Tagung: „Sprachbegriffe und Medienbegriffe“, Berlin (03.–04.11.2016)

„Sprachbegriffe und Medienbegriffe“ | Humboldt-Universität zu Berlin

Datum der Veranstaltung: 3.-4. November 2016 | Ort: Universitätsgebäude am Hegelplatz, Dorotheenstraße 24, Raum 246

Sprach- und Medienbegriffe zeichnen sich durch eine – zwar häufig registrierte, jedoch selten analysierte – Doppeldeutigkeit und einen damit eng verbundenen Widerstand gegen die Fixierung ihres Sinnes aus. Im Spannungsfeld von Sprach- und Medientheorie zeigen sich Begriffe wie „Code“, „Materialität“ oder „Performativität“ als Homonyme, die sich nicht unmittelbar vom einen auf den anderen Bereich übertragen lassen. Diese eigenartige und jeweils unvermeidliche Spaltung und Verdoppelung wirft Fragen auf, die über die bloßen Definitionsprobleme dieser Begriffe weit hinausgehen: Woran liegt ihre scheinbar unbegrenzte Flexibilität? Warum lässt sie sich widersprüchlich bewerten und gleichzeitig mit unterschiedlichem Vorzeichen versehen, indem man sie sowohl als metaphorische Ausdehnung als auch als metonymische Verschiebung deuten und somit sowohl auf die Kontinuität als auch auf die Inkompatibilität der verschiedenen Anwendungsbereiche schließen kann? Die Tagung setzt sich zum Ziel, solche Begriffe – analytisch, systematisch, historisch – zu thematisieren, die „Schnittstellen“ zwischen Sprach- und Medienbegriffen, Sprach- und Medientheorien markieren können.

Programm:

03. 11. Donnerstag

10.00 – 10.20
Eröffnung

10.20 – 10.50
Ludwig Jäger (Universität Aachen)
„Medialität und Eigensinn. Zu den zeichen- und erkenntnistheoretischen Voraussetzungen einer Theorie der Sprachmedialität“

10.50 – 11.20
Dieter Mersch (Zürcher Hochschule der Künste)
„Die Sprache ist (k)ein Medium. Medialität und Amedialität von Sprache und Kommunikation“

11.20 – 11.50
Erhard Schüttpelz – Christian Meyer  (Universität Siegen – Universität Konstanz)
„Warum gibt es überhaupt Medien, und nicht vielmehr nicht?“

11.50 – 12.20
Diskussion

12.20 – 14.00
Mittagspause

14.00 – 14.30
Anna Tuschling (Ruhr-Universität Bochum)
„Ist die Différance eine mediale Form? Anmerkungen zu Sprachmedialität und Technik bei Derrida“

14.30 – 15.00
Gerald Posselt (Universität Wien)
„Die »Textualisierung diskursiver Praktiken«. Zur Rhetorizität und Medialität der Sprache bei Foucault und Derrida“

15.00 – 15.30
David Lauer (Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)
„Medium und Spiel“

15.30 – 16.00
Diskussion

16.00 – 16.30
Kaffeepause

16.30 – 17.00
Georg Bertram (Freie Universität Berlin)
„Was sind Medien des menschlichen Geistes und inwiefern ist Sprache ein solches Medium?“

17.00 – 17.30
Gábor Tamás Molnár (Eötvös Loránd Universität Budapest)
„Recursivity, noise and emergence in Wolfgang Iser’s theory of interpretation“

17.30 – 18.00
Diskussion

04. 11. Freitag

10.00 – 10.30
Natalie Binczek (Ruhr-Universität Bochum)
„Schibboleth. Zur Sprachmedialität des Akzents“

10.30 – 11.00
Attila Simon (Eötvös Loránd Universität Budapest)
„Platon und die Politik des Rhythmus“

11.00 – 11.30
Gerald Wildgruber (eikones Basel)
„Dichterische Reflexion auf die Medialität von Sprache: zwei exemplarische Positionen, Hölderlin und Kleist“

11.30 – 12.00
Diskussion

12.00 – 14.00
Mittagspause

14.00 – 14.30
Susanne Strätling (Ludwig-Maximilians-Universität München)
„Sprachenergie“

14.30 – 15.00
Csongor Lőrincz (Humboldt-Universität zu Berlin)
„Fiktion vs. Simulation? Virtualität in der Sprache“

15.00 – 15.30
Hajnalka Halász (Humboldt-Universität zu Berlin)
„Diesseits und jenseits von Sprachgesetzen. Die Grenzen der Sprache bei Herder“

15.30 – 16.00
Diskussion

Kontakt: Prof. Dr. Csongor Lörincz (loerincc@cms.hu-berlin.de)

via H-Germanistik

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