Workshop: „Blatt oder Seite. Was es heißt, ein Manuskript zu ‚lesen‘ / Leaf or page. What it means to ‘read’ a manuscript“, Hamburg (22.-23.06.2018)

Blatt oder Seite. Was es heißt, ein Manuskript zu ‚lesen‘ / Leaf or page. What it means to ‘read’ a manuscript | Centre for the Study of Manuscript Cultures, Raum 0001, Warburgstraße 26, 20354 Hamburg

Datum der Veranstaltung: 22.-23. Juni 2018

Organisation: Christian Benne (Kopenhagen) / Carlos Spoerhase (Bielefeld)

[For English see below]

Ob ein Manuskript aus (autographen) Blättern oder (allographen) Seiten, besteht, hängt von der Perspektive ab. Wann, wie und warum wird ein Blatt zur Seite – und umgekehrt? Verlangt die Lektüre des Manuskripts notwendigerweise eine Zurückstellung autographer Elemente? Inwiefern lässt sich der Manuskriptcharakter eines Textes unter den Bedingungen einer Lektürepraxis berücksichtigen, die sich an dem Seitenverständnis der Buchkultur herausbildete? Diese Fragen stellen sich nicht zuletzt aufgrund neuer Editionstechniken, in denen Manuskriptblätter zu faksimilierten und transkribierten Seiten werden, die neue Lektüreansätze zwar einfordern, aber nicht automatisch mitliefern. Ähnliches gilt für die digitale Repräsentation auf dem flächigen Ausschnitt des Computerbildschirms. Anhand ausgewählter Beispiele will der Workshop versuchen, Interpretation und Lektüre vom Blatt und vom Manuskript her neu zu denken. Er besteht aus einer Reihe von Präsentationen und Diskussionen, keinen traditionellen Vorträgen. Für interessierte Gäste aus anderen Disziplinen sind am Ende jeden Tages eine englische Zusammenfassung und ein profilierter Beitrag (mit Diskussion) in englischer Sprache vorgesehen.

Workshop-Anmeldung: https://www.manuscript-cultures.uni-hamburg.de/register_leaf2018.html

Whether a manuscript consists of (autographical) leaves or (allographical) pages depends on the perspective. When, how, and why do leaves turn into pages – and vice versa? Does the reading of a manuscript necessarily entail the putting aside of autographical elements? How can the handwritten nature of a text be accounted for under the conditions of a reading practice that was developed with print culture’s understanding of the page in mind? These questions seem pertinent not least in the context of novel editing techniques: manuscript leaves become facsimiles and transcribed pages, which ostensibly demand novel reading strategies, but do not deliver them automatically alongside the edition itself. Something similar could be said about the digital representation of manuscripts on two-dimensional screens. With the help of selected examples, the workshop will try to reconsider interpretation and reading in the light of the manuscript. It will consist of a number of presentations and discussions, not formal lectures. For interested guests from other disciplines, there will be an English summary at the end of each day, as well as a talk in English (including discussion).

Workshop Registration: https://www.manuscript-cultures.uni-hamburg.de/register_leaf2018.html

Freitag, 22.6.2018
13.00 Ankunft
13.15-14.00 Christian Benne (Kopenhagen) & Carlos Spoerhase (Bielefeld): Einführung
14.00-15.00 Christine Haug (München): Die andere Seite des verlegerischen Geschäftsbriefs: Formular und Tabelle
Pause
15.30-16.30 Alexander Knopf (Frankfurt/Kopenhagen): Ad marginem. Zur Topografie der Schrift am Beispiel eines Novalis-Manuskripts
16.30-17.30 Sarah Pines (Die WELT): Blätter aus dem George-Kreis
Pause
The following section will be in English
18.00-18.15 Recap of discussion
18.15-19.15 Huiwen Helen Zhang (Tulsa): First to Final. The Concurrence of Poetics and Pondering

Samstag, 23.6.2018
9.15-10.15 Christoph König (Osnabrück): Verstehen nach der Zeile? Anmerkungen zur neuen historisch-kritischen Edition von Goethes Faust II
10.15-11.15 Heike Gfrereis (Stuttgart): Friedrich Hölderlins Wasserzeichen der Poesie.
Pause
11.45-12.45 Klaus Müller-Wille (Zürich): „Genau dieses Stück Papier, was wir hier sehen“ – Zur Dialektik von Seite und Blatt in H.C. Andersens poetologischen Märchen
Mittagspause
14.45-15.45 André Schüller-Zwierlein (Universitätsbibliothek Regensburg): Das Manuskript als Kunstform. Eugen Gomringers Gedicht „Dinge in Verbindung mit anderen Dingen“
15.45-16.45 Gabriele Wix (Bonn): Lawrence Weiner. Notebooks
Pause
The following section will be in English:
17.15-17.30 Recap of discussion
17.30-18.30 Rüdiger Campe (Yale): The ‘scene of writing’ revisited
18.30-19.00 Abschluss/Closing discussion (in English and German)

via H-Germanistik

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