CfP für den Sammelband „Privates Erzählen“ (12.06.2017)

Call for Papers für den Sammelband „Privates Erzählen“

Deadline Abstract: 12. Juni 2017 | Deadline Beitrag: 01. September 2017
Erscheinungsdatum: 2018

CFP: Sammelband „Privates Erzählen“

Als kulturelles Phänomen wird Privatheit immer schon in der Kunst verhandelt und tradiert. Privatheit wird so zum zentralen Gegenstand unterschiedlichster künstlerischer Darstellungsformen. Der 2018 im Peter Lang-Verlag erscheinende Band „Privates Erzählen“ versammelt Beiträge, die sich mit der Inszenierung von Privatheit und den mit Privatheit verknüpften Themen, Motiven und Strukturen in unterschiedlichen Textformen auseinandersetzen. Die meisten Beiträge stammen aus dem zweitägigen Workshop, der im Januar 2017 an der Universität Passau stattgefunden hat, wobei die Referentinnen und Referenten literarische Werke unterschiedlichster Epochen und Richtungen besprachen. Mit diesem CfP möchten wir weitere Interessierte einladen, Aufsätze zur Rekonstruktion von Erzählweisen des Privaten und der Konstruktion von Privatheit in der Literatur einzureichen.

Dabei interessiert zum einen die Art der Darstellung des Privaten, wobei auch die semantischen Felder von Privatheit am konkreten Beispiel erforscht werden können. Zum anderen kann auch die Beziehung zur außermedialen Wirklichkeit herausgearbeitet werden, um so das Reziprozitätsverhältnis zwischen der medialen Verhandlung von Privatheit und den historisch-kulturellen Privatheitspraktiken und -diskursen bestimmen zu können.

So stellt Privatheit z.B. einen signifikanten Topos in der Literatur dar. Dabei geht es zum einen um Merkmale und Einschränkungen privater Räume, zum anderen bezieht sich Privatheit auf Informationen, die eine Figur über eine andere besitzt und mit diesem Wissen in der Lage ist, ‚Macht‘ auszuüben. Außerdem rekurriert Privatheit auf private Entscheidungen, die von Figuren getroffen werden, und dahingehend untersucht werden können, ob sie als autonom oder fremdbestimmt dargestellt sind.

Auch die Frage nach der Privatheit der Autorin/des Autors innerhalb des konkreten historisch-politischen Kontextes könnte miteinbezogen werden. Problematisiert werden könnte, inwieweit Zensur oder politische Restriktionen die Autorin/den Autor und damit einhergehend ihr/sein Werk beeinflussen. So wird Privatheit gemeinhin in enger Verbindung zu Autonomie, Freiheit und weiteren Grundprinzipien demokratischer Gemeinschaften gedacht. In diesem Sinne generieren Künstler unter eingeschränkten Produktionsbedingungen durch ihre Werke sehr häufig eine eigene Form von Privatheit, die die gesellschaftlichen Verhältnisse ggf. nicht zulassen.

In der Verarbeitung von künstlerischen Werken kann Privatheit schließlich von der/dem Rezipientin/Rezipienten perzeptiv erfahren werden. Diese im Rezeptionsakt ‚hergestellte‘ Privatheit kann dabei Voraussetzung sein, die eigene Wahrnehmung von Wirklichkeit zu transformieren. Dieser performative Wirkungsaspekt des Privaten lässt sich in einem weiteren Schritt schließlich auf die gesamtgesellschaftliche Ebene ausweiten, wodurch sich neue interessante Fragestellungen ergeben.

Mögliche Themenfelder können darstellen (sind aber nicht begrenzt auf):

  • Privatheitskonzepte in den Künsten: Welche Differenzen zu gesellschaftlichen Diskursen sind zu konstatieren?
  • Epochenspezifische Charakteristika: Wie und aus welchen Gründen haben sich bestimmte künstlerische Strömungen mit dem Privatem auseinandergesetzt? Wie hat sich die Darstellung von Privatheit transformiert?
  • Terminologie: Worin bestehen der Konnex und die Differenz zwischen Subjektivität, Innerlichkeit und Privatheit?
  • Medialität des Privaten: Wie  unterscheiden  sich  die  Kunstformen  in  Bezug  auf  die technischen  Möglichkeiten,  Produktionsbedingungen  oder  das  rezipierende  Publikum  bzw. hinsichtlich ihrer Funktionalität für die Inszenierung von Privatheit?
  • Narrative des Privaten: Erschließt sich eine bestimmte Erzählweise des Privaten aus der Analyse künstlerischer Werke?
  • Kulturrelativität des Privaten: Welche kulturellen Spezifika lassen sich aus den künstlerischen Darstellungsformen des Privaten rekonstruieren?

Informationen zum Beitrag:

Schicken Sie bitte Ihr Abstract (inkl. Aufsatztitel) mit einem Umfang von max. 300 Wörtern und einen Kurzlebenslauf (wissenschaftlicher Werdegang) per E-Mail (Betreff: Sammelband Privates Erzählen) bis zum 12. Juni an: steffen.burk@uni-passau.de sowie tatiana.klepikova@uni-passau.de und miriam.piegsa@uni-passau.de. Die Benachrichtigung über die Annahme der Beiträge erfolgt noch in derselben Woche. Der finale Artikel soll dann bis zum 01. September2017 vorliegen. Er darf 10.000 Wörter (inklusive Fußnoten) nicht überschreiten.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an: miriam.piegsa@uni-passau.de.

via H-Germanistik

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