CfP: „Quantität als Problem der komparatistischen Gattungstheorie“, Wien (24.04.2017)

Call for Papers für den 2. Workshop der Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft Wien „Quantität als Problem der komparatistischen Gattungstheorie“ | Sitzungssaal der ÖAW, Ignaz-Seipel-Platz 2, 1010 Wien

Deadline Abstract: 24. April 2017
Datum der Veranstaltung: 31. Mai 2017

Nach den Berechnungen Arno Schmidts liegt die durchschnittliche Lebenslesekapazität bei 3000 bis 5000 Werken. Schon deshalb ist Quantität ein Grundproblem der Literaturwissenschaft und natürlich der Gattungsforschung. Einen Einstieg in das Thema des Workshops „Quantität als Problem der Gattungstheorie“ ermöglichen die Vorträge von Prof. Marion Gymnich zur „Gattungsdefinition und Gattungsgeschichte im Spannungsfeld von Kanon und Quantität“ und Prof. Dieter Lamping zur „Korpusbildung in der Gattungsforschung“.

Die komparatistische Gattungstheorie basiert ihr Textkorpus seit jeher auf mindestens zwei Nationalliteraturen. Wie aber verhält es sich bei stark internationalen Gattungen? Welches minimale Textkorpus ist hier ausreichend? Zwar ist nicht unbedingt Quantität, sondern der Perspektivwechsel für die besondere Arbeitsweise der komparatistischen Gattungsforschung entscheidend. Die grundlegende Frage jedoch bleibt: Wie ist mit der ungeheuren Quantität im literarischen System umzugehen, und zwar bezogen auf Gattungen, die in den unterschiedlichsten Nationalliteraturen präsent sind, sowie auf Gattungen, die im Rahmen der regen Publikationstätigkeit der Verlage forciert werden und deren Textmenge unüberschaubare Ausmaße annimmt? Gerade bei einer Erstbeschreibung stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, wie eine repräsentative Auswahl zu treffen ist, ob überhaupt noch mit den konventionellen Methoden der Literaturwissenschaft gearbeitet werden kann oder ob man sich das methodische Repertoire des „distant reading“ zu Nutze machen sollte. Statt der Frage, wie offen oder geschlossen, starr bzw. flexibel eine Gattungsbestimmung sein sollte, könnte bald die Entwicklung eines Algorithmus im Zentrum der Gattungsforschung stehen, der ein Genre am besten mit mathematischer Akkuratesse beschreibt.

Der Fokus des Workshops liegt auf der Ambivalenz zwischen Quantität und Qualität in der komparatistischen Gattungstheorie und der Frage, inwiefern die Arbeitsweise durch die Veränderungen des literarischen Marktes und der technologischen Entwicklungen beeinflusst wurde und wird. Interessierte Prä- und Postdocs werden gebeten, ihre Problem- oder Fragestellung bzw. ihre Zugangsweise zum Thema auf maximal zwei Seiten bis zum 24.04.2017 an andrea.sibylle.kreuter@univie.ac.at zu senden. Diese bilden in Form eines Readers zusammen mit den Vorträgen die Diskussionsbasis des Workshops.

Veranstalter: Andrea Kreuter für die Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Weitere Informationen und Updates finden Sie unter complit.univie.ac.at/aktuelles

Ort der Tagung: Sitzungssaal der ÖAW, Ignaz-Seipel-Platz 2, 1010 Wien.

Download des Call for Papers im PDF-Format

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