Arbeitsgemeinschaft „Christoph Schlingensief und die Avantgarde“, Bielefeld (02.-04.02.2017)

Christoph Schlingensief und die Avantgarde | Zentrum für interdisziplinäre Forschung, Universität Bielefeld

Datum der Veranstaltung: 2.-4. Februar 2017 | Anmeldung an: lore.knapp@uni-bielefeld.de

Organisation: Jasmin Degeling (Ruhr-Universität Bochum) Lore Knapp (Universität Bielefeld) Sven Lindholm (Ruhr-Universität Bochum) Sarah Pogoda (Bangor University) Anna Teresa Scheer (University of New England, Armidale)

Der Regisseur und Aktionskünstler Christoph Schlingensief (1960-2010) setzte sich in seinem Werk mit avantgardistischen Bewegungen der Musik, der darstellenden und bildenden Künste, der Literatur und des Films auseinander. Er experimentierte immer wieder neu mit dem Verhältnis seiner Kunst zum öffentlichen Alltagsleben, zur Politik und zur Religion, testete institutionelle und mediale Rahmensetzungen aus und entwickelte avantgardistische Ansätze weiter, die, so die These, als Schlüssel zum Verständnis seiner Ästhetik dienen können. Dabei macht der Austausch zwischen Literatur-, Theater-, Film-, Musik-, Kunst-, Kultur- und Medienwissenschaftlern, Historikern und Soziologen das Wissen über die Geschichte der Avantgarden für das Verständnis der Arbeiten Schlingensiefs fruchtbar. Die Arbeitsgemeinschaft analysiert explizite und implizite Bezugnahmen, Formzitate und Zielsetzungen in Schlingensiefs Filmen, Inszenierungen, Aktionen, Installationen und Opern. Zentrale Fragen der Avantgarden werden dabei stets in ihrer jeweiligen historischen Anbindung aufgeworfen, sodass nicht nur ein Beitrag zur Schlingensief-Forschung, sondern auch zur Forschung über die Avantgarde und ihre Geschichtlichkeit geleistet wird. Die ästhetischen Strategien Schlingensiefs testen das Nachleben der verschiedenen Kunstkonzepte der Avantgarden für die Gegenwart.

PROGRAMM

DONNERSTAG – 2. FEBRUAR

15:30 Begrüßung durch ein Mitglied des ZiF-Direktoriums 15:45 Einführung durch die Organisatoren

Bezüge zu den Avantgarden in Literatur und Theorie

Moderation: Jasmin Degeling (Bochum) 16:00 – 16:30 Wolfgang Asholt (Berlin): Avantgarde – eine historische Begriffsbestimmung 16:30 – 17:00 Eröffnungslektüre: André Bretons Zweites Manifest des Surrealismus (1930) 17:00 – 17:30 Anna Teresa Scheer (Armingdale, AUS): Schlingensief and Breton’s Second Surrealist Manifesto – a Performative Misfiring? 17:30 – 18:00 Sarah Pogoda (Bangor, UK): Erweiterung der Avantgardeforschung. Schlingensiefs wissenschaftliche Aktionen Müllfestspiele, 7x Universität und Erster Attaistischer Kongress 19:30 – 21:30 Film: 100 Jahre Adolf Hitler. Die letzte Stunde im Führerbunker (1989) Kurze Einführung: Heinz-Peter Preußer (Bielefeld)

FREITAG – 3. FEBRUAR

Bezüge zu den Avantgarden des Films

Moderation: Heinz-Peter Preußer (Bielefeld) 09:00 – 09:30 Dietrich Kuhlbrodt (Hamburg): Laut! Lauter! am lautesten! 09:30 – 10:00 Gespräch über 100 Jahre Adolf Hitler 10:00 – 10:30 – Kaffeepause – 10:30 – 11:00 Christian Schulte (Wien): Die Befreiung des Ausdrucks vom Zwang des Sinns 11:00 – 11:30 Jörg van der Horst (Lippstadt): Gespenster der Freiheit – (filmische) Vorbilder und Nachbelichtungen bei Christoph Schlingensief 11:30 -12:00 – Pause – 12:00 – 12:30 Lore Knapp (Bielefeld): Radikale Autonomie und Eigenleben mit Blick auf Tunguska. Die Kisten sind da (1984)

Bezüge zu den Avantgarden in Bildender Kunst und Musik

Moderation: Sven Lindholm (Bochum) 14:00 – 14:30 Philip Ursprung (Zürich): Allan Kaprow und das Happening bei Schlingensief am Beispiel von Kaprow City (2006) 14:30 – 15:00 Teresa Kovacs (Wien): Raumtheater und Theaterraum (Kiesler u.a.) 15:00 – 15:30 – Kaffeepause – 15:30 – 16:00 Jasmin Degeling (Bochum): Heilung durch Kunst? – Schlingensiefs Re-Enactments der Avantgarden der Performancekunst (z.B. Ball, Brus, Beuys und Nitsch) 16:00 – 16:30 Sarah Ralfs (Berlin): Zitieren als künstlerische Praxis im Spannungsfeld von Geschichte und Emergenz. Schlingensief und die Avantgarden 16:30 – 17:30 – Kaffeepause – 17:30 – 18:00 Arno Waschk (Berlin): Zufall in den historischen Avantgarden und bei Schlingensief 18:00 – 18:30 Ulrike Hartung (Frankfurt): Zwischen Hypermedium und Ready Made. Das postdramatische Musiktheater von Christoph Schlingensief

SAMSTAG – 4. FEBRUAR

Schlingensiefs Aktionismus aus zeitgeschichtlicher und soziologischer Perspektive

Moderation: Anna Teresa Scheer (Armingdale) 09:30 – 10:00 Nina Tessa Zahner (Leipzig): Christoph Schlingensief im Feld der zeitgenössischen Kunst 10:00 – 10:30 Ingrid Gilcher-Holtey (Bielefeld): Eingreifendes Denken 10:30 – 11:00 – Kaffeepause – 11:00 – 11:30 Lars Koch (Dresden): Fernsehbilder stören. Über Schlingensiefs Talkformate und die verrückte U-Bahn der Linie 7 11:30 – 12:00 Evelyn Annuß (München): Shitstorm nach Aktionskunst. Schlingensief revisted 12:00 – 12:30 – Imbiss – Zwiebelkuchen, Obst und Brezeln – 12:30 – 13:00 Sebastian Kirsch (Bochum): Wahrheitstheater. Vom Kynismus der Avantgarden 13:00 – 14:00 Abschlussdiskussion: Avantgarde im 21. Jahrhundert? Moderation: Sarah Pogoda (Bangor)

Die Arbeitsgruppe tagt in Klausursitzungen und diskutiert vorab verschickte Texte. Bei Interesse an einer Teilnahme bitten die Veranstalter/innen um eine vorherige Anmeldung an lore.knapp@uni-bielefeld.de.

via H-Germanistik

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