CfA: Summer School »Genre Trouble – Poetik und Politik der Gattungen«, Berlin (31.03.2018)

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Call for Applications für die Summer School »Genre Trouble – Poetik und Politik der Gattungen« | Freie Universität Berlin, Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien

Deadline Abstract: 31. März 2018
Datum der Veranstaltung: 22.-29. Juli 2018

Wie bereits im letzten Jahr organisiert die Friedrich Schlegel Graduiertenschule auch in diesem Jahr eine internationale Summer School. Diese findet vom 22.07.-29.07.2018 an der Schlegelschule (FU Berlin) zum Thema „Genre Trouble – Poetik und Politik der Gattungen“ statt. Den folgenden Call for Applications können Sie auch auf Deutsch und Englisch herunterladen. Die Bewerbungsfrist endet am 31.03.2018.

English version see below.


Gattungsbegriffe versprechen Klarheit. Zugleich stehen literarische Gattungen seit jeher in einem Spannungsverhältnis von Regelhaftigkeit und Transgression, von Nobilitierung und Ausschluss, Domestizierung und Emanzipation. Diese Reibungen machen vielfach gerade den Reiz der Auseinandersetzung mit einem zuweilen anachronistisch anmutenden, aber anhaltend wirkungsvollen Konzept aus.

Die eigenen Forschungsprojekte führen viele Nachwuchswissenschaftler*innen zur Frage nach der Gattungszugehörigkeit der untersuchten Texte wie auch des eigenen Schreibens. Im Rahmen von Diskussionen, Vorträgen und Workshops widmet sich die siebentägige Summer School 2018 Genre Trouble – Poetik und Politik der Gattungen der Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit, aber auch dem heuristischen Wert literaturwissenschaftlicher Gattungsbegriffe. Relevant werden dabei auch Konstellationen von Gattung und Nation, Geschlecht und Klasse.

Wir eröffnen die Summer School mit einem Panel zur Systematik und Pragmatik des Gattungsbegriffs. Gattungen dienen innerhalb und jenseits wissenschaftlicher Institutionen ganz unterschiedlichen Zwecken. Welche aktuellen Ansätze zur Bestimmung von Gattungen gibt es? Wie dehnbar sind Gattungsbegriffe? Welchen methodisch-theoretischen Erkenntnisgewinn bieten solche Kategorisierungen? Und welche marktorientierten Strategien werden mit ihnen verfolgt (z.B. auf dem Buchmarkt, im Kulturbetrieb und bei der Vergabe von Fördermitteln und Preisen)?

Im zweiten Panel blicken wir in die Geschichte(n) der Gattungsbegriffe. Dabei geht es nicht nur um die historische Entwicklung von Gattungen, sondern auch um Fragen der Relationierung von historischen und kulturellen Konstellationen. Warum gibt es bestimmte Phasen, in denen es zu einer intensiveren poetologischen Auseinandersetzung kommt, beispielsweise im Hellenismus, in der Renaissance, um die Jahrhundertwenden 1800 und 1900? Wie können wir sie als Konjunktur erfassen? Provozieren oder beschleunigen gesellschaftliche Umbrüche die Transformation von Gattungen?

Im dritten Panel diskutieren wir den Zusammenhang von Gattungen und Transfer – sowohl auf die Praxis des literarischen Übersetzens als auch auf Prozesse der kulturellen Übersetzung bezogen. Der Blick auf literarisches Übersetzen könnte eigene Antworten darauf bieten, wie Gattungen etabliert, übertragen und unterwandert werden. Welche Wege legen Gattungen zwischen den verschiedenen Sprachräumen zurück und welchen Transformationen unterliegen sie dabei, zum Beispiel die Novelle? Worüber informieren intralinguale Gattungswechsel, etwa von Brechts Dreigroschenoper zum Dreigroschenroman? Können literarische Übersetzungen in ihrem Grenzgang zwischen Verpflichtung und Emanzipation gegenüber dem Ausgangstext gar als eigene Gattung begriffen werden?

Im vierten Panel gehen wir Gattungsfragen innerhalb der inter- und transmedialen Forschung nach. Comics, Games, digitale oder serielle Textproduktionen und die Wechselbeziehungen zwischen diesen Formen fordern rein literaturwissenschaftliche Gattungskonzeptionen heraus. Wie lassen sich transmediale Erzählprojekte theoretisieren und analysieren? Welche Rolle spielen dabei Materialität und Medialität?

Wir beschließen die Summer School mit einem Panel zu den Gattungen der Kritik und Wissenschaft. Argumentative und kommentierende Textformen orientieren sich in besonderem Maße an institutionellen Normen. Gerade hier sind rhetorische, stilistische, mediale und selbstreflexive Experimente möglich: Spielformen der Kritik finden sich in akademischen Texten wie auch im literarischen Essay, dem Film-Essay, der Performance Lecture oder anderen Arten von Artistic Research. Wie wird politischen Haltungen Ausdruck verliehen, ohne dabei den Anspruch auf Wissenschaftlichkeit aufzugeben? Und welches Spannungsgefüge von affektiver Nähe oder Distanz wird in Texten erkennbar?

Die Summer School richtet sich an internationale Promovierende, PostDocs und fortgeschrittene Masterstudierende der Literatur- und Geisteswissenschaften, für deren Forschungsvorhaben Gattungsfragen zentral sind. Die Arbeitssprachen sind Deutsch und Englisch. Die Teilnehmer*innen sind eingeladen, ihre eigenen Projekte während der Summer School zu präsentieren.


ECKDATEN

Datum
22. Juli. – 29. Juli 2018

Ort
Freie Universität Berlin, Habelschwerdter Allee 45

Veranstalter
Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien

Sprachen
Deutsch und Englisch

Expert*innen
Federico Italiano (München), Paul Keckeis (Wien), Werner Michler (Salzburg), Wolfgang Müller-Funk (Wien), Irina Rajewsky (Bochum), Alexandra Richter (Rouen), Ulrike Schneider (Berlin), Nicole Sütterlin (Harvard), Wilhelm Voßkamp (Köln), Rüdiger Zymner (Wuppertal), u.a.

Teilnehmerzahl
max. 30 Personen

Kosten
€ 200 Eigenbeteiligung, die Kosten für Anreise und Unterbringung werden von der Friedrich Schlegel Graduiertenschule für literaturwissenschaftliche Studien übernommen

Bewerbungsfrist
31. März 2018

Bewerbung
auf Deutsch / Englisch
Lebenslauf (tabellarisch, 1 – 2 Seiten) und Motivationsschreiben (1 – 2 Seiten) in einer PDF-Datei mit:

  • Stellungnahme, welche Anknüpfungspunkte das Feld der Gattung für die eigene Forschung hat
  • Spezifizierung des eigenen Interesses sowie der Erwartungen an die Summer School

Kontakt
Jeanette Kördel, j.koerdel@fu-berlin.de


English Version – Download the CfA here

Call for Applications: Summer School, 22.–29. 7. 2018: »Genre Trouble – Poetics and Politics of Genres«

Freie Universität Berlin, Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies

Genre labels promise clarity. At the same time, they are subject to the tensions between uniformity and transgression, canonization and exclusion, domestication and emancipation. It is precisely these frictions that make it appealing to employ generic labels, even if these may, at times, seem anachronistic.

Many young researchers come to engage with questions and conceptualizations of genre in their own research projects, both in relation to the texts they examine as well as in their own writing. Through discussions, lectures and workshops, the seven-day Summer School 2018 Genre Trouble—Poetics and Politics of Genres will focus on the complexities, contradictions and the heuristic value of literary conceptualizations of genre. Constellations of genre and nation, genre and gender, and genre and class are also relevant in this context.

We open the Summer School with a panel on the theoretical and the pragmatic aspects of conceptualizing genres. Genres operate within and beyond research institutions for various purposes. What are the current approaches to determining genre? How flexible are concepts of genre? What methodological and theoretical insights can be gained from such categorizations? And how are notions of genre employed in pursuit of market-oriented strategies (e. g. on the book market, in the cultural sector and in the allocation of funding and prizes)?

In the second panel we look at the histories of conceptualizing genre. Here we are not only concerned with the historical development of genres, but also with questions about the interrelations of historical and cultural constellations. Why do demands for poetological debates about terms and concepts of genre increase during specific historical periods, as they did during the Hellenistic age and the Renaissance, and at the turns of the centuries around 1800 and 1900? How can we understand such debates in terms of economic activity? Do social upheavals incite or accelerate the transformation of genres?

In the third panel we discuss the connection between genres and transition with a special emphasis on the practice of literary translations and phenomena of cultural translation. A look at (literary) translation could provide its own set of answers to the question of how genres are established, transmitted and subverted. How do genres, for example the novel, travel between different linguistic regions and how are they transformed? How are we informed by intralingual genre transmissions, such as Brecht’s Dreigroschenoper and the novel Dreigroschenroman? Can literary translations, as they traverse the border between an obligation to and an emancipation from the original text, even be understood as genres in their own right?

In the fourth panel we examine genre considerations within inter- and transmedia research. Comics, video and computer games, digital and serial text productions, as well as the interrelation between these forms, challenge conceptualizations of genre developed within literary studies. How can transmedia narrative projects be theorized and analyzed? What role does the mediality and materiality play in genre classification?

We will conclude the Summer School with a panel on the genres of criticism and academic writing. Argumentative and commentary text forms are particularly oriented towards institutional norms. However, it is precisely here that rhetorical, stylistic, medial and self-reflexive experiments are possible: playful forms of critique can be found in academic texts as well as in literary essays, film essays, performance lectures or other types of artistic research. How are political attitudes expressed without abandoning claims to scholarly research? How do tensions between affective closeness and distance play out in the texts?

The Summer School is open to international doctoral students, postdocs and advanced MA students in literary studies and the humanities who are engaging with questions and conceptualizations of genre as a central part of their research projects. The working languages are German and English. Participants are invited to present their own projects during the Summer School.


KEY DETAIL

Date
22 – 29 July 2018

Location
Freie Universität Berlin, Habelschwerdter Allee 45

Organiser
Friedrich Schlegel Graduate School of Literary Studies

Languages
German and English

Participating experts
Federico Italiano (Munich), Paul Keckeis (Vienna), Werner Michler (Salzburg), Wolfgang Müller-Funk (Vienna), Irina Rajewsky (Bochum), Alexandra Richter (Rouen), Ulrike Schneider (Berlin), Nicole Sütterlin (Cambridge/ Harvard University), Wilhelm Voßkamp (Cologne), Rüdiger Zymner (Wuppertal), u.a.

Participants
max. 30 people

Costs
a € 200 fee; the costs for travel and accommodation will be covered by the Friedrich Schlegel Graduate School for Literary Studies

Application deadline
31 March 2018
Application in German or English with a curriculum vitae (tabular, 1 – 2 pages) and letter of motivation (1 – 2 pages) with:

  • positioning statement – in what ways does your project relate to the question of genre?
  • description of your interests in and expectations of the Summer School.

Please submit your application in one PDF file only.

Contact
Jeanette Kördel, j.koerdel@fu-berlin.de

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