Ringvorlesungen im Wintersemester 2018/19, VII

logo_traumkulturen_schwarzIm vorerst letzten Teil unserer Beitragsreihe wollen wir Sie über mehrere Gastvorträge informieren, die am Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“ gehalten werden und die sich den unterschiedlichen Traumformierungen in Kultur und Literatur widmen. Die vortragenden Gäste des Kollegs sind: Prof. Dr. Martin von Koppenfels (LMU München), Dr. Claude Fretz (Queen’s University Belfast), Dr. Christian Bachmann (Ruhr-Universität Bochum) und Prof. em. Dr. Dr. Claus-Artur Scheier (TU Braunschweig).



Veranstaltungstermine:
25. Oktober 2018 (17–18.30 Uhr), 28. November 2018, 5. Dezember 2018, 8. Januar 2019 (jeweils 18-20 Uhr)

Prof. Dr. Martin von Koppenfels (LMU München)

»Alpträume der Souveränität. Charlotte Beradt und die Ermächtigung des Traums«

25. Oktober 2018  |  17–18.30 Uhr  |  Universität des Saarlandes  |  Graduate Centre (Campus C9 3)

Angst- oder Alpträume spielen eine auffällige Rolle in Dokumenten aus politischen Krisenzeiten. Solche Träume können (mit Eric Santner) als Orte beschrieben werden, an denen sich Krisen der Souveränität im Unbewussten Ausdruck verschaffen – als Orte, an denen sichtbar wird, wie individuelle Wünsche und Ängste mit symbolischen Strukturen verwoben sind, die die Gesellschaft als ganze betreffen. Diese Konstellation aus Traum, Angst, Macht und Widerstand tritt auch in Traumdokumenten aus der Zeit der NS-Diktatur zutage, wie der Vortrag anhand von Charlotte Beradts Sammlung Das Dritte Reich des Traums [1966] und ihrer eigentümlichen Rezeptionsgeschichte zeigen möchte.


Dr. Claude Fretz (Queen’s University Belfast)

»Dreams in Shakespeare«

28. November 2018 | 18–20 Uhr | Universität des Saarlandes | Campus C5 3 | Raum 3.24

Bei Shakespeare können sich Träume auf die Vergangenheit beziehen, die Gegenwart reflektieren oder einen flüchtigen Blick in die Zukunft erlauben; sie können Ängste übermitteln oder Hoffnungen schüren. Weil die Ursprünge von Träumen komplex und bisweilen unmöglich einzuordnen waren, boten sich Träume als ein attraktives dramaturgisches Element an. Der Vortrag widmet sich deshalb insbesondere den dramaturgischen Effekten, die mit Blick auf die damaligen religiösen, physiologischen und politischen Vorstellungen über Träume von Shakespeare in seinen Stücken erzeugt wurden.


Dr. Christian Bachmann (Ruhr-Universität Bochum)

»Träumen rahmen. Zu einer graphisch-narrativen Strategie in Bildergeschichten und Comics um 1900«

5. Dezember 2018 | 18–20 Uhr | Campus C5 3 | Raum 3.24

Um 1900 entwickelt sich der Comic als neue Erzählform in US-amerikanischen Tageszeitungen. Zeichensystem, Erzähl- und Darstellungsweisen sowie Themen- und Figurenrepertoire entstehen jedoch nicht in einem Vakuum, sondern in Fortsetzung einer langen visual-satirischen Tradition. Vor diesem Hintergrund sollen die Darstellungsweisen von Träumen in der Bildsatire, in Bildergeschichten und im Comic skizziert werden, die um 1900 eine beinahe selbstevidente Rolle spielen.


Prof. em. Dr. Dr. Claus-Artur Scheier (TU Braunschweig)

»›Wunder von Ferne oder Traum‹ – Überlegungen zur virtuellen Realität«

8. Januar 2019 | 18–20 Uhr | Campus C5 3 | Raum 3.24

Die industrielle Revolution hat von Anfang an auch die natürliche Traumdisposition des modernen Menschen, die »Fabrikware der Natur« (Schopenhauer) ergriffen, den Traum industrialisiert und seinen tradierten Begriff funktionalisiert (Freud). Daraus resultierte eine neue Form der Produktion: die Simulation, und ein neuer Typ hochtechnischer Produkte: die virtuellen Welten. Wie unterscheiden sich Traum und virtuelle Realität? Dieser Frage wird Prof. em. Dr. Claus-Artur Scheier in seinem Vortrag auf den Grund gehen.


Weitere Informationen: Graduiertenkolleg „Europäische Traumkulturen“

 

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