CfP: „Inter, Inter, Inter ‒ komparatistische Forschung im Dazwischen“, Wien (22.02.2017)

Call for Papers für die 7. Graduiertenkonferenz Vergleichende Literaturwissenschaft „Inter, Inter, Inter ‒ komparatistische Forschung im Dazwischen“ | Sitzungssaal der ÖAW, Ignaz-Seipel-Platz 2, 1010 Wien.

Deadline Abstract: 22. Februar 2017
Datum der Veranstaltung: 1.-2. Juni 2017

Intertextuell, interdisziplinär und intermedial sind als Schlagwörter der zeitgenössischen Komparatistik quasi omnipräsent. Sie versprechen einen Blick „darüber hinaus“, bezogen sowohl auf Inhalte und Motive als auch auf Theorien und Methoden.

Die Vergleichende Literaturwissenschaft beschäftigt sich seit jeher mit unterschiedlichen Epochen, Gattungen, Sprachen und Themen, denn; „Während andere Diskurse und Systeme sich strikte Themenbeschränkung auferlegen müssen, handelt Dichtung schlichtweg, ja geradezu enthemmt von allem“, stellt Jochen Hörisch in Das Wissen der Literatur fest. Literaturwissenschaft als Universallehre? Hörisch bezeichnet die Philologie darüber hinaus als „einzige hard science“, da sie die paradoxen Unbestimmtheiten und unauflöslichen Unklarheiten der postmodernen Welt zentral zum Thema habe und diese nicht, wie andere Wissenschaftsgebiete, leugnen müsse, um ihre Daseinsberechtigung aufrecht zu erhalten.

Diese thematische Enthemmung, die der Literatur und den Philologien eingeschrieben ist, trifft im Besonderen auf die komparatistische Forschung zu, die sich stets in mehreren philologischen Räumen bewegt und das spannungsgeladene Feld der (Un)Vergleichbarkeit(en) ihr ureigenstes Thema nennt. Durch das ständige Abwägen von Gemeinsamkeiten und Differenzen, den Anspruch, zu verknüpfen ohne gleichzumachen, zu unterscheiden ohne zu trennen, befindet sich eine Vergleichende Literaturwissenschaft immer schon im Dazwischen, zwischen Texten, Disziplinen, Gattungen, Sprachen, Kulturen, Zeiten, Medien, Methoden, Theorien und Kategorien. Dies führt unweigerlich zu der Frage, ob Komparatistik eine Zwischenwissenschaft genannt werden darf?

Die Siebente Graduiertenkonferenz der Wiener Komparatistik möchte die Versprechen, die  Errungenschaften, sowie die Grenzen und die Sackgassen von literaturwissenschaftlicher Intertextualität, Interdisziplinarität und Intermedialität beleuchten. Was ist im Dazwischen zu finden? Lohnt sich die Suche? Wo spielt sich diese überhaupt ab? Textimmanent an seiner Oberfläche, oder in einiger Entfernung dazu? Wie ist gerade im intermedialen Bereich der Quantität kultureller Massenproduktion zu begegnen? Neben diesen teils praktischen Fragen bildet die Art des Zusammenwirkens der verschiedenen Disziplinen, Medien und Themen den besonderen Fokus der Veranstaltung: Handelt es sich wirklich um ein „zwischen“, nicht vielmehr um ein „und“ oder gar ein „oder“?

Willkommen sind Dissertant_innen aller Philologien, nach Absprache auch Masterstudierende und PostDocs, die an komparatistischen Projekten arbeiten und sich mit Fragen aus dem Inter-Bereich beschäftigen. Auf die Frage nach der Quantität wird bereits im Rahmen des Workshops: Quantität als Problem der komparatistischen Gattungstheorie am Mittwoch, den 31.05.2017, näher eingegangen (weitere Informationen in separatem CfP). Die Konferenz am 1.06. und 2.06.2017 beginnt am Donnerstag mit einer gemeinsamen Diskussion der Teilnehmer_innen, in der grundlegende Fragen und Herangehensweisen an das Thema besprochen werden. Donnerstagnachmittag und am Freitag finden 15-minütige Vorträge in thematisch gebündelten Panels mit anschließender Diskussion im Plenum statt. Einen vergnüglichen Abschluss der zweitägigen Veranstaltung bildet der zweite komparatistische Science Slam am Freitagabend (weitere Informationen in separater Ausschreibung).

Bewerbung:

Projektarbeitstitel, kurzes Abstract sowie akademischen Kurz-CV bis spätestens 22.02.2017 an julia.grillmayr@univie.ac.at. Gerne bereits mit dem Vermerk, ob ebenfalls Interesse am Workshop zur Gattungstheorie und einem Beitrag beim Science Slam besteht.

Veranstalterinnen: Julia Grillmayr, Sandra Folie und Andrea Kreuter für die Abteilung für Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Wien in Kooperation mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Weitere Informationen und Updates finden Sie unter complit.univie.ac.at/aktuelles

Ort der Tagung: Sitzungssaal der ÖAW, Ignaz-Seipel-Platz 2, 1010 Wien.

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