Stellenausschreibung: 2 Stellen (zur Promotion) Akad. Mitarbeiter/in 50%, Europa-Universität Viadrina, Selma Stern Zentrum für jüdische Studien Berlin-Brandenburg (Bewerbungsschluss: 02.05.2018)

An der Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration der Stiftung Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) sind zum 01.09.2018 zwei Stellen einer/s

Akademischen Mitarbeiterin/s (Entgeltgruppe 13 TV-L, 50% der Hälfte der regelm. AZ, z.Z. 20 Std./W)

zu besetzen (vorbehaltlich der Mittelzusage des Drittmittelgebers BMBF). Die Einstellung erfolgt befristet bis 31.03.2022. Die Positionen sind dienstrechtlich an der Stiftung Europa-Universität Viadrina Frankfurt (Oder) an der Axel Springer-Stiftungsprofessur für deutsch-jüdische Literatur- und Kulturgeschichte, Exil und Migration (Prof. Dr. Kerstin Schoor) angesiedelt. Sie sind am Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg dem Forschungsbereich „Diaspora – Migration – Transnationalität“ zugeordnet.

1. Stellenprofil (siehe unten für das 2. Stellenprofil)
Kenn-Nummer 1350-18-01

Zu den Anforderungen der ersten Stelle gehören ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium im Bereich der germanistischen oder komparatistischen Literaturwissenschaften, der Kulturwissenschaften oder der Jüdischen Studien, das nicht länger als 2 Jahre zurückliegt. Sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache sowie weiterer Projekt-relevanter Sprachen werden je nach konkreter Ausrichtung des Dissertationsprojektes erwartet.

Für die Bewerbung ist ein ausgeführter Themenvorschlag für eine Dissertation im inhaltlichen Rahmen der Forschungsgruppe „Diasporische Praktiken und transkulturelle Transferprozesse jüdischer Autorinnen und Autoren in Mittel- und Ostmitteleuropa“ einzureichen. Die Arbeit wird von Prof. Dr. Kerstin Schoor betreut. Die Dissertation ist Teil einer literaturwissenschaftlich ausgerichteten Nachwuchs-Forschungsgruppe unter Leitung von Dr. Andree Michaelis-König. Zu den Dienstverpflichtungen der Stelle gehören darüber hinaus die aktive Teilnahme und Mitgestaltung an den Veranstaltungen des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

Erläuterung zum Forschungsgegenstand der Nachwuchs-Forschungsgruppe, in deren thematischem Rahmen das Dissertationsprojekt angesiedelt sein soll:
Die Diaspora als Existenzform ist in der Moderne für viele jüdische Autorinnen und Autoren in Mittel- und Ostmitteleuropa zu einer wesentlichen Grundlage ihrer poetologischen Konzepte geworden. Ihr Schreiben verschränkt dabei auf diskursiver, sprachlicher und ästhetischer Ebene regionale und transregionale Erfahrungen. Vor diesem Hintergrund fokussiert die Forschungsgruppe transkulturelle Praktiken und Transferprozesse jüdischen Schreibens. Wie und in welchen soziokulturellen Zusammenhängen jüdische Autorinnen und Autoren diasporische Kultur- und Denktraditionen entwickeln, Diskurse und Sprachen miteinander verflechten und in die allgemeinen Bewegungen einer literarischen Moderne einbringen, steht im Zentrum ihres Interesses. Sie liefert damit einen Beitrag zu einer jüdischen Literaturgeschichte als Verflechtungsgeschichte (Werberger 2012) und kann zeigen, inwiefern jüdisches Schreiben in seiner Spezifik dennoch als Teil einer allgemeinen europäischen Literaturgeschichte verstehbar wird.

Innerhalb der Forschungsgruppe sollen anhand der exemplarischen oder vergleichenden Analyse von Beispielen aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert solche Praktiken und Prozesse des Verflechtens analysiert und auf ihre diskursive und ästhetische Produktivität hin befragt werden: Welche Wirkungen übten Kulturkontaktszenen der Freundschaft, Nachbarschaft oder Kollegialität auf die Werke der Autorinnen und Autoren aus? Welche kulturellen Praktiken gingen damit einher? Auf welche „transnational networks of linguistic and cultural exchange“ (Lital/Schachter 2015) lässt sich ihr Schaffen zurückführen und wie haben diese funktioniert? Inwiefern (re-)kombinieren jüdischen Autorinnen und Autoren Diskurse, Formen, Sprachen und Traditionen unterschiedlicher regionaler und nationaler Provenienz? Wie reflektieren sie diese Praxis selbst? Die gemeinsame Arbeit der Gruppe begleitet die Entstehung der Dissertationen zu solchen Fragen. Dabei werden theoretische Konzepte einer literaturgeschichtlichen Beschreibung diasporischer Schreibpraktiken weiterentwickelt, wobei an neuere Tendenzen einer praxeologischen Auseinandersetzung mit nachbarschaftlichen Ähnlichkeiten (Batthi/Kimmich 2015) angeschlossen werden soll.

Der Projektentwurf für die individuelle Dissertation sollte in diesem breiteren Rahmen angesiedelt sein und eigenständig weiter entwickelt werden. Mögliche Themen und Aspekte, die in synchroner wie in diachroner Perspektive literaturwissenschaftlich untersucht werden könnten, sind beispielsweise:
• die fallspezifische Untersuchung einer Praxis des Kulturkontakts etwa im Milieu von Freundschaft, Nachbarschaft, Kollegialität usw. und ihrer literarischen Reflexion. Hierzu könnten etwa spezifische Autorinnen- und Autoren-Konstellationen im Umfeld der Wissenschaft des Judentums oder vor dem Hintergrund nachbarschaftlicher Nähe von den Gassen Galiziens bis zu den Plätzen Berlins analysiert werden;
• die Prozesse der Interaktion und des Transfers jüdischen Schreibens in Europa im Zuge der aufkommenden Nationalisierung der Literaturgeschichten im imperialen Kontext und der allgemeinen Internationalisierung von Zeitschriften und Verlagen etwa mit Blick auf den Gebrauch, die Entwicklung und die Transformation von Sprachen, Genres oder Diskursen. Es ließe sich beispielsweise analysieren, wie vor allem Autorinnen und Autoren im Habsburger Reich eine Vielzahl von Schreibpraktiken entwickeln, die sich nicht eindeutig west- oder mitteleuropäischen, peripheren oder urbanen, jüdischen oder nichtjüdischen Schreibtraditionen zuordnen lassen;
• Aspekte der Mehrsprachigkeit, der Übersetzung und der transnationalen Zirkulation literarischer Werke in der europäischen Diaspora: zu untersuchen wäre die Übersetzungsgeschichte einzelner Werke oder die Praxis einer Mehrsprachigkeit einzelner Autorinnen und Autoren in unterschiedlichen Kontexten sowie der Stellenwert hebräischer, jiddischer, russischer usw. Quellen und Intertexte.
2. Stellenprofil
Kenn-Nummer 1350-18-02

Zu den Anforderungen der zweiten Stelle gehören ein abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium im Bereich der komparatistischen, germanistischen oder slawistischen Literaturwissenschaft, der Jiddistik, der Kulturwissenschaften, der Osteuropa-Studien oder der Jüdischen Studien, das nicht länger als 2 Jahre zurückliegt. Sehr gute Kenntnisse der deutschen Sprache sowie weiterer Projekt-relevanter Sprachen werden je nach konkreter Ausrichtung des Dissertationsprojektes erwartet (z.B. Jiddisch, Polnisch, Russisch).

Für die Bewerbung ist ein ausgeführter Themenvorschlag für eine Dissertation im inhaltlichen Rahmen der Forschungsgruppe „Diasporische Praktiken und transkulturelle Transferprozesse jüdischer Autorinnen und Autoren in Mittel- und Ostmitteleuropa“ einzureichen. Die Arbeit wird von Prof. Dr. Annette Werberger (Professur für Osteuropäische Literaturen, EUV) betreut. Die Dissertation ist Teil einer literaturwissenschaftlich ausgerichteten Nachwuchs-Forschungsgruppe unter Leitung von Dr. Andree Michaelis-König. Zu den Dienstverpflichtungen der Stelle gehören darüber hinaus die aktive Teilnahme und Mitgestaltung an den Veranstaltungen des Selma Stern Zentrums für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

Erläuterung zum Forschungsgegenstand der Nachwuchs-Forschungsgruppe, in deren thematischem Rahmen das Dissertationsprojekt angesiedelt sein soll:
Die Diaspora als Existenzform ist in der Moderne für viele jüdische Autorinnen und Autoren in Mittel- und Ostmitteleuropa zu einer wesentlichen Grundlage ihrer poetologischen Konzepte geworden. Ihr Schreiben verschränkt dabei auf diskursiver, sprachlicher und ästhetischer Ebene regionale und transregionale Erfahrungen. Vor diesem Hintergrund fokussiert die Forschungsgruppe transkulturelle Praktiken und Transferprozesse jüdischen Schreibens. Wie und in welchen soziokulturellen Zusammenhängen jüdische Autorinnen und Autoren diasporische Kultur- und Denktraditionen entwickeln, Diskurse und Sprachen miteinander verflechten und in die allgemeinen Bewegungen einer literarischen Moderne einbringen, steht im Zentrum ihres Interesses. Sie liefert damit einen Beitrag zu einer jüdischen Literaturgeschichte als Verflechtungsgeschichte (Werberger 2012) und kann zeigen, inwiefern jüdisches Schreiben in seiner Spezifik dennoch als Teil einer allgemeinen europäischen Literaturgeschichte verstehbar wird.

Innerhalb der Forschungsgruppe sollen anhand der exemplarischen oder vergleichenden Analyse von Beispielen aus dem 19. oder frühen 20. Jahrhundert solche Praktiken und Prozesse des Verflechtens analysiert und auf ihre diskursive und ästhetische Produktivität hin befragt werden: Welche Wirkungen übten Kulturkontaktszenen der Freundschaft, Nachbarschaft oder Kollegialität auf die Werke der Autorinnen und Autoren aus? Welche kulturellen Praktiken gingen damit einher? Auf welche „transnational networks of linguistic and cultural exchange“ (Lital/Schachter 2015) lässt sich ihr Schaffen zurückführen und wie haben diese funktioniert? Inwiefern (re-)kombinieren jüdischen Autorinnen und Autoren Diskurse, Formen, Sprachen und Traditionen unterschiedlicher regionaler und nationaler Provenienz? Wie reflektieren sie diese Praxis selbst? Die gemeinsame Arbeit der Gruppe begleitet die Entstehung der Dissertationen zu solchen Fragen. Dabei werden theoretische Konzepte einer literaturgeschichtlichen Beschreibung diasporischer Schreibpraktiken weiterentwickelt, wobei an neuere Tendenzen einer praxeologischen Auseinandersetzung mit nachbarschaftlichen Ähnlichkeiten (Batthi/Kimmich 2015) angeschlossen werden soll.

Der Projektentwurf für die individuelle Dissertation sollte in diesem breiteren Rahmen angesiedelt sein und eigenständig weiter entwickelt werden. Mögliche Themen und Aspekte, die in synchroner wie in diachroner Perspektive literaturwissenschaftlich untersucht werden könnten, sind beispielsweise:
• die Prozesse der Interaktion und des Transfers jüdischen Schreibens in Europa im Zuge der aufkommenden Nationalisierung der Literaturgeschichten im imperialen Kontext und der allgemeinen Internationalisierung von Zeitschriften und Verlagen etwa mit Blick auf den Gebrauch, die Entwicklung und die Transformation von Sprachen, Genres oder Diskursen. Es ließe sich beispielsweise analysieren, wie vor allem Autorinnen und Autoren im Habsburger Reich eine Vielzahl von Schreibpraktiken entwickeln, die sich nicht eindeutig west- oder mitteleuropäischen, peripheren oder urbanen, jüdischen oder nichtjüdischen Schreibtraditionen zuordnen lassen;
• die Modifikation und Entstehung von Genres jüdischen Schreibens vor dem Hintergrund sich wandelnder historischer Kontexte: Hier könnten beispielsweise die yizker-bikher (memorial books) als diasporisches Schreiben in der longue durée verstanden werden, insofern die Mehrheit dieser Bücher zwar erst nach dem Holocaust geschrieben wurde, jedoch frühere Schreib- und Genreformen jüdischer Lebenswelten Ostmitteleuropas in das Formenrepertoire dieser Texte eingegangen sind;
• Aspekte der Mehrsprachigkeit, der Übersetzung und der transnationalen Zirkulation literarischer Werke in der europäischen Diaspora: zu untersuchen wäre die Übersetzungsgeschichte einzelner Werke oder die Praxis einer Mehrsprachigkeit einzelner Autorinnen und Autoren in unterschiedlichen Kontexten sowie der Stellenwert hebräischer, jiddischer, russischer usw. Quellen und Intertexte;
• die fallspezifische Untersuchung einer Praxis des Kulturkontakts etwa im Milieu von Freundschaft, Nachbarschaft, Kollegialität usw. und ihrer literarischen Reflexion. Hierzu könnten etwa spezifische AutorInnen-Konstellationen etwa im Umfeld der Wissenschaft des Judentums oder vor dem Hintergrund nachbarschaftlicher Nähe von den Gassen Galiziens bis zu den Plätzen Berlins analysiert werden.
Hinweise zur inhaltlichen Ausrichtung des Forschungsgruppenprojekts finden sich auch auf der Homepage des Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg: www.zentrum-juedische-studien.de/home/ausschreibungen sowie auf den Seiten des Lehrstuhls: https://www.kuwi.europa-uni.de/de/lehrstuhl/lw/diaspora/forschung/forschungsgruppe.html.

Wir bieten Ihnen:
• Arbeiten und Leben an einer lebendigen Universität mit internationalem Profil
• Einen stetigen interdisziplinären Austausch, vor allem im osteuropäischen Raum
• Eine familienfreundliche Hochschule
• Angebot flexibler Arbeitszeitmodelle
• Gesundheitsmanagement (Gesundheitskurse oder physiotherapeutische Behandlungen unter Freistellung der Arbeitszeit)
• Zusätzliche Altersvorsorge über die VBL
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Die Stiftung Europa-Universität Viadrina hat sich im Rahmen ihres Gleichstellungskonzepts das strategische Ziel gesetzt, den Anteil von Frauen in Forschung und Lehre deutlich zu erhöhen und nimmt an den forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG teil. Sie bittet Wissenschaftlerinnen deshalb ausdrücklich um ihre Bewerbung. Bewerberinnen können sich mit der Gleichstellungsbeauftragten in Verbindung setzen (www.europa-uni.de/gleichstellung).
Die Universität unterstützt ihre Mitglieder bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie bietet familienfreundliche Studien- und Arbeitsbedingungen.
Nähere Informationen finden Sie unter: (www.europa-uni.de/familie)

Menschen mit Behinderung werden bei gleicher Eignung und Befähigung vorrangig berücksichtigt. Es ist empfehlenswert, auf eine evtl. Behinderung bereits in der Bewerbung hinzuweisen.

Die Bewerbungen sind mit den folgenden Unterlagen einzureichen: einem ausführlichen Lebenslauf, einem deutschsprachigen Exposé zur Entwicklung eines eigenen Forschungsprojektes innerhalb der Nachwuchsforschungsgruppe (Forschungsfrage und Zielsetzung, Forschungsstand, eigene Vorarbeiten sofern vorhanden, methodisches Vorgehen, Arbeitsplan) von max. 5-8 Seiten und der Benennung von zwei Referenzen.

Ihre Bewerbung richten Sie bitte in ungebundener Papierform sowie in digitaler Form (in einer Datei gebündelt; max. 20 MB) unter Angabe der o.g. Kenn-Nr. bis zum 02.05.2018 an:
Europa-Universität Viadrina
Dezernat für Personalangelegenheiten
Dezernentin Frau Wenzler
Große Scharrnstraße 59
D-15230 Frankfurt (Oder)

und per E-Mail an bewerbung@europa-uni.de.

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Andree Michaelis-König: Mail: a.michaeliskoenig@selma-stern-zentrum.de, oder Tel.: 030 / 20 93 – 66 310.

Von einer Zusendung von Originaldokumenten bitten wir abzusehen, da die Bewerbungsunterlagen bei Nichtabholung nach 2 Monaten vernichtet werden. Falls Sie die Rücksendung Ihrer Bewerbungsunterlagen wünschen, bitten wir um Beilage eines ausreichend frankierten Rückumschlages. Bewerbungskosten können nicht übernommen werden.

via H-Germanistik

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