Ringvorlesungen im Wintersemester 2018/19, II

gu-logo-blauAn der Goethe-Universität Frankfurt gibt es in diesem Wintersemester zwei Ringvorlesungen mit literaturwissenschaftlichen Themenschwerpunkten. Das Institut für romanische Sprachen und Literaturen widmet sich der Erzählung und dem Kommentar in den romanischen Literaturen. Das Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft beschäftigt sich mit dem weiten Spektrum der Kategorien der Differenz. An diesem Format ist auch das Forschungszentrum für historische Geisteswissenschaften beteiligt.


Erzählung und Kommentar in den romanischen Literaturen | IG-Farbenhaus IGF, Raum 0.251, Goethe-Universität Frankfurt

Datum der Veranstaltung: 21. November 2018 bis 13. Februar 2019, alle 14 Tage jeweils mittwochs von 16:30 Uhr bis 18:00 Uhr

21.11. Philipp Stockbrugger (Frankfurt): Der Autorkommentar in den Rime von Torquato Tasso
05.12. Anna Kuwalewski (Frankfurt): Meta-Mimesis: Das imaginäre Museum als Instrument ästhetischer Selbst- und Fremdkommentierung bei Balzac
19.12. Isabelle Reck (Strasbourg): Commen-taire(s), co(m)mentant, co(m)ment(tateur)(s): Le commentaire polyphonique ou « les voix du questionnement » dans le théâtre espagnol XX-XXIe siècles
16.01. Jeanne Yapaudijan (Frankfurt / Lyon): Erzählung und Kommentar in Billard um halb Zehn von Heinrich Böll
06.02. Jacqueline Jakobi (Frankfurt): Intermediale Aspekte bei Francisco de Goya. Text- und Bildkommentar in Los Caprichos
13.02.Frank Estelmann (Frankfurt): Erzählrahmen und Erzählerkommentar bei Cervantes und Scarron

Weitere Informationen: Goethe-Universität Frankfurt


Kategorien der Differenz | IG-Farbenhaus Hörsaal 411 (Erdgeschoss, rechts neben dem Haupteingang), Goethe-Universität Frankfurt

Datum der Veranstaltung: 31. Oktober 2018, 14. November 2018, 28. November 2018, 5. Dezember 2018, 16. Januar 2019, 30. Januar 2019, jeweils mittwochs von 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr

Kategorien der Differenz (und der Differenzierung) durchziehen und strukturieren alle sozialen und kulturellen Phänomene. Sie bilden die Basis alltäglicher, künstlerischer und wissenschaftlicher Bedeutungszuschreibungen und Sinnstiftungsprozesse, da sie die Gruppierungen und Aufteilungen von Lebewesen und Dingen entlang bestimmter Unterscheidungskriterien, die oft implizit und subtil bleiben, ermöglichen. Kategorien der Differenz, als System von Unterscheidungen, sind dabei selbst historisch spezifisch und bilden das Fundament dafür, was wir wie – anhand welcher Kriterien – wovon trennen und verbinden, was als ähnlich, was als unterschiedlich wahrgenommen und gewertet wird. Differenz wird dabei nicht vorgefunden, sondern erzeugt (Stichwort: Doing Difference), und ihre Kategorien werden habitualisiert und prägen die Art und Weise, wie wir uns selbst und die Welt wahrnehmen. Differenzierung (das Unterscheiden) ist jedoch auch ein grundlegender psychologischer Mechanismus der Wahrnehmung und des Sich-zurecht-Findens, ohne den es dem Menschen nicht möglich wäre, in einer komplexen Umwelt zu existieren. Unterscheiden bildet auch die Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnis.

Dadurch prägen Kategorien der Differenz (und der Differenzierung) unser gesellschaftliches Zusammenleben ebenso wie die wissenschaftlichen Kategorienbildungen und Arbeitsweisen. Sie fundieren Epistemologien, Ontologien und Hierarchien ebenso wie künstlerische Darstellungen und Weltmodelle sowie literarische Wertungssysteme (um nur einige Beispiele zu nennen). Wurden die Kategorien der Differenz bis zum Ende des 20. Jahrhunderts noch maßgeblich auf die ‚großen Drei‘ der sog. sozialen Differenz begrenzt (race, class, gender), die scheinbar ‚natürlich‘ aber tatsächlich nur naturalisiert und habitualisiert vorliegen, lässt sich spätestens mit Beginn des 21. Jahrhunderts eine Differenzierung der Differenz(en) konstatieren. Dies scheint nicht zuletzt darin begründet, dass auch die unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen sich dafür geöffnet haben, ihre eigenen Unterscheidungen in den Blick zu nehmen und zu hinterfragen.

Fragen nach der Entstehung, historischen Entwicklung, Aufrechterhaltung, Transformation und Subversion von Kategorien der Differenz – seien sie sozial, politisch, kulturell oder wissenschaftlich wirksam – wurden und werden seither auf unterschiedliche Weise in allen Disziplinen der Geisteswissenschaften bearbeitet und weiterentwickelt. Damit bilden sie ein interdisziplinär relevantes und anschlussfähiges Jahresthema, das aus unterschiedlichsten Perspektiven und theoretischen Positionen sowie in allen Epochen und Medien beleuchtet werden kann: von der Kunstgeschichte über die Literatur-, Kultur- und Sprachwissenschaften, in der Ethnologie, der Philosophie und den Geschichtswissenschaften ebenso wie in der Judaistik, der Rechtsgeschichte oder den Theaterwissenschaften. Der Ausgestaltung des konkreten Vortragsthemas sind keine weiteren Grenzen gesetzt, so dass ein möglichst breites Spektrum von Kategorien der Differenz entstehen kann.

Weitere Informationen: Goethe-Universität Frankfurt

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