CfP: „Frankenstein. Parabel der Moderne“, Ingolstadt (15.02.2018)

Call for Papers für das Internationale Symposion der Inklings-Gesellschaft | Ingolstadt, Deutsches Medizinhistorisches Museum

Deadline Abstract: 15. Februar 2018
Datum der Veranstaltung: 28.-29. September 2018

Im Jahr 2018 jährt sich zum zweihundertsten Mal das Erscheinen eines Buches, das nachhaltig wie wenige andere die literarische Phantastik, aber auch das Nachdenken über Ethik und Wissenschaft beeinflusst hat. Dass Mary Shelley mit ihrem 1818 zunächst anonym veröffentlichten Roman „Frankenstein“ mehr im Sinn hatte als eine bloße Gruselgeschichte, verdeutlicht der alternative Titel „The Modern Prometheus“. Er impliziert mit dem Verweis auf den antiken Mythos das Verhältnis von Schöpfer und Geschöpf. Es gehört zu den grundlegenden literarischen Innovationen Shelleys, diese Thematik über weite Strecken aus der Perspektive des Geschöpfes zu erzählen. Frankensteins Kreatur ist ein Wesen, das sich nach seiner Erschaffung nichts mehr wünscht, als von Menschen als Mensch in ihre Gemeinschaft aufgenommen zu werden. Es wird zur Gefahr, weil selbst sein eigener Schöpfer ihm diese Anerkennung verweigert. Shelley thematisiert eine existentielle Frage, die man von Frankensteins fiktivem Labor in Ingolstadt zu den Phantasmen und realen Schauplätzen der Zeitgeschichte verlängern möchte. – „Ist das ein Mensch?“ mag man mit dem Titel von Primo Levis autobiographischen Bericht fragen. Steht die Fiktion Frankenstein als Mythos für eine Imagination, die Monstren schafft und sich vor ihnen fürchtet?

Für unsere Tagung suchen wir Beiträge, die sich mit Shelleys Roman Frankenstein, seinen Adaptionen bis in die Gegenwart und ihrem Potential als Deutungsfigur für das Zeitalter der Moderne auseinandersetzen. Die Organisatoren ermutigen Interessenten zu vergleichenden Studien, die – neben anderen – die folgende Themen behandeln:

• Schlachtfelder: Shelley und Frankenstein zwischen Revolution und Restauration
• Götter: literarische Perspektiven von und auf Schöpfer und Geschöpf
• Grenzen der Aufklärung: Abgründe zwischen Empfindsamkeit, Rationalität, und Grauen
• Pole und Labore: Topographien des Fortschritts zwischen Schlachthof und Permafrost
• Vivisektionen: Deutungsfiguren der Frankenstein-Parabel in späteren Adaptionen
• „The Last Man“: Zukunftsbilder zwischen Zombie und Übermensch

Das Symposium wird am 28. und 29. September 2018 an jenem Ort stattfinden, an dem Frankenstein – hätte es ihn gegeben – in Ingolstadt um 1800 seine anatomischen und medizinischen Vorlesungen besucht haben würde. Der Gebäudekomplex beherbergt heute das Deutsche Medizinhistorische Museum.

Für Vortragende stehen in begrenztem Umfang Reisestipendien zur Verfügung. Die Präsentationen sollten eine Vortragsdauer von 25 Minuten nicht überschreiten. Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch. Die Beiträge der Tagung werden im nächsten Inklings-Jahrbuch für Literatur und Ästhetik veröffentlicht.

Bitte richten Sie einen Themenvorschlag (max. 500 Worte) zusammen mit einer Kurzbiographie bis spätestens Donnerstag, den 15. Februar 2018 an:

Inklings-Gesellschaft für Literatur und Ästhetik c/o Prof. Dr. Karl R. Kegler karl.kegler@hm.edu

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