Tagung „Physiognomien des Lebens: Anthropologie, Medizin, Kultur“, Düsseldorf (12.-14.09.2018)

Physiognomien des Lebens: Anthropologie, Medizin, Kultur | Haus der Universität, Schadowplatz 14, 40212 Düsseldorf

Datum der Veranstaltung: 12.-14. September 2018

Die Physiognomik ist eine Denkweise, die vor allem in den Naturwissenschaften des 19. Jahrhunderts verbreitet war. Sie ging von der Annahme aus, dass sich anhand von körperlichen Merkmalen Rückschlüsse auf den Charakter eines Menschen ziehen lassen. Bis heute tritt die Physiognomik latent als gedankliche Matrix auf, etwa unter dem Deckmantel der algorithmengestützten Datenanalyse oder in Form einer Typisierung von Menschen, die in sozioökonomische Prozesse einfließt. Die Vorträge analysieren die gesellschaftspolitischen Implikationen dieser Entwicklung und bieten vonseiten der Philosophie, Wissenschaftstheorie, Ästhetik, Kultur- und Literaturwissenschaft eine biopolitische Lektüre des physiognomischen Denkens, die über dessen traditionelle Lesart hinausgeht.


PROGRAMM

12. September 2018

[10.00-13.00h]

Eröffnung der Tagung

Prorektorin für Internationales, Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch

Dekan der Philosophischen Fakultät, Prof. Dr. Ulrich Rosar

Grußworte

Prof. Dr. Vittoria Borsò, Jun.-Prof. Dr. Sieglinde Borvitz, Prof. Dr. Michele Cometa, Dr. Antonio Lucci, Dr. Luca Viglialoro

Begrüßung und Einführung

L’autre portrait der Physiognomik

Prof. Dr. Jean-Luc Nancy (Straßburg)
Envisager, dévisager

Prof. Dr. Andrea von Hülsen-Esch (Düsseldorf)
Physiognomien des Alterns in der bildenden Kunst

[14.30-18.00h]

Morphologien – Physiognomien

Martin Bartelmus (Düsseldorf)
In den Gesichtern der Tiere lesen. Die Zoobiopolitik in Physiognomie, Fotografie und Tierbildhauerei

Prof. Dr. Luca Farulli (Florenz/Siena)
Jacob Burckhardt: Physiognomiker der Dingwelt

Dr. Giovanni Gurisatti (Padua)
Die hyperreelle Gemeinschaft. Physiognomie und Ästhetik des Bildes im Zeitalter der Virtualisierung

 

13. September 2018

[10.00-13.00h]

Paradigmen der Physiognomik

Prof. Dr. Vittoria Borsò (Düsseldorf)
Physiognomie heute: zwischen Körperpolitiken und vitaler Politik des Körpers

Prof. Dr. Andrea Pinotti (Mailand)
Morfologie: estetica e scienze della vita

Prof. Dr. Salvatore Tedesco (Palermo)
L’estetica e il vivente: atto biologico, vincoli e responsabilità

[14.30-18.00h]

Physiognomik zwischen Ästhetik und Politik

Prof. Dr. Dario Gentili (Rom III)
Aura und Markt. Zu Individuum und Masse ausgehend von Walter Benjamins „Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“

Prof. Dr. Michele Cometa (Palermo)
Physiognomik und Poesie: Ansätze zu einer Biopoetik

PD Dr. Marie Guthmüller (Bochum)
Physiognomie des Geistes? Überlegungen zu einer Denkfigur in Anschluss an Jean-Jacques Rousseau

 

14. September 2018

[10.00-13.00h]

Zwischen Normierung und Typisierung

Prof. Dr. Beate Ochsner (Konstanz)
„Die Zukunft smarten Hörens hat begonnen“ (ReSound). Anmerkungen zu einer technosensorischen Regierungspraktik

Dr. Thomas Krämer (Düsseldorf)
Wissenschaft als Projekt: biomedizinische Verbundforschung zwischen Kontingenz und Disposition

Dr. Luca Viglialoro (Düsseldorf)
Körpertechniken: zu einer (a)medialen Physiognomik der Geste

[14.30-18.00h]

Kulturwissenschaftliche Annäherungen: Formungen der Physiognomik

Prof. Dr. Nicoletta Pireddu (Georgetown)
Physiognomies of Excess in the Neurosic Fin de Siècle

Prof. Dr. Thomas Macho (Wien)
Enrico Morsellis Moralstatistik. Zur Physiognomik des Suizids in verschiedenen Kulturen

Dr. Antonio Lucci (Hannover)
Die Geburt der italienischen Biopolitik aus dem Geiste des Positivismus


Kontakt

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Institut für Romanistik
Universitätsstraße 1
D-40225 Düsseldorf
Tel.: 0211 81-12128 / 81-12971
E-mail: team-borvitz@phil.hhu.de

Hier können Sie einen Flyer für die Tagung „Physiognomien_des_Lebens“ herunterladen.

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