CfP: „Kulturen der Moral“, Paderborn (30.06.2017)

Call for Papers für die DGEJ-Jahrestagung „Kulturen der Moral“ | Paderborn

Deadline Abstract: 30. Juni 2017 | Datum der Veranstaltung: 19.-22. September 2018

DGEJ-Jahrestagung 2018
Kulturen der Moral
(Paderborn, 19. bis 22. September 2018)

Kein Begriff ist im 18. Jahrhundert so zentral wie der der Moral. Einiges spricht dafür, mit Niklas Luhmann die „Universalisierung moralischer Ansprüche“ als zentrales Übergangs­stadium innerhalb der Ausdifferenzierung der Gesellschaft anzusehen. Denn sie drängt nach und nach die Dominanz der Religion zurück, ermöglicht den Vorstoß zu neuen pädagogischen (Pestalozzi, Weiße u. a.) und psychologischen Problemstellungen (Erfahrungsseelenkunde) und bildet die Basis für im 19. Jahrhundert weiterentwickelte politische wie juristische Konzepte (z. B. Straftheorien), auf denen die modernen westlichen Gesellschaften aufbauen. Sozialwissenschaftliche Ansätze haben seit jeher betont, dass die Präsenz des Moral-Begriffs eng an das Selbstverständnis des aufstrebenden (Bildungs-)Bürgertums in Abgrenzung vom Adel geknüpft ist, wie es in Publikationen wie Carl Friedrich Bahrdts Handbuch der Moral für den Bürgerstand (1790) kulminiert.

Moral ist aber auch das zentrale Moment, das über weite Strecken des 18. Jahrhunderts hinweg die Praxis und Theorie der verschiedenen Künste bestimmt, die aus den als ‚unmündig‘ beschriebenen Bürgern ‚mündige‘ machen sollen. Mit Blick auf Kunst und Literatur wird die Geschichte oft so erzählt, dass im Zuge des Übergangs vom frühaufklärerischen Rationalismus zur Empfindsamkeit auch die moralische Verpflichtung nach und nach einer Autonomieästhetik gewichen sei, die der Kunst einen in sich selbst liegenden Wert zuerkennt und sie so von allen außerhalb ihres Systems liegenden Anforderungen frei macht. Diese Erzählung – so richtig sie aus der Makroperspektive ist – hat aber ihre Tücken, weil z.B. die Programme der Weimarer Klassik letztlich auf einer höheren Ebene doch wieder Bildungsziele verfolgen und Schiller nicht ohne Grund die Schaubühne als ‚moralische Anstalt‘ versteht. Außerdem setzt diese Sichtweise eine einigermaßen klare Grenzziehung zwischen den Epochen voraus, die längst nicht mehr haltbar ist. Indem die Loslösung der Kunst von moralischen Aufgaben häufig als Befreiungsschlag aufgefasst wird, der erst das moderne Kunstverständnis hervorbringe, übersieht ein ohnehin selektiv auf das späte 18. Jahrhundert konzentrierter Kanon, dass auch diese ‚Emanzipation‘ nur durch die Umstellung auf den Begriff der Moral als zentrales Moment des Leitdiskurses möglich geworden ist.

Die Omnipräsenz dieses Begriffs macht es nötig, näher zu beleuchten, welche konkreten Folgen die Ausrichtung einer ganzen Gesellschaft auf Moral in den verschiedenen Bereichen hat. Der Blick auf die Aufklärungsdebatten zeigt, dass es hier keine einfache Antwort gibt, sondern dass die Aufklärer über verschiedene Lösungsstrategien erst diskutieren. Die Verpflichtung auf Moral wirft Probleme auf, die die späteren Entwicklungen bedingen. Während am Anfang des Jahrhunderts mit rationalistischen Moralkonzepten argumentiert wird, die eine offenkundige Belehrung des Publikums zulassen – sei es durch philosophische oder andere theoretische Schriftwerke, sei es durch Dichtung und allegorische Bildkunst mit expliziter Ausdeutung –, setzt sich mit der Rezeption der moral-sense-Theorien und durch die Kunsttheorie Johann Jacob Breitingers schrittweise die Auffassung durch, man müsse die breite Masse zum Selbstdenken und zur eigenständigen Urteilskompetenz bringen, womit explizite Belehrungen ‚von oben herab‘ nicht mehr vereinbar sind. Wenn freilich Moral­didaxe nicht mehr auf einen Lehrsatz zurückgeführt werden kann, sondern zu einer abstrakten und impliziten Aufgabe wird, entbrennt erst recht die Debatte um das Erreichen moralischer Wirkungen, die schließlich nur von der Oberfläche und nicht substantiell verdrängt werden darf. Paradigmatisch ist hier Lessings Konzeption des Mitleids zu sehen, die zugleich verdeutlicht, welch gravierende Konsequenzen die Diskussion und Antizipation von moralischen Wirkungen für die ästhetischen Organisationstrukturen von Kunstwerken und Literatur hat.

Die Jahrestagung geht vor diesem Hintergrund von der Prämisse aus, dass die zentrale Bedeutung von Moral nicht nur auf den zahlreichen Ebenen gesellschaftlicher und ästhetischer Diskurse verschiedene Gesichter aufweist, sondern dass sich darüber hinaus – gerade auch in zeitlich-historischer Hinsicht – eine Pluralität unterschiedlicher Moralkulturen ausbildet. Dahinter steht die Beobachtung, dass Moral diskursiv überall präsent ist und es gesellschaftlich zum guten Ton gehört, dass moralisches Verhalten gezeigt und in diesem Sinne bewusst ‚gelebt‘ wird, etwa durch die gemeinsame Kunstgenuss und dessen kritische Beurteilung – sei es im direkten persönlichen Kontakt (Geselligkeit), im Briefverkehr oder in Form einer kritischen Öffentlichkeit, wie sie in den Journalen der Zeit entsteht. Schließlich ist man im 18. Jahrhundert bestrebt, den Zugang zur Diskussion über moralische Fragen möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, weshalb in den Moralischen Wochenschriften eben nicht nur Gelehrte über Moral sprechen. Vielmehr werden gezielt Dialoge und Briefe abgedruckt, die authentische oder fiktive Verfasser ohne akademischen Hintergrund und vor allem auch Verfasserinnen haben. Darüber hinaus impliziert der Begriff der ‚Kultur‘ den für das aufklärerische Weltbild zentralen Gedanken, dass Moralität ein Garant für Kultiviertheit und zivilisatorischen Fortschritt ist. Aus diesem Grund ist moralische Urteilskompetenz eng verbunden mit der Fähigkeit zum kritischen Denken überhaupt, weshalb musische Bildung letztlich das Moralbewusstsein zu schulen in der Lage sei. Dem steht freilich recht früh bereits die These entgegen, dass Moralität als etwas Angeborenes durch Zivilisation erst gefährdet wird, was sich in der Aufwertung ‚naiver‘ bzw. ‚barbarischer‘ Kulturen nieder­schlägt, die wie im Fall der Geschichte von Inkle und Yariko auf einmal moralischer sein können als die der zivilisierten Europäer. Der Bezug auf Moral wird so zum zentralen Element, aufgrund dessen sich die westeuropäischen Gesellschaften definieren und sich sowohl zeitlich von früheren Kulturen wie auch topographisch von den ‚Wilden‘ anderer Kontinente abzugrenzen versuchen.

Aufgrund der skizzierten Bedeutung der Moral für das 18. Jahrhundert sowie der Komplexität des Phänomens erscheint es nahe liegend, dem Begriff in seiner Gesamtheit im Rahmen einer DGEJ-Jahrestagung nachzugehen. Neben makroperspektivischen Überlegungen zur Funktion und Stellung des Moraldiskurses im 18. Jahrhundert (Sektion 1) sollen exemplarische Studien Raum finden, um das Feld möglichst umfassend zu beleuchten. Dabei gilt das Interesse sowohl den philosophischen und theologischen Grundlagen (Sektion 2) als auch dem konkreten gesellschaftlichen Niederschlag dieser im Bereich der Staatstheorien (Sektion 3), der Bestimmung der eigenen moralischen Kultur im Vergleich mit anderen (Sektion 4) wie des gesellschaftlichen Miteinanders (Sektion 5). Zudem gilt es sowohl die Frage nach der Möglichkeit von Kulturen der Amoralität (Sektion 6) als auch nach den spezifischen Kommunikationsstrategien zu stellen ist, die die Moralkulturen ausbilden (Sektion 7). Schließlich widmet sich die letzte Sektion dem Anspruch der Aufklärung, moralische Ziele auch durch Kunstproduktion zu verfolgen, indem die entworfenen theoretischen Konzepte und praktische Umsetzungsversuche beleuchtet werden (Sektion 8).

 

Sektionen:

1. Moralkulturen im 18. Jahrhundert

Diese Sektion ist übergeordneten theoretischen Überlegungen zu Begriff und Rolle der Moral im 18. Jahrhundert gewidmet. Zu fragen ist insbesondere, aus welcher historischen Situation heraus Moral für das 18. Jahrhundert von Bedeutung wird und wie der Abschluss dieses Leitdiskurses zu bewerten ist. Dies betrifft einmal die zeitliche Verortung: Lassen sich Anfang und Ende überhaupt einigermaßen konkret festlegen? Weiterhin ist aber auch zu fragen, welche makroperspektivischen Ansätze, die die Einzelbeobachtungen der anderen Sektionen transzendieren, die prägnante Rolle von Moral im 18. Jahrhundert erklären können (Ausdifferenzierung der Gesellschaft, Beginn der Moderne, Sattelzeit-Theorie u.a.). Inwiefern lassen sich in dieser Zeit von Kulturen der Moral sprechen bzw. welche übergeordneten Strukturen verbinden diese zu ein und derselben Kultur?

2. Moral, Ethik, Religion

Diese Sektion soll auf die philosophischen Schriften über Moral aus dem 18. Jahrhundert ein­gehen und dabei nicht zuletzt die Interdependenzen von Moralphilosophie, Ethik und Religion beleuchten. Entsprechend der Virulenz des Themas gibt es zahlreiche Entwürfe hinsichtlich dessen, was Moral ist und welche gesellschaftliche Rolle ihr zukommen soll. Während ratio­nalistische Ansätze noch stärker darauf setzen, dass moralisches Urteilsvermögen erlernt werden kann, entsteht im Zusammenhang mit der moral-sense-Theorie auch die gegenteilige Auffassung. Sie sieht moralische Kompetenz als etwas Angeborenes, das bestenfalls kultiviert werden kann. In engem Zusammenhang damit steht die Diskussion über die Rolle der Religion, die einerseits insofern zurückgedrängt wird, als sie ihren Sinn/Wert nun immer weniger in sich selbst hat, sondern – im Sinne von Lessings Ringparabel – moralisch erst legitimiert werden muss. Andererseits spielt gerade die intimere Ausübung von religiöser Praxis im Rahmen des Pietismus eine zentrale Rolle für die Ausbildung moralischer Kompe­tenz. Beide Entwicklungstendenzen differenzieren notwendig zu einfache Säkularisie­rungs­auffassungen.

3. Der moralische Staat

Die Leitfunktion der Moral führt zu einem veränderten Verhältnis zwischen Individuum und Staat und damit zu neuen politischen wie juristischen Konzepten. Im Gegensatz zum Absolu­tismus des 17. Jahrhunderts werden nun auch an den Herrscher moralische Anforderungen gestellt, die einen ‚guten‘ von einem ‚schlechten‘ Regenten unterscheidbar machen. Außer­dem wird unter dem Stichwort der Menschlichkeit die Reform des Strafvollzugs angestoßen, deren ‚menschliche‘ Bewertung der Hinrichtungsmethode durch die Guillotine nur die zugespitzteste Form bildet. In diesem Zusammenhang ist deshalb das Verhältnis von Moral und Gemeinwohl generell zu diskutieren, sei es in Form von Staatskonzepten wie dem des aufgeklärten Absolutismus, sei es mit Blick auf spezielle Fragen staatlicher Machtausübung beispielsweise im juristischen Bereich.

4. Moralkulturen – zeitlich und topographisch

Diese Sektion widmet sich dem Problem, inwiefern sich die westeuropäische Welt als einheitliche Moralkultur von anderen zu unterscheiden versucht. Dabei kommen Abgren­zungen der eigenen Kultur als ‚fortschrittlicher‘ gegenüber denen früherer Jahrhunderte in Frage, allerdings auch gegenüber den Gesellschaften der Eingeborenen jener unentdeckter Länder, die über Reiseberichte u. Ä. nach Europa dringen. Dabei ist insbesondere zu unter­suchen, welche Bilder von diesen anderen Kulturen im Hinblick auf Moralität gezeichnet werden: Handelt es sich um ‚barbarische‘ Völker, die völlig unmoralisch leben oder gerade um das Gegenteil, um eine unverfälschte ‚ursprüngliche‘ Lebensweise, die der zivilisierten immer überlegen ist? Welche Konzepte liegen dazwischen?

Zweitens ist die Frage nach innereuropäischen Moralkulturen zu stellen. Auf der einen Seite lässt sich mit Paul Hazard um 1700 der Beginn eines gemeinsamen europäischen Denkens ansetzen, das den für die Universalität von Moralfragen so wichtigen stets unabgeschlossenen Prozess kritischen Denkens in Gang setzt. Auf der anderen Seite weisen allein die philosophischen Moraldiskurse im 18. Jahrhundert in den verschiedenen europäischen Ländern unterschiedliche Schwerpunktsetzungen auf, die interdisziplinär und kompara­tistisch auszuloten sind. Eine für die Moraldiskussion relevante Mentalitätsgrenze dürfte nicht zuletzt zwischen Nord- und Südeuropa verlaufen, wobei sowohl die jeweilige konfessionelle Prägung der kulturellen Rahmenbedingungen als auch der mit der Antikerezeption eng verknüpfte Italiendiskurs von Bedeutung ist.

5. Moral im Alltagsleben

Moral im Alltagsleben erstreckt sich einerseits auf die Etablierung bestimmter Praktiken, die moralbildend wirken sollen bzw. dazu führen, dass Moral tatsächlich ‚gelebt‘ wird. Dabei dürfte das gemeinsame Lesen von Moralischen Wochenschriften und ähnlicher Publikationen einschlägig sein, aber auch gesellschaftliche Praktiken wie lebende Bilder oder Geselligkeit im Allgemeinen. Anderseits ist aber auch das Phänomen zu berücksichtigen, dass sich die Moral zunehmend individualisiert und verinnerlicht wird, etwa in dem Sinne, dass sich die Reinheit einer Jungfrau nun auch auf ihre Seele erstreckt. Geschlechterübergreifende Freundschaften wer­den möglich durch das Vertrauen auf das von Geburt an vorhandene und nur zu kultivierende Moralgefühl des Einzelnen. Hier sind entsprechend auch Fragestellungen zu verorten, die das Verhältnis von Moral und Liebe, Freundschaft, Ehe oder Familie betreffen. Insbesondere muss hier auch auf das Selbstverständnis der verschiedenen gesellschaftlichen Schichten, vor allem des Bürgertums, eingegangen werden, das diese veränderten Familien- und Freund­schaftsstrukturen wesentlich initiiert.

6. Amoralität als Herausforderung der Moralkultur

Mit der Profilierung von Moral als Leitdiskurs geraten notwendig auch die Alternativen von Moral in den Blick, die einerseits in Abgrenzung zum Moraldiskurs des 18. Jahrhunderts, andererseits in Verschränkung mit ihm zu betrachten sind. Dazu gehört nicht nur vor dem Hintergrund des (bürgerlichen) Moralbegriffs jetzt gerade in Deutschland stark kritisierte französische Tradition von Libertinage und Galanterie. Das 18. Jahrhundert kennt im Rahmen von Rokoko und Anakreontik auch eine Kultur der erotischen Anzüglichkeit, nicht zuletzt in der Malerei (Fragonard, Baudouin), die von ihren Kritikern als unmoralisch abgelehnt, von ihren Verteidigern aber in die Moralerziehung integriert wird, wie das Beispiel Wieland zeigt. Nicht zuletzt sind eine Reihe von pornographischen Texten überliefert und der Verlust weiblicher Tugend wird ein beliebtes literarisches Motiv (Richardson, Choderlos de Laclos). Außerdem kommen Moral und Amoral um 1800 vermehrt in der Figur des edlen Räubers zusammen und bilden damit eine diskussionswürdige Spannung.

7. Kommunikationsweisen der Moral

Das 18. Jahrhundert ist durch den Aufstieg einer Reihe von neuen Medien gekennzeichnet, die ihrerseits eine neue Sprache ausbilden, die wesentlich zur Etablierung von Moral als Leitvorstellung beiträgt. Zu untersuchen wären diese Kommunikationsstrategien im linguisti­schen, kulturwissenschaftlichen und medientheoretischen Sinne: Wie wird über Moral kom­muniziert, in welchen medialen Zusammenhängen und welche distinkten Kommuni­kations­weisen bildet sie sich hier aus? Wodurch zeichnet sich ‚moralisches‘ Sprechen aus? Darüber hinaus gilt es aber auch den Zusammenhängen mit anderen Diskursen nachzugehen: Wie verhält und verändert sich moralisches Sprechen im Kontext von Rationalität, Vernunft und Empfindsamkeit, Aufrichtigkeit, Gründlichkeit oder Anstand? Inwieweit erstrecken sich diese Kommunikationsweisen auf bestimmte Zielgruppen (Gelehrte vs. Ungelehrte, Erwachse­ne, vs. Kinder, Frauen vs. Männer usw.)? Welches Verhältnis besteht zum kritischen öffentlichen Diskurs bzw. zu aufkommenden ‚gelehrten Polemik‘?

8. Moral in ästhetischer Theorie, Literatur und Künsten

Dass ihre moralische Wirkung die Kunst legitimiert und der Anspruch deshalb sein muss, möglichst viele Menschen mit ihr in Kontakt zu bringen, ist einer der Gemeinplätze der Aufklärungsforschung. Selten wird allerdings danach gefragt, welche konkreten Strategien die ästhetische Theoriebildung entwirft, um dieses Ziel umzusetzen. Von Interesse sind dabei nicht nur Ausmaß und Ausprägung, die die Umsetzung moraldidaktischer Ziele innerhalb ästhetischer Theoriebildung annimmt. Zu diskutieren ist darüber hinaus, welche Entwick­lungen sich in dieser Hinsicht im Laufe des 18. Jahrhunderts ergeben – etwa im Hinblick darauf, bis zu welchem Grad das Publikum die moralische Belehrung als solche wahrnehmen darf oder sie implizit vermittelt werden muss und welche Rolle solche Aspekte in der Herausbildung von späteren Konzepten wie dem einer autopoetischen Kunst spielen.

Es soll auch an konkreten Beispielen gezeigt werden, inwiefern es besondere Formen, Gattungen und künstlichere Mittel gibt, die der moraldidaktischen Programmatik besser gerecht werden als andere und daher stärker frequentiert werden. Mit Blick auf die Literatur wäre dabei besonders an den Bereich der Lehrdichtung zu denken, während die bildende Kunst etwa mit allegorischen Darstellungen arbeitet. Allerdings findet im Laufe des 18. Jahrhunderts im Rahmen der Internalisierung der Moral auch eine Abkehr von solchen offensichtlichen Strukturen statt, ohne dass der moralische Anspruch aufgegeben würde. Welche Strategien werden hier in den verschiedenen Künsten entwickelt, um dem Problem gerecht zu werden? Setzen sich diese Strategien nachhaltig durch oder kehrt die Spätauf­klä­rung – in Abgrenzung von den klassischen und frühromantischen Positionen – sogar wieder zu expliziteren Methoden der Moralvermittlung zurück?

 

Prof. Dr. Lothar van Laak
Dr. Kristin Eichhorn
Neuere deutsche Literatur und Allgemeine Literaturwissenschaft
Fakultät für Kulturwissenschaften
Universität Paderborn
Warburger Str. 100
D-33098 Paderborn

Exposés (im Umfang von 300 Wörtern) zu einem Vortrag von 20 Minuten Länge senden Sie bitte zusammen mit einem kurzen CV (1 Seite) bis zum 30. Juni 2017 an:

Lothar.van.Laak@uni-paderborn.de

keich@mail.uni-paderborn.de

via H-Germanistik (Hier finden sie auch eine englische Version des CfP)

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