CfP für eine Sonderausgabe von „Interplay: A Journal of Languages, Linguistics, and Literature“ (15.11.2016)

Call for Papers für eine Sonderausgabe der Zeitschrift „Interplay: A Journal of Languages, Linguistics, and Literature“

Deadline Abstract: 15. November 2016 | Annahmebenachrichtigung: 15. Dezember 2016
Deadline Entwürfe: 31. März 2017 | Annahmebenachrichtigung Entwürfe: 15. Mai 2017
Deadline Endfassung: 15. Juni 2017

Interplay: A Journal of Languages, Linguistics, and Literature (Fachzeitschrift für Sprachlehr- und -lernforschung, Linguistik und Literatur) erbittet Beiträge aus den jeweiligen Fachgebieten für eine Sonderausgabe, die dem Vorkommen unterschiedlicher Formen extremer Ausdrucksweise gewidmet sein wird. In der historischen Entwicklung sind verschiedene Wandlungen und Verschiebungen im Sprach- und Literaturgebrauch als „tendenziös“ (Mikhail Bakhtin) oder vom Konzept her als provokativ gegenüber anerkannteren Arten des Diskurses bezeichnet worden. Über den Begriff des „Karnevalesken“ hat Bakhtin uns einen allgemeinen Kontext geliefert, der verstörende oder respektose Äußerungen ebenso umfasst wie Kommentare, die sich über soziale Regeln hinwegsetzen. Dieser Rahmen umfasst auch Formen und Genres der Literatur, die den Erwartungshorizont an Inhalt und/oder Stil literarischer Konventionen mit Absicht überschreiten und dabei kulturelle Normen durcheinanderbringen, provozieren oder sogar verspotten. Als Modell für Bahktins Konzept diente Rabelais, und auch andere frühe Autoren wie Cervantes und Laurence Sterne wählten die Form der Satire, um historische und kulturelle Themen anzusprechen und den Blick der Leser über die Grenzen überholter Traditionen hinweg zu bewegen. Britische und amerikanische Vertreter der Romantik forderten ganz bewusst die poetischen Standards ihrer Zeit heraus, sowohl in philosophischer, als auch in stilistischer Hinsicht. Andere bedeutende Beispiele umfassen Charles Baudelaire und Gustave Flaubert, die beide die ästhetischen und moralischen Empfindsamkeiten der bürgerlichen Gesellschaft in Empörung versetzten. Vertreter der Moderne und Postmoderne gingen die soziale Wirklichkeit auf noch nie dagewesene und bis dahin unzulässige Weise an. Die Schriftsteller der Beat Generation brachen radikal mit typischen narrativen und poetischen Vorgaben und erschufen selbstbewusst ihre „angesagten“ Stile. Zeugnisse des Extremen finden wir in Franz Kafkas existentiellen Albträumen, in Gustav Meyrinks impressionistischem Gruselroman mit satirischen Seitenhieben Der Golem, in den Dramen von Bertolt Brecht und Samuel Beckett und auch in Charlotte Perkins Gilmans feministischer Schauerparodie Die gelbe Tapete (The Yellow Wallpaper), wo chauvinistische Stereotype aufgedeckt werden. Der magische Realist Gabriel García Márquez entwickelte fantastische Tropen und fabelhafte Geschehnisse mit dem Ziel, sozial hinfällige Gegebenheiten und kulturelle Rückständigkeit anzugreifen. Der „Gonzo“-Stil des Neuen Journalisten Hunter S. Thompson verknüpfte beißende Satire mit spottenden Hyperbeln und nahm so die lohnenswerten Angriffsziele seiner Zeit unter Beschuss. Charles Bukowski bot seine Dichtung als schamlos verrohten, beißenden persönlichen und sozialen Kommentar dar. Ishmael Reed, Gish Jen und Ana Castillo betrachten ethnische Aspekte und Rassenpolitik aus extremen Blickwinkeln und entlarven die korrosiven eurozentrischen Archetypen der Moderne. Satire, Schmähung, Parodie, Verdrießlichkeit, radikale Kritik, Spott, provokative oder untypische Verschiebungen in verbalen/linguistischen Strukturen, das Vermächtnis eines „angesagten“ Diskurses, bizarre Neologismen, neue und einzigartige Verknüpfungen von Genres, das Karnevaleske, das Morbide und das Groteske, sie alle sind Facetten der wissenschaftlichen Thematik, die in dieser Sonderausgabe von Interplay näher beleuchtet werden soll.

Beiträge können auf Englisch, Französisch, Deutsch oder Spanisch eingereicht werden. Letzter Abgabetermin für Zusammenfassungen ist der 15. November 2016; die Benachrichtigung über eine vorbehaltliche Annahme erfolgt bis zum 15. Dezember 2016. Für eine externe Begutachtung sind vollständige Entwürfe bis zum 31. März 2017 einzureichen. Die Benachrichtigung über die endgültige Aufnahme in die Sonderausgabe erfolgt bis zum 15. Mai 2017. Endfassungen der angenommenen Beiträge im MLA-Format sind bis zum 15. Juni 2017 einzureichen. Mit Schlagwörtern versehene Zusammenfassungen (etwa 300 Wörter) senden Sie bitte im MLA Format als E-Mail-Anhang an die Herausgeber:

Thomas Argiro: tomarg_29@hotmail.com

Manfred Sablotny: manfred.sablotny@gmail.com

URL: https://interplaylanglinglit.wordpress.com/

via H-Germanistik

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