Aus dem Netz gefischt: Die digitale Bibliothek Europeana

Screenshot Europeanawww.europeana.eu

Mit der Übergabe des offiziellen Austrittsantrags an den EU-Ratspräsidenten Donald Tusk besiegelte der britische Botschafter gestern den Brexit. Wenn auch nicht klar ist, wie das Verhältnis zwischen Großbritannien und der EU zukünftig aussehen wird, die Insel und den Kontinent verbindet das gemeinsame kulturelle Erbe – das zeigt sich eindrucksvoll im Projekt Europeana.

Europeana ist Europas größte Online-Sammlung von Artefakten aus Kunst, Kultur und Wissenschaft. Sie beinhaltet mehr als 54 Millionen Bücher, Manuskripte, Kunstwerke, Fotos, Videos und Tonaufnahmen aus europäischen Bibliotheken, Museen, Archiven und Galerien. Unter www.europeana.eu kann man gezielt nach digitalen Objekten suchen oder die virtuellen Ausstellungen zu Themen wie „Gesichter Europas“ oder „Von der Natur inspiriert“ erkunden. In der Rubrik „Art“ finden sich Texte verschiedener Genres – von offiziellen Dokumenten bis hin zu Tagebüchern.

Besonders interessant ist die Sammlung „Europeana 1914-1918 – Unbekannte Geschichten und offizielle Dokumente zum Ersten Weltkrieg.“ Neben Objekten aus Kultureinrichtungen, zeigt „Europeana 1914-1918“ auch Erinnerungsstücke von Privatpersonen, darunter Fotos und Zeichnungen von Soldaten, die sie mit Liebesbriefen von der Front nach Hause schickten oder auch kuriose Gegenstände wie ein aus Granatenteilen gefertigtes Tintenfass. Anhand dieser Objekte zeichnet „Europeana 1914-1918“ ein sehr persönliches Bild des Ersten Weltkriegs.

Auch anlässlich des „UNESCO World Poetry Day“ am 21. März setzte Europeana auf Interaktion: Unter dem Hashtag #AllezLiterature ruft der Europeana Blog dazu auf, in den sozialen Medien über Lyrik zu diskutieren und Lieblingszitate zu teilen:

“To learn to read is to light a fire; every syllable that is spelled out is a spark.” (Victor Hugo)

“I have always imagined that Paradise will be a kind of library.” (Jorge Luis Borges)

“Poetry is what happens when nothing else can.” (Charles Bukowski)

Ihre Mission beschreiben die Macher von Europeana mit dem ambitionierten Motto: „Wir verwandeln die Welt mit Kultur!“ Am Brexit kann Europeana zwar nichts ändern – das gemeinsame kulturelle Erbe Europas sichtbar und erlebbar zu machen, gelingt der Plattform allerdings hervorragend.

Blog-Beitrag von Sylvia Langwald

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