Forschungskolloquium: „Transatlantische Aufklärung: Erfahrungen von Identität und Alterität im 18. Jahrhundert“, Paderborn (19.06.2017)

Transatlantische Aufklärung: Erfahrungen von Identität und Alterität im 18. Jahrhundert | Raum P1.3.01 (Alter Senatssitzungssaal), Universität Paderborn

Datum der Veranstaltung: 19. Juni 2017

Forschungskolloquium an der Universität Paderborn, 19. Juni 2017
Raum P1.3.01 (Alter Senatssitzungssaal)

Bereits seit der Antike stellt das Meer einen konkreten Raum der Abgrenzung, der Öffnung und des Transfers dar, und zugleich bildet es die wesentliche Denkfigur für Verbindendes und Trennendes, für die Erfahrung und Imagination des Eigenen und des Fremden. Die antike Referenz auf das Mittelmeer (Mare nostrum) verschiebt sich mit der ‚Entdeckung‘ Amerikas zum Atlantik, und diese – geopolitische wie kulturelle – Verschiebung erfährt im 18. Jahrhundert ihren vorläufigen Höhepunkt. Über den Atlantik vollzieht sich der Handel mit Waren und Sklaven ebenso wie der ‚Ideenverkehr‘ der Aufklärung zwischen ‚Alter‘ und ‚Neuer Welt‘.
Das interdisziplinäre Forschungskolloquium „Transatlantische Aufklärung. Erfahrungen von Identität und Alterität im 18. Jahrhundert“ setzt an diesem Punkt an, um jene Transfer- und Transformationsbewegungen, die den Atlantik durchkreuzen und den Raum der Aufklärung öffnen, im Horizont einer kulturwissenschaftlichen ‚Verkehrswissenschaft‘ zu diskutieren: Ist der Atlantik einerseits als Transfer- und Verkehrsraum zu begreifen, in dem das 18. Jahrhundert als ein Kapitel der Frühgeschichte der Globalisierung lesbar wird, so führt das Nebeneinander von aufklärerischem Freiheitspathos und Sklaverei, vom aufklärerischen Kampf um Autonomie und Zwang zur Heteronomie, andererseits vor Augen, dass sich im atlantischen Raum die inneren Widersprüche dieses Jahrhunderts kreuzen. Der Atlantik und die ‚Dialektik der Aufklärung‘ sind, so die leitende These, systematisch aufeinander bezogen: Die Aufklärung ist auf das – ebenso reale wie projizierte – transatlantische Außen angewiesen, um sich selbst zu behaupten und kritisch zu reflektieren.

Das Forschungskolloquium wird freundlicherweise von der Universitätsgesellschaft Paderborn gefördert.

Programm

9.00 – 9.30 Uhr
Begrüßung
Antonio Roselli, Hendrik Schlieper (Komparatistik / Paderborn)
Einleitung

9.30 – 10.15 Uhr
Fabienne Imlinger (Komparatistik / München)
Menschenströme und Schriftverkehr. Sklaven schreiben

10.15 – 10.45 Uhr
Kaffeepause

10.45 – 11.30 Uhr
Fernando Nina (Romanistik / Heidelberg)
Die inkludierende Vernunft: Emergenz, Delimitation und Konstitution des amerikanischen Denkens im 18. Jahrhundert

11.30 – 12.15 Uhr
Pierino Gallo (Romanistik / Clermont-Ferrand)
Colonialism and Philosophy in the Histoire des deux Indes: Raynal’s reflections on the Spanish Conquest of America

12.15 – 13.45 Uhr
Mittagspause

13.45 – 14.30 Uhr
Michael Hofmann (Germanistische Literaturwissenschaft und -didaktik / Paderborn)
Yarico, Pocahontas, Malinche – das Phantasma der indianischen Frau zwischen Aufklärung und Postkolonialismus

14.30 – 15.15 Uhr
Heinrich Klingmann (Musikwissenschaft und -didaktik / Paderborn)
Kreolisierung als Aufklärung? Musikalische Transformationsprozesse zwischen Frankreich, Santo Domingo und Kuba

15.15 – 15.45 Uhr
Kaffeepause

15.45 – 16.30 Uhr
Alessandro Bonvini (Geschichtswissenschaft / Salerno)
A ,new dispute‘ on the New World. Latin America through the Malaspina shipment (1789-1794)

16.30 – 17.15 Uhr
Johannes Schlegel (Anglistik / Göttingen)
„And in the red clouds rose a Wonder o’er the Atlantic sea“. Mythos, Materialität und Aufklärung bei William Blake

17.15 – 17.45 Uhr
Abschlussdiskussion

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