CfP: Konferenz der International Walter Benjamin Society 2017 an der Universität Oxford (Deadline: 31.03.2017) [Update]

Call for Papers: IWBS Konferenz 2017 an der Universität Oxford
„Walter Benjamins Methoden: Das Vermächtnis der Frankfurter Schule im heutigen Kontext“

Deadline: 31. März 2017
Datum der Veranstaltung: 25. – 27. September 2017

Organisatoren: Carolin Duttlinger und Ben Morgan

Das interdisziplinäre Projekt der Frankfurter Schule, das von Max Horkheimer 1931 begründet wurde, ist auch heute noch ein Vorbild für Forschung, die Erkenntnisse aus den Geisteswissenschaften, den Sozial- und den Naturwissenschaften über traditionelle disziplinäre Grenzen hinweg zu vereinen sucht.

Horkheimer zufolge muss die konsequente Kombination von Denkmodellen und Methoden aus der Philosophie, der Kulturkritik, der Psychologie, Anthropologie, Biologie, Ökonomie und Soziologie durch die Frage nach dem menschlichen Wohl gelenkt werden (Horkheimer 1993). Der Ansatz der Frankfurter Schule vereint Interdisziplinarität mit einem besonderen Interesse an Ethik, das heutigen, an der Grenze zwischen den Geistes- und den Naturwissenschaften angesiedelten Arbeiten jedoch häufig fehlt.

Allerdings tritt die Wirkmacht des Denkansatzes der Frankfurter Schule in gegenwärtigen methodischen Debatten nicht immer klar zutage. Ein Grund dafür ist, dass ihr Denken, obwohl es entscheidende Fragen des 21. Jahrhunderts vorwegnimmt, von den methodischen Konventionen des frühen 20. Jahrhunderts geprägt und insbesondere Hegels Konzept der Totalität und seinem dialektischen Denken geschuldet ist. Die Tagung wird sich mit dieser Problematik auseinandersetzen, indem sie sich dem eigenwilligsten Mitglied der Frankfurter Schule zuwendet: Walter Benjamin. Benjamins Arbeiten sind besonders nützlich, um das Wirken der Frankfurter Schule neu zu kontextualisieren, da sie nicht im gleichen Maße der hegel’schen Philosophie verpflichtet sind, wie das Denken anderer Mitglieder der Gruppe wie Adorno, Horkheimer und Macuse. Gleichwohl teilte Benjamin viele der zentralen Aspekte der Ansätze der Frankfurter Schule, die er entscheidend prägte: die Beschäftigung mit der Alltagskultur, das Überschreiten normativer Ideen von Hochkultur und Populärkultur; die Reflexion über den Einfluss von Technologie auf unsere Erfahrung; das analytische Interesse an menschlichem embodiment und an Formen dessen, was spätere Entwicklungspsychologen ‚primäre Intersubjektivität’ nennen; die produktive Umgestaltung theologischer Denkfiguren sowie eine pluralistische Auseinandersetzung mit einer Vielfalt psychologischer Theorien von Freud und Jung bis zu Vygotsky. Das Vorhaben der Konferenz ist es, eine kritische Diskussion von Benjamins tatsächlichem und möglichem Beitrag zur übergreifenden Methodik der Disziplinen, in denen er tätig war, zu erwecken. Der Fokus auf Benjamins Methode wird eine neue Perspektive auf das interdisziplinäre Projekt ermöglichen, das Horkheimer 1931 begründete.

Die Tagung wird vom 25. – 27. September 2017 an der Universität Oxford stattfinden und in sechs thematische Sektionen gegliedert sein. Tagungssprachen sind deutsch und englisch. Vorträge dürfen 20 Minuten nicht überschreiten.

Abstracts von bis zu 250 Wörter Länge sind bis zum 31. März 2017 als Word-Dokument an folgende Email-Adresse zu schicken: benjamin.conference@worc.ox.ac.uk. Die Abstracts selbst sollen anonym sein. Bitte nennen Sie jedoch in Ihrer Email Ihre gegenwärtige Position und fügen einen kurzen Lebenslauf hinzu; bitte geben Sie auch die Sektion an, für den Sie sich bewerben.

Sektionen:

  1. Bilder, Bildlichkeit, Bildgebung bei Benjamin – Andrew Webber (Cambridge)/ Caroline Sauter (Berlin)
  2. Benjamin und die Erforschung des Menschlichen – Ben Morgan (Oxford) /Mike Jennings (Princeton)
  3. Benjamin und Lesen – Hindy Najman (Oxford)/ Daniel Weidner (Berlin)
  4. Benjamin und politische Methode –  Yoav Rinon (Jerusalem) /Julia Ng (Goldsmith’s)
  5. Benjamin zwischen Theologie und Philosophie –  Andrew Benjamin (Monash/Kingston)/ Ilit Ferber (Tel Aviv)
  6. Benjamins Schriften: Methodik, Archiv, Edition – Carolin Duttlinger (Oxford)/ Erdmut Wizisla (Berlin)

Mehr Informationen / English Version siehe http://walterbenjamin.info/event/international-walter-benjamin-conference-2017/

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