Stellenausschreibung: Doktorand(inn)enstelle (65 %), Universität Heidelberg (Bewerbungsschluss: 30.06.2017)

Doktorand(inn)enstelle (65%) an der Universität Heidelberg

 

Im Rahmen des von der Volkswagen Stiftung geförderten Projekts Horribilis Atheus. Der Diskurs über den Unglauben in der Frühen Neuzeit am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg ist ab dem 1.8. oder 1.9.2017 die Stelle

eines Doktoranden/einer Doktorandin (TV-L 13, 65%)

zu besetzen.

Die Stelle ist zunächst auf zwei Jahre befristet, eine Verlängerung durch zusätzliche Drittmittel oder Teilstipendien ist möglich und erwünscht. Das Thema der anzufertigenden Dissertation soll sich im thematischen Rahmen des Projekts – Diskursivierung und Transformationen des Unglaubens – bewegen, allerdings mit der Konzentration auf den deutschen Kulturraum. Der Untersuchungszeitraum kann zwischen Reformationszeit und klassischer Moderne (zwischen 1520 und 1920) frei gewählt werden.

Erwünscht sind Projektvorschläge, die anhand von quellenbezogenen Fallstudien das Verhältnis von Glauben und Unglauben im neuzeitlichen Spannungsfeld von (institutionalialisierter wie alternativ-heterodoxer) Religion, Politik, Philosophie und Naturforschung untersuchen. Methodisch sollte der Einsicht diskursanalytischer Überlegungen Rechnung getragen werden, dass sich die Pole von Glauben und Unglauben nicht aufgrund klar fixierbarer doxologischer Positionen ermitteln lassen, sondern sich durch Selbst- und Fremdzuschreibung in einem fortlaufenden kommunikativen Prozess gegenseitig bestimmen. Für den Zeitraum vor 1720 wären gute Lateinkenntnisse erforderlich.

Mögliche Themenfelder wären etwa:

  • der Unglaubensvorwurf in konfessioneller Polemik seit der Reformation (Luther, Sarcer, Possevino u.a.)
  • die Rezeption Pierre Bayles in der deutschen Aufklärung
  • die frühe Rezeption des britischen Deismus (Herbert v. Cherbury) in Deutschland
  • Religiöse und theologische Themen in Zeitschriften der Aufklärungszeit oder auch des 19. Jahrhunderts
  • Sakralisierung des Profanen: Kunstreligion, Wissenschaftsglaube und politische Theologie im 18. oder 19. Jahrhundert
  • Rezeption(en) der Aufklärung ab 1800, Wiederentdeckungen, Umwertungen und Instrumentalisierungen einer Epoche
  • Alternative Religionsentwürfe oder Glaubenssysteme im 19. Jahrhundert (Freidenkerverbände, Weltanschauungsliteratur, Lebensreform, Okkultismus u.a.)
  • Unter diesem Gesichtspunkt ausnahmsweise nach 1920: Das Bild der Aufklärung als historisches Korrektiv in der unmittelbaren Nachkriegszeit, 1945-1950 (Zeitschriften, Essayistik etc.)

 

Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen und Projektentwürfen (max. 4000 Zeichen incl. Leerzeichen) sind bis zum 30.6.2017 zu richten an:

Dr. Björn Spiekermann
Germanistisches Seminar der Universität Heidelberg
Hauptstr. 207-209
69117 Heidelberg
bjoern.spiekermann@gs.uni-heidelberg.de
 

via H-Germanistik

 
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