism. London: Penguin 2003.

Simonek, Stefan: “Der Brenner und die Nadeshda. Imagologische Anmerkungen zu Wolf Haas’ Kriminalroman ‘Brennerova’”. In: Jahrbuch der Österreich-Bibliothek in St. Petersburg, 12, 2015/2016, pp. 166-180.

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CfP: Zehntes internationales Symposium junger Goetheforscher, Weimar (15.02.2018)

Call for Papers für das zehnte internationale Symposium junger Goetheforscher | Weimar

Deadline Abstract: 15. Februar 2018
Datum der Veranstaltung: 12. Juni 2019

Am 12. Juni 2019 richtet die Goethe-Gesellschaft in Weimar zum zehnten Mal das internationale Symposium junger Goetheforscher aus. Als Auftakt zur viertägigen Hauptversammlung, an der ca. 400 Mitglieder aus aller Welt teilnehmen, hat sich das Symposium inzwischen fest etabliert. Es bietet Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, eigene Forschungsergebnisse einem internationalen Fachpublikum vorzustellen.

Wir möchten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus dem In- und Ausland herzlich dazu einladen, sich für das Symposium zu bewerben.

Das Symposium besteht aus insgesamt acht Vorträgen von 25 Minuten. An diese schließt sich jeweils eine etwa 20-minütige Diskussionsrunde an, in der Fragen zum Vortrag gestellt und einzelne Aspekte kritisch vertieft werden können. Das Vortragsthema ist grundsätzlich freigestellt, doch wird erwartet, dass es einer Fragestellung entspringt, die neue Erkenntnisperspektiven für die Goetheforschung eröffnet und – auch bei methodischer Avanciertheit – für ein breiteres Auditorium nachvollziehbar bleibt. Die Vortragssprache ist Deutsch. Die Goethe-Gesellschaft übernimmt die Kosten für Reise und Unterkunft und ermöglicht dadurch auch die Teilnahme am Programm der anschließenden Hauptversammlung der Goethe-Gesellschaft. Über eine Publikation der Vorträge im Goethe-Jahrbuch entscheiden die Herausgeber.

Die Vortragenden sollten sich in einem Forschungsprojekt (Aufsatz, Dissertation, Habilitation) mit Aspekten von Goethes Werk oder Biographie befassen und das 37. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Die vollständige Bewerbung umfasst neben Angaben zur Person ein ca. zweiseitiges Exposé des geplanten Vortrags. Die Entscheidung über die Bewerbungen treffen die Leiter des Symposiums in Abstimmung mit dem Vorstand der Goethe-Gesellschaft.

Ihre Unterlagen senden Sie bitte bis zum 15. Februar 2018 per E-Mail an die Leiter des Symposiums:

Dr. Gerrit Brüning (Goethe-Universität Frankfurt a. M.): bruening@em.uni-frankfurt.de
Oliver Grill (LMU München): Oliver.Grill@germanistik.uni-muenchen.de
Hanna Hamel (Zentrum für Literatur- und Kulturforschung Berlin): hamel@zfl-berlin.org

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In eigener Sache: Umfrage Fachinformationsdienst Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (FID AVL)

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Liebe Leser*innen des avldigital BLOG,

seit 2016 bietet der Fachinformationsdienst Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft (FID AVL) (http://www.avldigital.de) allen komparatistisch arbeitenden Literaturwissenschaftler*innen und Angehörigen angrenzender Disziplinen neue Infrastrukturen für die fachbezogene Recherche und Kommunikation sowie weitere innovative Serviceleistungen. Er wird dabei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Förderprogramms „Fachinformationsdienste für die Wissenschaft“ zunächst bis Mai 2019 unterstützt.

Gestalten Sie jetzt die Angebote für die geplante zweite Förderphase (2019-2021) mit!

Nehmen Sie sich bitte 5-10 Minuten Zeit, um auf unsere Fragen zu Inhalten und Methoden Ihrer literaturwissenschaftlichen Arbeit zu antworten. Die Umfrage finden Sie bis einschließlich 21.12.2017 unter https://evaluation.studiumdigitale.uni-frankfurt.de/evasys/online.php?p=26GD2.

Die Teilnahme an der Umfrage ist vollkommen freiwillig. Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und anonymisiert ausgewertet. Ein Rückschluss von Antworten auf Ihre Person ist nicht möglich.

Sind Sie an den Ergebnissen der Umfrage interessiert? Diese werden im Januar 2018 hier im avldigital BLOG und über die Mailingliste des FID AVL veröffentlicht.

Gerne können Sie interessierte Kolleg*innen auf die Umfrage aufmerksam machen. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an info@avldigital.de.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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