CfP: „Werk und Beiwerk. Zur Edition von Paratexten“, Marbach (01.03.2019)

Call for Papers für die internationale Tagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition „Werk und Beiwerk. Zur Edition von Paratexten“ | Deutschen Literaturarchiv Marbach

Deadline Abstract: 01. März 2019 | Annahmebestätigung: Frühsommer 2019
Datum der Veranstaltung: 12.-15. Februar 2020


Werk und Beiwerk. Zur Edition von Paratexten

Die achtzehnte internationale Tagung der Arbeitsgemeinschaft für germanistische Edition zum Thema „Werk und Beiwerk. Zur Edition von Paratexten“ findet vom 12. bis 15. Februar 2020 im Deutschen Literaturarchiv Marbach statt. Die Tagung ist sowohl international als auch interdisziplinär ausgerichtet. Sie will nicht nur editorisch Interessierte aus den Literatur- und Musikwissenschaften, sondern gleichermaßen Historiker, Philosophen, Theologen, Kultur‑, Theater‑, Medien- und Filmwissenschaftler ansprechen. Vorbereitet und durchgeführt wird die Tagung von Dr. Roland S. Kamzelak. Mitbeteiligt sind die Arbeitsgemeinschaft philosophischer Editionen und die Fachgruppe Freie Forschungsinstitute in der Gesellschaft für Musikforschung.

In Anknüpfung an Genettes Paratext-Verständnis (als ‚Beiwerk‘ zum Buch) stellt sich editorisch zunächst die Frage, wie mit jenen Elementen umzugehen ist, die mit dem zu edierenden Text bzw. Werk materiell verbunden sind, aber nicht seine eigentlichen Textsorten (‚Peritexte‘) bilden. Dies betrifft etwa Nachworte zu Auflagen, Werbetexte im Buch, überhaupt alle materiellen Bestandteile des Werkes als medialer Erscheinungsform (Umschlag eines Buches, Bindungen einer Handschrift, Formate, Papiere etc.), nicht zuletzt aber auch die Formen, durch die die Schriftzeichen repräsentiert werden (Layout von Handschriften- und Buchseiten, Typografie, Grafie, Farbgestaltung etc.). Sollen überhaupt – und wenn ja, wie – peritextuelle Elemente des Werkes editorisch dargestellt werden?

Auf der Ebene der ‚Epitexte‘, also jener nicht mit dem Text/Werk verbundenen Materialien wie Tagebuch- und Notizbucheinträge, Briefäußerungen oder anderer personenbezogener Materialien sowie sonstiger Verlautbarungen zum Werk (autoreigen oder fremd), stellt sich ebenfalls die Abgrenzungsfrage. Welche ‚Epitexte‘ gehören in die Edition? Stellt etwa das Ableben des Autors zu Recht die Grenze der editorischen Aufnahme von Rezeptionszeugnissen dar? Wie sollen solche Zeugnisse in der Edition dargestellt werden. Sind sie Teil der Entstehungsgeschichte oder der Rezeptionsgeschichte? Gehören sie in den Kommentar‑/Erläuterungsteil einer Edition oder an einen anderen Ort? Ist dieser Ort für die digitale Edition im Gegensatz zur Buchedition neu oder anders zu definieren? Wie unterscheiden sich solche Materialien von genuin textgenetischen Materialien, also solchen, die die jeweiligen Ausführungen des Werks zu einem bestimmten Zeitpunkt darstellen?

Beide paratextuellen Formate können zudem auf ihre auf den Einzelfall bezogene je mediale Ausprägung befragt werden: z.B. Handschrift, Buch, Ton, Film. Welche Art von editorischer Darstellung ist für je andersartige mediale Dokumente erforderlich und angemessen? Wie ist mit Medienmischungen umzugehen, z.B. bei Bild-Text- oder Musik-Text-Verschränkungen in Handschriften oder Drucken oder bei Born-digitals? Müssen Editionen für die Aufbereitung solcher oder ähnlicher Überlieferungslagen multimedial – und wenn ja, in welcher Weise – angelegt sein?

Weiter lässt sich fragen, mit welchen medientechnologischen Verfahren sich solche Gegebenheiten editorisch repräsentieren und wieder präsentieren lassen. Auch die Rolle des Verhältnisses von Archiv und Edition kann hierbei eine Rolle spielen. So zielt etwa die programmatisch gedachte Einführung des Regelwerks RDA (Resource Description and Access) im Bibliotheks- und Archivwesen auch auf das Zusammenwachsen von institutionellen Metadaten mit Editionen, wodurch ein kulturelles Semantic Web entstehen kann.

Auf theoretischer Ebene können solche Betrachtungen zu einer Befragung des Werk- und des Autorbegriffs sowie ihrer ordnungsstiftenden bzw. rahmengebenden Funktion in der Edition führen. Gattungsgrenzen als Werkspezifikum und damit als editionsformatbildend können in diesem Zusammenhang ebenfalls hinterfragt werden, insbesondere wenn sie (zugleich) medial geprägt sind.

Zu all diesen und verwandten Phänomenen sind editionswissenschaftlich ausgerichtete Referate erwünscht. Sowohl vom Einzelfall ausgehende bzw. Beispiele vorstellende als auch theoretisch oder methodisch orientierte Beiträge sind willkommen.

Die Tagung wird die bei der AG üblichen Präsentationsformate umfassen: Plenarvorträge (30 Min.), Sektionsvorträge (20 Min.) sowie Werkstattberichte und Diskussionspanels. Referatsvorschläge mit einem einseitigen Exposé werden bis zum 1. März 2019 als PDF per E-Mail erbeten an:

Dr. Roland S. Kamzelak

E-Mail: entwicklung [at] dla-marbach.de.

Über die Annahme der Referatsvorschläge befindet der Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft. Eine Benachrichtigung erfolgt bis Frühsommer 2019.


via H-Germanistik

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