CfP: „Poetik des Überflusses. Kunst und Ökonomie“, Zürich (15.03.2018)

Call for Papers für die interdisziplinäre Sommerschule „Poetik des Überflusses. Kunst und Ökonomie“ | Universität Zürich

Deadline Abstract: 15. März 2018 | Datum der Veranstaltung: 03.-07. September 2018

Poetik des Überflusses. Kunst und Ökonomie

Interdisziplinäre Sommerschule am Deutschen Seminar der Universität Zürich

Zürich, 3.-7. September 2018

Konzept und Organisation: Sebastian Meixner, Cornelia Pierstorff

Überfluss provoziert. Nicht nur für ökonomische Theorien, sondern auch für Kunst ist der Überfluss eine massive Herausforderung. Denn Überfluss ist einerseits das Ziel der Ökonomie, andererseits das Ende jedes ökonomischen Handelns. Zugleich beschränken sich künstlerische Darstellungen keineswegs auf den Überfluss als Utopie, sondern scheinen im Gegenteil eher an den dystopischen Effekten von Überfluss interessiert zu sein und die Kehrseite des Überflusses in Gestalt des Überflüssigen in den Blick zu nehmen. Nicht zuletzt schlägt die Kunst den Überfluss dabei oft mit den eigenen Mitteln ästhetischer Proliferation.

Eine Poetik des Überflusses soll im Rahmen der Sommerschule der Testfall für die Interdependenz von Kunst und Ökonomie sein, die seit einigen Jahren vermehrt im Fokus der Forschung steht. Einerseits thematisiert Kunst nicht nur ökonomische Prozesse, sie greift auch auf ökonomische Metaphern und Strukturen zurück. Andererseits ist die Ökonomie spätestens seit Adam Smiths ‚unsichtbaren Hand‘, die in seinen Schriften zwar marginal, aber in der Rezeption ungleich wirkmächtiger geworden ist, nicht mehr ohne ein ästhetisches Surplus in Gestalt von Metaphern und weiteren ästhetischen Verfahren zu denken. Trotz der Konjunktur, die diese Schnittstelle in letzter Zeit erfahren hat, bleibt ausgerechnet die Verfahrensebene aber oft sekundär.

Die Verfahrensebene soll im Zentrum der Sommerschule stehen, indem sie sich fragt, wie Kunst auf der Basis ihrer je spezifischen Mittel ‚wirtschaftet‘ und so Überfluss produziert. Als Ausgangspunkt für eine systematische Annäherung an die ökonomische Logik der Kunst dient die Rhetorik, weil ihre Differenzierung sprachlicher Funktionen ebenfalls auf einer Ökonomie der Sprache gründet. Diese Ökonomie der Sprache erlaubt erst den strategischen Einsatz der Mittel als Investition. In der Sommerschule wollen wir die rhetorischen Figuren analysieren, die Überfluss generieren und die in Gestalt der amplificatio, abundantia und copia an die Grenzen des rhetorischen Systems führen, wo im scheinbar Überflüssigen der Rhetorik die Poetik lauert. Rhetorische Mittel des Überflusses scheinen aufgrund ihrer sprachlichen Verfasstheit zunächst primär literarische Texte zu betreffen. Doch eine Poetik des Überflusses ist keineswegs auf die Literatur beschränkt, sondern führt zu anderen Artefakten, die mit anderen Währungen als der Sprache wirtschaften und sich kunstgeschichtlich, bild- und medienwissenschaftlich, filmwissenschaftlich und je historisch beschreiben lassen.

Die Sommerschule ist in systematische Sektionen gegliedert und wird je nach Interessen und Beiträgen der Teilnehmer*innen auf eine Auswahl von Artefakten und Theorien fokussiert sein. Die Teilnehmer*innen werden spezifische Theorien und Werke in Impulsvorträgen diskutieren und können – sofern gewünscht – ihre eigenen Forschungen zum Thema vorstellen. Die Beiträge werden den einzelnen Sektionen nach systematischen Kriterien zugeordnet. Im Vorfeld der Sommerschule wird ein Reader erstellt.

Als Sektionsleiterinnen konnten Prof. Dr. Fabienne Liptay (Seminar für Filmwissenschaft, UZH), Prof. Dr. Kathrin Müller (Institut für Kunstgeschichte, HU Berlin), Prof. Dr. Katja Patzel-Mattern (Historisches Seminar, Universität Heidelberg) und Prof. Dr. Anita Traninger (Institut für Romanische Philologie, FU Berlin) gewonnen werden. Prof. Dr. Christine Weder (Departement für deutsche Sprache und Literatur, Genf) wird die Keynote der Sommerschule halten.

Mit einem kurzen Motivationsschreiben (ca. 300 Wörter) werden die Bewerber*innen gebeten, ihr Interesse und evtl. Anbindungen zu eigener Forschung deutlich zu machen. Für eine Bewerbung sollte das Motivationsschreiben mit einer Kurzbiographie das Organisationsteam bis zum 15.3.2018 per E-Mail erreichen.

Die Sommerschule findet vom 3.9.2018 bis 7.9.2018 in Zusammenarbeit mit dem Doktoratsprogramm „Deutsche und Nordische Philologie“ an der Universität Zürich statt. Die Unterkunft für externe Teilnehmer*innen wird durch die Sommerschule organisiert und finanziert.

 

Kontakt

Sebastian Meixner & Cornelia Pierstorff
Universität Zürich
Deutsches Seminar
Schönberggasse 9
8001 Zürich
Schweiz

+41 (0)44 634 25 72
sebastian.meixner@ds.uzh.ch
cornelia.pierstorff@ds.uzh.ch

via H-Germanistik

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